Volkswagen vollzieht eine strategische Kehrtwende – und die Börse dankt es dem Konzern. Am Freitag legte die Aktie rund 3 Prozent zu, während der Wolfsburger Autobauer zeitgleich den ID. Polo präsentierte. Das neue Elektromodell markiert einen Bruch mit der viel kritisierten Touch-Philosophie der vergangenen Jahre.

Die wichtigsten Fakten zum ID. Polo:

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  • Preis: Unter 25.000 Euro Einstiegspreis
  • Marktstart: Vorbestellungen ab Ende April 2026
  • Reichweite: Bis zu 450 km (WLTP) mit 52 kWh Batterie
  • Produktion: Werk Martorell (Spanien) auf MEB+ Plattform

Physische Tasten statt Touch-Slider

Die größte Änderung findet im Cockpit statt. Volkswagen verabschiedet sich von den umstrittenen Touch-Slidern und kehrt zu klassischen Bedienelementen zurück. Klimasteuerung, Warnblinkanlage und Fensterheber lassen sich künftig wieder über physische Knöpfe steuern – eine direkte Reaktion auf anhaltende Kundenkritik.

Diese Korrektur dürfte kein Zufall sein. Die intuitive Bedienbarkeit war bei den bisherigen ID-Modellen ein wiederkehrender Kritikpunkt. Mit dem ID. Polo zeigt Vorstandschef Oliver Blume nun, dass der Konzern bereit ist, auf Marktfeedback zu reagieren.

Angriff auf das Volumensegment

Der ID. Polo zielt direkt auf das preissensible Kleinwagensegment. Mit dem Einstiegspreis unter 25.000 Euro positioniert sich Volkswagen aggressiv gegen chinesische Wettbewerber wie BYD. Die Basisversion mit 37 kWh LFP-Batterie erreicht 320 km Reichweite, die größere 52 kWh NMC-Variante schafft bis zu 450 km. Die DC-Ladeleistung liegt bei maximal 130 kW.

Parallel dazu setzt VW auf emotionale Differenzierung: Ein "Retro-Display" simuliert das Tacho-Design des ersten Golf I – ein Versuch, klassische Markenwerte in die Elektromobilität zu übertragen. Zudem kommen nachhaltige Materialien wie recyceltes PET und Meeresplastik zum Einsatz.

Die Börsenreaktion vom Freitag deutet darauf hin, dass Investoren diese Produktoffensive honorieren. Der Zeitpunkt ist günstig: Während die Financial Times für 2026 eine Verlangsamung des globalen EV-Marktwachstums auf 13 Prozent prognostiziert, geht Volkswagen mit einem bezahlbaren Volumenmodell in die Offensive.

Vertikale Integration schreitet voran

Neben dem ID. Polo meldet der Konzern Fortschritte bei der eigenen Batterieproduktion. Die Tochter PowerCo hat in der Gigafactory Salzgitter die Fertigung der Einheitszelle gestartet. Diese vertikale Integration dürfte mittelfristig die Margen stabilisieren und die Abhängigkeit von asiatischen Zulieferern verringern.

Die Volkswagen Aktie notiert aktuell bei 106,30 Euro und liegt damit deutlich über ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Mit dem ID. Polo hat der Konzern ein Produkt im Köcher, das sowohl preislich als auch funktional auf die Bedürfnisse des Massenmarkts zugeschnitten ist. Die Vorbestellphase ab Ende April wird zeigen, ob die strategische Neuausrichtung beim Kunden verfängt.

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