Verbio Aktie: Chemie statt Kraftstoff
Biokraftstoff war für Verbio offenbar erst der Anfang. Mit dem Bau der weltweit ersten großtechnischen Ethenolyse-Anlage in Bitterfeld vollzieht der Konzern einen strategischen Schwenk — raus aus der reinen Abhängigkeit vom Kraftstoffmarkt, rein in die Spezialchemie.
Weltpremiere in Sachsen-Anhalt
Die Technologie dahinter ist Nobel-preisgekrönt: Richard Schrock erhielt 2005 den Chemie-Nobelpreis für seine Arbeiten zur Olefinmetathese — genau das Verfahren, auf dem die Bitterfelder Anlage basiert. Die Katalysatoren liefert XiMo, eine hundertprozentige Verbio-Tochter, die parallel in Ungarn eine eigene Produktionsstätte aufbaut.
Die geplanten Kapazitäten sind konkret: 32.000 Tonnen 9-DAME und 17.000 Tonnen 1-Decen pro Jahr. Ersteres dient als Rohstoff für Wasch- und Reinigungsmittel sowie Schmierstoffe, Letzteres als Grundstoff für Hochleistungsschmierstoffe in Motoren, Getrieben und Windkrafträdern. Perspektivisch sollen weitere Spezialchemikalien für pharmazeutische und kosmetische Anwendungen hinzukommen. Das Investitionsvolumen liegt bei 80 bis 100 Millionen Euro — gefördert im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe regionale Wirtschaftsförderung.
Operative Basis und internationale Expansion
Die Diversifikation kommt zu einem günstigen Zeitpunkt. Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2025/26 stieg das EBITDA im zweiten Quartal auf 30,1 Millionen Euro — ein Plus von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr, getrieben von starken Ethanolspreads und erhöhten Biokraftstoffquotenpreisen. Der Konzernumsatz kletterte auf 893,7 Millionen Euro, nach 751,6 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Parallel wächst das US-Geschäft. Der Standort in Nevada, Iowa, kombiniert Bioethanol- und Biomethanproduktion und produziert seit Abschluss von Phase II im August 2024 bis zu 60 Millionen Gallonen Bioethanol jährlich. Ein zweiter US-Standort in South Bend, Indiana, soll 2026/2027 in Betrieb gehen — mit einer Kapazität von mindestens 250.000 Tonnen Bioethanol und rund 850.000 MWh Biomethan pro Jahr.
Das regulatorische Umfeld stützt die Wachstumsstrategie zusätzlich: In Europa schärft die RED-III-Umsetzung die THG-Quotenregeln, in den USA schaffen die im Februar veröffentlichten 45Z-Steuerregelungen mehr Planungssicherheit für erneuerbare Kraftstoffe.
Die Aktie hat diese Entwicklungen bereits eingepreist — seit Jahresbeginn ein Plus von über 66 Prozent, auf Jahressicht sogar 241 Prozent. Ob der Zeitplan für die Inbetriebnahme der Bitterfelder Anlage noch 2026 hält, wird zeigen, wie schnell aus der strategischen Neuausrichtung tatsächlich operative Erträge entstehen.
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