UnitedHealth steckt nach einem schwachen Jahr noch immer in einer schwierigen Phase. Doch die erste Januarwoche 2026 bringt erstmals seit Langem wieder ein Stück Zuversicht zurück. Zwischen deutlich gefallener Bewertung, einem klaren Analysten-Votum und einer möglichen Abspaltung in Großbritannien stellt sich die Frage: Reicht das, um die Trendwende einzuleiten?

Stabilisierung nach starkem Rückgang

Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten kräftig an Wert verloren und notiert aktuell mehr als ein Drittel unter ihrem 52‑Wochen-Hoch. Gleichzeitig liegt der Titel nun wieder spürbar über seinen gleitenden Durchschnitten: Auf Wochensicht ergibt sich ein Plus von 2,25 %, der Schlusskurs am Freitag lag bei 343,98 US‑Dollar, rund 15 % über dem 50‑Tage-Durchschnitt.

Damit zeichnet sich eine technische Stabilisierung ab, ohne dass der übergeordnete Abwärtstrend bereits gebrochen wäre. Der RSI von 60,3 signalisiert ein eher neutrales bis leicht positives Momentum, während die hohe 30‑Tage-Volatilität von über 50 % zeigt, dass starke Ausschläge in beide Richtungen jederzeit möglich bleiben.

Bernstein macht UnitedHealth zum „Top Pick 2026“

Für neuen Gesprächsstoff sorgte ein frisches Analysten-Update. Bernstein-Analyst Lance Wilkes erklärte UnitedHealth Anfang Januar zu seinem „Top Pick für 2026“. Er bestätigte sein „Outperform“-Rating und hob das Kursziel leicht von 440 auf 444 US‑Dollar an.

Inhaltlich setzt Wilkes vor allem auf eine Erholung im Bereich der staatlich verwalteten Krankenversicherungen. Seiner Einschätzung nach preist der Markt derzeit ein übertrieben negatives Szenario ein, insbesondere mit Blick auf künftige Kostenbelastungen. Dem stellt er eine erwartete Umsatzdynamik von rund 12 % gegenüber – aus seiner Sicht ein klarer Widerspruch zur aktuellen Bewertung.

An der Börse fiel die unmittelbare Reaktion dennoch verhalten aus. Die Aktie kletterte im Wochenverlauf zwar bis auf ein Zwischenhoch von über 350 US‑Dollar, gab einen Teil der Gewinne aber wieder ab und ging schließlich etwas unter diesem Niveau aus dem Handel. Das wirkt eher wie eine technisch normale Konsolidierung nach einer kurzen Erholung als wie eine klare Absage an das positive Analysten-Szenario.

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Optum UK: Geplanter Verkauf als strategische Weichenstellung

Parallel dazu arbeitet das Management an der Straffung des Konzerns. Nach Medienberichten befindet sich UnitedHealth in fortgeschrittenen Verhandlungen über den Verkauf der britischen Tochter Optum UK an die Beteiligungsgesellschaft TPG.

Die Eckpunkte des möglichen Deals:

  • Bewertung: rund 1,2 bis 1,4 Milliarden Pfund (umgerechnet etwa 1,6 bis 1,9 Milliarden US‑Dollar)
  • Käufer: TPG, in exklusiven Gesprächen
  • Ziel: Rückzug aus einem stark regulierten Auslandsmarkt und Freisetzung von Kapital

Strategisch würde UnitedHealth damit einen Teil des internationalen Geschäfts abgeben, der stark von lokaler Regulierung geprägt ist. Das frei werdende Kapital könnte nach bisherigen Signalen in Ausschüttungen wie Aktienrückkäufe oder in den Schuldenabbau fließen. Beides wäre tendenziell kursstützend, da es entweder den Gewinn je Aktie erhöht oder die Bilanz stärkt.

Institutionelle Investoren nutzen die Schwäche

Auffällig ist, dass größere Adressen die aktuellen Kurse offenbar als Einstiegsgelegenheit nutzen. So hat der Oregon Public Employees Retirement Fund seine Beteiligung an UnitedHealth im jüngsten Berichtszeitraum um 32,1 % aufgestockt. Zuvor hatte bereits Berkshire Hathaway eine Position aufgebaut.

Der gemeinsame Nenner dieser Käufe: der Bewertungsaspekt. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 18 wirkt der Titel im historischen Vergleich und gegenüber früheren Höchstständen deutlich abgekühlt. Langfristig orientierte Investoren setzen damit offenbar darauf, dass die aktuellen Sorgen über steigende Behandlungskosten und Margendruck stärker in den Kurs eingepreist sind, als es die mittelfristigen Fundamentaldaten rechtfertigen.

27. Januar als Belastungsprobe

Kurzfristig rückt ein Termin klar in den Fokus: Am 27. Januar 2026 legt UnitedHealth die Zahlen für das Gesamtjahr 2025 und den Ausblick für 2026 vor. Diese Vorlage dürfte maßgeblich bestimmen, ob sich der zarte Erholungsversuch verstetigt oder erneut unterbrochen wird.

Im Mittelpunkt steht dabei der sogenannte Medical Care Ratio (MCR), also das Verhältnis von Gesundheitsausgaben zu Prämieneinnahmen. Der starke Kursrückgang des vergangenen Jahres war im Kern durch die Sorge getrieben, dass diese Quote dauerhaft zu hoch bleibt und die Margen aushöhlt. Signale einer Stabilisierung im Bereich von etwa 88–89 % würden die Argumentation von Bernstein stützen und könnten den Weg in Richtung der 400‑US‑Dollar-Marke ebnen. Dagegen würde ein erneuter Anstieg der Quote den Druck auf die Aktie rasch wieder erhöhen und Bereiche um 300 US‑Dollar erneut auf die Probe stellen.

In Summe steht UnitedHealth damit vor einer entscheidenden Bewährungsprobe: Die Bewertung ist nach dem Rückgang deutlich niedriger, Analysten und einzelne Großanleger positionieren sich konstruktiv – doch erst die anstehenden Zahlen und die Entwicklung des MCR werden zeigen, ob aus der aktuellen Stabilisierung ein tragfähiger Trendwechsel werden kann.

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