UniCredit-Chef Andrea Orcel tritt bei der geplanten Expansion in Deutschland vorerst auf die Bremse. Eine finale Entscheidung über die vollständige Übernahme der Commerzbank wird erst im weiteren Verlauf des Jahres 2026 erwartet. Grund für das Zögern ist vor allem die veränderte Bewertung beider Institute, die das ursprüngliche Kalkül der Mailänder Großbank erschwert.

Die Krux mit der Bewertung

Die Kursentwicklung der vergangenen Monate hat die Rahmenbedingungen für einen Zusammenschluss deutlich verschoben. Seit UniCredit im September 2024 erstmals den Einstieg bei der Commerzbank öffentlich machte, legte deren Aktie um rund 90 Prozent zu. Im gleichen Zeitraum stieg die Bewertung von UniCredit lediglich um 40 Prozent. Diese Schere bei der Marktkapitalisierung verändert die Kosten-Nutzen-Rechnung für eine Komplettübernahme massiv, da die Akquisition für UniCredit im Verhältnis zum eigenen Börsenwert teurer geworden ist.

Regulatorisch ist der Weg für eine Aufstockung der Anteile hingegen weitgehend frei. Die Europäische Zentralbank (EZB) erteilte bereits im März 2025 die Genehmigung, die Beteiligung auf bis zu 29,9 Prozent auszuweiten. Damit konnte die Bank ihre Finanzderivate in stimmberechtigte Aktien umwandeln. Bevor jedoch weitere Integrationsschritte erfolgen können, stehen noch Prüfungen durch nationale Behörden wie das Bundeskartellamt aus.

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Rekordgewinne stützen Strategie

Operativ befindet sich UniCredit derzeit in einer starken Verfassung. Das Institut meldete für das Geschäftsjahr 2025 einen Nettogewinn von 10,6 Milliarden Euro – das 20. profitable Quartal in Folge. Diese Stärke soll im Rahmen der Strategie „UniCredit Unlimited“ genutzt werden, um das Nettoergebnis bis zum Jahr 2028 auf 13 Milliarden Euro zu steigern. Ein Kernpunkt dieses Plans bleibt die hohe Ausschüttungsquote von 80 Prozent an die Aktionäre durch Dividenden und Aktienrückkäufe.

Parallel dazu treibt das Management den Rückzug aus dem russischen Markt voran. CEO Andrea Orcel bestätigte, dass die dortige Tochtergesellschaft bis Ende 2026 nahezu vollständig abgewickelt sein soll. Damit kommt die Bank den Forderungen der EZB und der italienischen Regierung nach, die Risiken aus dem Russland-Geschäft zu eliminieren.

Blick auf die Hauptversammlung

An der Börse spiegelt sich die aktuelle Unsicherheit über den weiteren Expansionskurs wider. Die Aktie notiert derzeit bei rund 63,03 Euro und hat seit Jahresbeginn etwa 12 Prozent an Wert verloren. Mit einem Relative-Stärke-Index (RSI) von 33 nähert sich der Titel jedoch einer technisch überverkauften Zone, was auf eine Stabilisierung hindeuten könnte.

Ein wichtiger Termin für Investoren ist die bevorstehende Hauptversammlung am 31. März 2026. Dort wird die Konzernführung die detaillierten Jahresabschlüsse für 2025 vorlegen und voraussichtlich weitere Details zur künftigen Kapitalallokation sowie zum Zeitplan im Fall Commerzbank erläutern.

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