UBS rüstet personell auf – und steckt gleichzeitig mitten in einem politischen Tauziehen, das für Anleger gerade wichtiger ist als gute Geschäftszahlen. Denn in Bern wird über deutlich strengere Kapitalregeln diskutiert, die den Spielraum der Bank spürbar einengen könnten. Wie teuer würde das für UBS wirklich?

Verwaltungsrat: Zwei prominente Kandidaten

Zur Generalversammlung am 15. April 2026 hat UBS Agustín Carstens und Luca Maestri für den Verwaltungsrat nominiert. Carstens bringt vor allem regulatorisches Gewicht mit: Er war bis Juni 2025 Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) und davor unter anderem Zentralbankchef in Mexiko sowie in IWF-Funktionen aktiv. Maestri steht für CFO- und Corporate-Finance-Erfahrung aus seiner Zeit als langjähriger Apple-CFO und heutiger Vice President of Corporate Services.

Gleichzeitig kommt es zu Abgängen: William C. Dudley und Jeanette Wong treten nicht erneut an. Zudem geht Lukas Gähwiler als Vizepräsident des Verwaltungsrats in den Ruhestand. Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher betont, die Neuzugänge stärkten regulatorische Expertise und CFO-Kompetenz.

Bern fordert mehr Kapital – der Konflikt spitzt sich zu

Der entscheidende Bremsklotz bleibt die Regulierung. Nach dem Credit-Suisse-Kollaps drängt Finanzministerin Karin Keller-Sutter auf deutlich höhere Sicherheitsnetze. Zentraler Punkt: Ausländische Tochtergesellschaften sollen künftig zu 100% mit Eigenkapital unterlegt werden – statt bislang 60%.

Laut Quelltext würden die Kapitalanforderungen der UBS damit im internationalen Vergleich um mindestens 50% steigen. Vergleichbare Vorgaben gebe es weder nach Basel-Standards noch in der EU, im Vereinigten Königreich oder in den USA. Politisch wird der Ton rauer: Parlamentarier forderten gegenüber der Financial Times, CEO Sergio Ermotti solle sein öffentliches Profil und Lobbying zurückfahren.

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An der Börse zeigt sich, wie stark diese Unsicherheit wirkt: Die Aktie steht am Donnerstag bei 33,60 Euro und liegt damit in den letzten 30 Tagen 16,65% im Minus.

Kompromiss-Idee im Parlament: AT1 statt nur CET1?

Ein parlamentarischer Gegenvorschlag dreht sich weniger um das „Ob“, sondern um das „Wie“ der Kapitalunterlegung. Die Regierung will, dass dafür ausschließlich hartes Kernkapital (CET1) zählt. Abgeordnete möchten dagegen, dass bis zu 50% auch über AT1-Anleihen angerechnet werden können.

Der Unterschied wäre gewaltig: Ohne Abstriche (Bundesrat-Szenario) stünde ein zusätzlicher Bedarf von bis zu 24 Mrd. US-Dollar CET1 im Raum. Beim bürgerlichen Vorschlag läge der Bedarf laut Analystenschätzungen nur noch bei wenigen hundert Millionen US-Dollar.

Der politische Fahrplan ist klar umrissen: In der zweiten Jahreshälfte 2026 berät das Parlament die Gesetzesentwürfe. Bis das neue Regime voraussichtlich 2029 greift, bleibt die Regulierungsfrage der zentrale Unsicherheitsfaktor.

Zum nächsten Stimmungstest wird schon die Generalversammlung am 15. April 2026: Dort stehen nicht nur die Verwaltungsratswahlen an – sie dürfte auch als Signal dienen, wie die Aktionäre den Kurs der Bank in diesem Konflikt bewerten.

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