UBS Aktie: Spannende Woche
UBS steht vor einer heiklen Doppelbelastung: In Washington muss sich das Management zu historischen Credit-Suisse-Konten mit Nazi-Bezug erklären, nur einen Tag später legt die Bank ihre Quartalszahlen vor. Für Anleger stellt sich damit die Frage, ob der Spagat zwischen Altlasten und Integrationsfortschritten gelingt.
Historische Credit-Suisse-Konten im Fokus
Am 3. Februar 2026 tritt UBS vor den Justizausschuss des US-Senats. Die Anhörung trägt den Titel „The Truth Revealed: Hidden Facts Regarding Nazis and Swiss Banks“ und richtet den Blick auf alte Konten von Vorgängerinstituten der Credit Suisse, die UBS 2023 übernommen hat.
Für UBS nehmen zwei zentrale Figuren teil:
- Robert Karofsky, Leiter des Americas-Geschäfts
- Chefjuristin Barbara Levi
Ausgangspunkt der Untersuchung ist ein Bericht des Simon Wiesenthal Centers aus dem Jahr 2020. Darin wurden rund 12.000 Konten identifiziert, die Verbindungen zu Nazi-Funktionären aufweisen sollen. Diese Altlasten belasten nun den Ruf des fusionierten Instituts – und treffen UBS in einem politisch sensiblen Umfeld.
Zusätzliche Brisanz bringt der unabhängige Ombudsmann Neil Barofsky, der die Untersuchung der Credit-Suisse-Archive leitet. In seinem jüngsten Bericht dokumentierte er umfangreiches neues Material und ein Muster von „Obstruktion“ durch Credit Suisse. Barofsky wird ebenfalls vor dem Ausschuss aussagen.
UBS gibt sich nach außen kooperativ und sprach gegenüber Bloomberg von einer „produktiven Diskussion mit dem Ausschuss bezüglich der historischen Probleme von Credit Suisse“.
Die Fakten im Überblick
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- Februar 2026: Anhörung im US-Senat zu historischen Credit-Suisse-Konten
- Fokus: rund 12.000 Konten mit mutmaßlichen Verbindungen zu Nazi-Funktionären
- Zeugen: UBS-Manager Robert Karofsky, Chefjuristin Barbara Levi, Ombudsmann Neil Barofsky
- Politischer Rahmen: Justizausschuss des US-Senats, stark öffentlichkeitswirksames Thema
Quartalszahlen und Integration der Credit Suisse
Nur einen Tag nach der Anhörung, am 4. Februar 2026, veröffentlicht UBS die Ergebnisse für das vierte Quartal 2025. Der Termin ist im offiziellen Investor-Relations-Kalender bestätigt und wird zum Test, wie weit die Integration der Credit Suisse operativ tatsächlich fortgeschritten ist.
In den Zahlen zum dritten Quartal 2025 hatte UBS deutliche Fortschritte gemeldet. Demnach wurden:
- kumulative Brutto-Kosteneinsparungen von 10 Milliarden US-Dollar erreicht
- dieses Ziel ein Quartal früher als ursprünglich geplant erfüllt
- damit bereits 77 % der bis Ende 2026 erwarteten Gesamteinsparungen von rund 13 Milliarden US-Dollar realisiert
Diese Werte unterstreichen, dass die Integration finanziell schneller vorankommt als vorgesehen. Vor diesem Hintergrund dürfte der Markt genau hinschauen, ob der Trend bei den Q4-Zahlen bestätigt wird oder ob Belastungen aus der Übernahme, etwa rechtliche Risiken, stärker durchschlagen.
Strategische Bedeutung des US-Geschäfts
Die Senatsanhörung trifft UBS in einer Phase, in der das Americas-Geschäft besonders wichtig ist. Die Region ist die größte einzelne Einnahmequelle im globalen Wealth Management und damit ein Kernpfeiler der Gruppenstrategie.
Parallel baut die Bank ihre internationale Präsenz weiter aus. Mitte Januar 2026 fand in Shanghai die 26. „Greater China Conference“ statt. Mehr als 3.600 Teilnehmer unterstreichen die Bedeutung Asiens im globalen Netzwerk des Instituts – und zeigen, dass UBS die Credit-Suisse-Integration mit einer klaren Wachstumsagenda verbindet.
Vor diesem Hintergrund hat der Auftritt in Washington Signalwirkung: Er wird mitentscheiden, wie stark mögliche Reputations- und Regulierungsrisiken das US-Geschäft tangieren.
Aktienkurs: Korrektur nach starkem Anlauf
An der Börse spiegelt sich die Gemengelage aus Integrationsfortschritten und Unsicherheit über Altlasten in einer spürbaren Korrektur wider. Gestern schloss die UBS-Aktie bei 37,71 CHF. Auf Sicht von 30 Tagen ergibt sich ein Rückgang von rund 19 %, nachdem Anfang Januar noch ein 52‑Wochen-Hoch von 48,11 CHF markiert worden war.
Trotz des deutlichen Abstands von gut 22 % zum Hoch liegt der Kurs noch klar über dem 52‑Wochen-Tief von 26,39 CHF. Charttechnisch interessant:
- Die Aktie notiert etwa 6 % unter ihrem 50‑Tage-Durchschnitt von 40,20 CHF
- Gleichzeitig liegt sie rund 11 % über dem 200‑Tage-Durchschnitt von 33,99 CHF
Der RSI von 63,7 signalisiert derzeit weder eine klare Übertreibung nach oben noch nach unten. Die annualisierte 30‑Tage-Volatilität von über 100 % unterstreicht allerdings, wie stark der Markt auf neue Informationen reagiert.
Konkreter Ausblick
Die nächsten Termine sind klar gesetzt: Am 3. Februar die Senatsanhörung, am 4. Februar die Q4-Zahlen, am 9. März 2026 der Geschäftsbericht 2025 und am 15. April 2026 die Hauptversammlung. Entscheidend wird sein, ob UBS in Washington Transparenz zeigen und das Thema historische Credit-Suisse-Konten begrenzen kann – und ob die Finanzzahlen unmittelbar danach den eingeschlagenen Integrationskurs mit weiteren Fortschritten bei Kosten und Synergien untermauern.
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