UBS Aktie: Historische Lasten, neue Pläne
Die UBS steht vor einer ungewöhnlichen Kombination aus Vergangenheit und Zukunft: In Washington muss sich das Management zu NS-Zeit-Konten der übernommenen Credit Suisse erklären, während intern über neue Angebote für Krypto-affine Vermögenskunden nachgedacht wird. Für Anleger stellt sich damit die Frage, wie stark die Altlasten der Credit Suisse die strategischen Pläne der UBS überlagern.
Heute schloss die UBS-Aktie bei 37,71 CHF. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Rückgang von knapp 19 % zu Buche, gleichzeitig liegt der Kurs aber noch gut 11 % über dem 200-Tage-Durchschnitt – ein Hinweis auf eine insgesamt robuste längerfristige Entwicklung trotz jüngster Schwäche.
Anhörung im US-Senat: Historische Credit-Suisse-Konten im Fokus
Am 3. Februar müssen zwei zentrale UBS-Vertreter vor dem Justizausschuss des US-Senats aussagen:
Robert Karofsky, Leiter des Amerika-Geschäfts, und Chefjuristin Barbara Levi.
Im Mittelpunkt der Anhörung stehen historische Konten der ehemaligen Credit Suisse aus der Zeit des Nationalsozialismus. Konkret geht es um Konten, die möglicherweise nicht vollständig von der Vergleichsvereinbarung aus dem Jahr 1998 erfasst wurden. Mit der Notübernahme der Credit Suisse im Jahr 2023 hat die UBS diese rechtlich und reputationsseitig heiklen Themen mit übernommen.
Die Bank betont, sie freue sich auf eine „produktive Diskussion“ mit dem Ausschuss zu den historischen Problemen der Credit Suisse. Für die UBS ist dies ein weiterer Baustein im komplexen Integrationsprozess – diesmal weniger finanziell, dafür stark reputationsgetrieben.
Wichtige Fakten im Überblick:
- Anhörung vor dem Justizausschuss des US-Senats am 3. Februar 2026
- Anliegen: Untersuchung historischer Credit-Suisse-Konten aus der NS-Zeit
- Beteiligte UBS-Vertreter:
- Robert Karofsky (Leiter Americas)
- Barbara Levi (Chefjuristin)
- Kontext: Folge der Notübernahme der Credit Suisse 2023
Strategische Optionen: Krypto-Angebote für Vermögende
Parallel zu den politischen und juristischen Themen arbeitet die UBS an möglichen neuen Produkten für ihr Kerngeschäft im Wealth Management. Berichten zufolge prüft die Bank, vermögenden Privatkunden in der Schweiz künftig den Handel mit Kryptowährungen zu ermöglichen.
Die Überlegungen laufen demnach bereits seit mehreren Monaten. Eine endgültige Entscheidung ist aber noch nicht gefallen. Klar ist: Ein solches Angebot würde die UBS näher an jene Kundengruppe heranführen, die digitale Assets als Ergänzung zu traditionellen Anlagen betrachtet. Gleichzeitig wären damit zusätzliche regulatorische, technologische und risikoseitige Anforderungen verbunden.
Damit zeigt sich der strategische Spagat: Auf der einen Seite die Aufarbeitung historischer Credit-Suisse-Themen, auf der anderen Seite das Nachdenken über neue Geschäftsfelder im Krypto-Bereich.
Termine und Marktumfeld: Zahlen, Boni, Integration
In den kommenden Wochen häufen sich für die UBS mehrere marktrelevante Termine:
- 29. Januar 2026: Veröffentlichung der jährlichen Bonuszahlungen
- 4. Februar 2026: Zahlen zum vierten Quartal 2025
- 9. März 2026: Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2025
Diese Termine fallen in eine Phase erhöhter Schwankungen: Die annualisierte 30-Tage-Volatilität der Aktie liegt bei rund 109 %, der Kurs notiert etwa 22 % unter dem 52-Wochen-Hoch von Anfang Januar, aber noch deutlich über dem Tief vom Juni 2025. Der RSI von 63,7 signalisiert derzeit kein extremes Überkauft- oder Überverkauft-Niveau, eher ein leicht erhöhtes Momentum nach oben.
Die Integration der Credit Suisse bleibt dabei ein zentrales Thema – finanziell, organisatorisch und juristisch. Der Geschäftsbericht im März dürfte zusätzliche Details zur Fortschrittsbilanz der Integration liefern und helfen, die längerfristigen Effekte der Übernahme klarer zu quantifizieren.
Im Zusammenspiel aus Senatsanhörung, möglichen Krypto-Plänen und anstehenden Zahlen ergibt sich für die UBS damit eine dichte Nachrichtenfolge: In den kommenden Wochen wird sich zeigen, wie gut es dem Institut gelingt, historische Altlasten geordnet zu bearbeiten und zugleich seine strategische Weiterentwicklung im Kerngeschäft zu untermauern.
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