UBS Aktie: Nerven vor Zahlen
Zwischen Integrationserfolg und Altlasten: Bei UBS prallen derzeit unterschiedliche Signale aufeinander. In Australien geht ein wichtiges Beratungsmandat verloren, in den USA rückt der Senat Altlasten der Credit Suisse ins Rampenlicht – und gleichzeitig steht eine der wichtigsten Zahlenwochen des Jahres vor der Tür. Wie belastbar ist der aktuelle Kurs, wenn zentrale Termine nun Schlag auf Schlag kommen?
Kurs im Spannungsfeld mehrerer Risiken
Die Aktie bewegt sich seit einigen Tagen in einer engen Spanne und tut sich mit klaren Trends schwer. Mit 37,71 CHF liegt der Kurs zwar deutlich über dem 52‑Wochen-Tief von 26,39 CHF, aber auch rund 22 % unter dem Hoch von 48,11 CHF zu Jahresbeginn. Auffällig ist dabei vor allem der Weg dorthin: Auf 30‑Tage-Sicht steht ein Rückgang von knapp 19 % zu Buche, während die Sieben-Tage-Bilanz leicht positiv ist.
Charttechnisch signalisiert der Abstand von gut 6 % unter dem 50‑Tage-Durchschnitt eine abgekühlte Dynamik nach der vorherigen Rally. Gleichzeitig notiert die Aktie noch klar über der 200‑Tage-Linie, was den übergeordneten Aufwärtstrend bislang intakt lässt. Der RSI von 63,7 spricht eher für ein neutrales bis leicht angespanntes Sentiment – überhitzt wirkt der Titel nicht, aber entspannt auch nicht.
Mandatsverlust in Australien: Symbolik wichtiger als Volumen
Besonders aufmerksam verfolgt der Markt derzeit die Entwicklung in Australien. Dort hat der Casino-Betreiber The Star Entertainment Group UBS als finanziellen Berater abgelöst und durch das Restrukturierungsteam von MA Moelis Australia ersetzt.
Die Kernpunkte:
- UBS war bereits vor Weihnachten mit der Refinanzierung der Schulden von The Star befasst.
- Nach der Übernahme der Kontrolle durch Bally’s und Investment Holdings wurde das Mandat neu vergeben.
- Finanziell ist das einzelne Mandat für einen Konzern der Größenordnung von UBS verkraftbar, die Signalwirkung ist jedoch heikel.
Der Wechsel hin zu einer spezialisierten Boutique deutet darauf hin, dass UBS in komplexen Restrukturierungsphasen nicht automatisch erste Adresse ist. Für den asiatisch-pazifischen Raum ist das ein Rückschlag im Wettbewerb um beratungsintensive, margenstarke Mandate – selbst wenn die direkten Ertragseffekte überschaubar bleiben.
US-Senat blickt auf Credit-Suisse-Altlasten
Noch schwerer wiegen die politischen und rechtlichen Risiken aus den USA. Der Justizausschuss des US-Senats hat für den 3. Februar 2026 eine Anhörung mit dem Titel „Hidden Facts Regarding Nazis and Swiss Banks“ angesetzt. Im Fokus stehen historische Konten der inzwischen übernommenen Credit Suisse.
Für UBS bedeutet das:
- Die Bank muss sich erneut zu Verfehlungen äußern, die im Ursprung beim früheren Rivalen liegen.
- Robert Karofsky, Leiter des Amerika-Geschäfts, soll voraussichtlich als Vertreter auftreten.
- Öffentliche Anhörungen dieser Art bergen das Risiko erneuter Reputationsschäden.
Zwar betont die Bank seit längerem ihre Kooperationsbereitschaft gegenüber US-Behörden. Dennoch reagiert der Markt erfahrungsgemäß sensibel, wenn mögliche „Leichen im Keller“ der Credit Suisse zum Thema werden – nicht zuletzt, weil daraus zusätzliche juristische Kosten oder Auflagen entstehen könnten.
Eng getaktete Agenda: Drei Termine, eine Woche
Die nächsten Tage dürften entscheidend dafür sein, ob sich die aktuelle Seitwärtsphase in einen neuen Trend auflöst. Die Agenda ist dicht:
- 29. Januar 2026: Veröffentlichung der Informationen zu den variablen Vergütungen (Bonuszahlungen). Diese Zahlen gelten als Indikator für Kostendisziplin und Erfolg der Integration.
- 03. Februar 2026: Anhörung vor dem US-Senat zu den historischen Credit-Suisse-Konten.
- 04. Februar 2026: Veröffentlichung der Ergebnisse für das 4. Quartal 2025.
Vor allem die Q4-Zahlen werden zeigen, wie weit die technische und operative Integration der Credit Suisse fortgeschritten ist und ob die angekündigten Kostensynergien tatsächlich im Ergebnis ankommen. In Kombination mit der politischen Bühne in Washington ergibt sich damit ein dichtes Paket an kursrelevanten Impulsen.
Fazit: Begrenztes Potenzial bis zur Klarheit
Die UBS Aktie wirkt derzeit wie eingefroren zwischen strukturellem Integrationsfortschritt und immer wieder aufbrechenden Altlasten. Der Mandatsverlust in Australien unterstreicht, dass der Konzern in einzelnen Märkten um seine Rolle in komplexen Mandaten kämpfen muss. Gleichzeitig rückt die Anhörung im US-Senat das sensible Thema Credit-Suisse-Vergangenheit erneut in den Vordergrund.
Mit einem Kurs von 37,71 CHF und einem spürbaren Abschlag zum 52‑Wochen-Hoch scheint das kurzfristige Aufwärtspotenzial begrenzt, solange weder die US-Anhörung noch die Quartalszahlen vom 4. Februar Klarheit über juristische Risiken und operative Ertragskraft bringen. Erst wenn die Bank hier belastbare Signale liefert, lässt sich abschätzen, ob der jüngste Rückgang eher eine gesunde Konsolidierung oder der Beginn einer längeren Schwächephase war.
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