Der Jahresauftakt könnte für TSMC kaum besser sein. Nach langem Zittern um die US-Exportregeln für das China-Geschäft kommt nun Klarheit – und die Börse reagiert mit einem neuen Allzeithoch. Gleichzeitig schürt die anhaltend starke Nachfrage nach KI-Chips die Fantasie für 2026. Doch wie stark trägt die Mischung aus Regulierungsschub und AI-Boom den Kurs tatsächlich?

US-Lizenz nimmt Regulierungsdruck

Auslöser der Rally ist eine Entscheidung des US-Handelsministeriums vom 1. Januar: TSMC erhält für sein Werk im chinesischen Nanjing eine jährliche Exportlizenz für US-Anlagen und andere kontrollierte Güter. Wichtiges Detail: Für Lieferanten sind damit keine Einzelgenehmigungen mehr nötig. Das ersetzt den bisherigen „validated end-user“-Status, der zum Jahresende 2025 ausgelaufen war.

TSMC bestätigte, dass die neue Lizenz den durchgehenden Betrieb der Fabrik und reibungslose Produktlieferungen sicherstellt. Produziert werden dort 16-Nanometer- und andere sogenannte „mature nodes“ – technologisch nicht mehr an der Spitze, aber operativ relevant. Laut Geschäftsbericht 2024 steuert das Werk zwar nur rund 2,4 % zum Konzernumsatz bei, die Unsicherheit um die Genehmigung hatte aber wie ein Bremsklotz auf der Bewertung gelegen.

Mit der nun klaren Regelung entfällt dieses Risiko. Anleger können das China-Engagement von TSMC besser einordnen, ohne ein kurzfristiges Produktionsrisiko einzupreisen. Dass auch Samsung Electronics und SK Hynix vergleichbare Lizenzen erhalten, unterstreicht den strategischen Ansatz der USA: Lieferketten stabil halten, ohne China Zugang zu Spitzentechnologie zu gewähren.

An der NYSE schloss der Titel am Freitag bei 319,61 US-Dollar und markierte damit ein neues 52-Wochen- und Rekordhoch. Auf 12-Monats-Sicht summiert sich das Plus auf gut 62 %, der Kurs liegt knapp 50 % über dem 200-Tage-Durchschnitt – ein klarer Hinweis auf einen etablierten Aufwärtstrend.

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Rückenwind aus Taiwan und vom AI-Boom

Die positive Stimmung schwappte umgehend nach Asien. In Taiwan legten die TSMC-Papiere am Freitag, 3. Januar, um 2,26 % zu. Allein dieser Anstieg lieferte etwa 280 Punkte zum Plus des TAIEX, der mit einem Zuwachs von 1,33 % auf ein neues Rekordniveau kletterte.

Ausländische Investoren griffen kräftig zu und kauften per Saldo Aktien im Wert von 12,02 Mrd. Taiwan-Dollar. Ein Analyst von Concord Securities erklärt die Bewegung damit, dass internationale Anleger ihre Positionen zu Jahresbeginn neu aufgebaut haben – mit TSMC als bevorzugtem Ziel. Im Fokus steht dabei vor allem die Hoffnung auf positive Signale bei der anstehenden Investorenkonferenz Mitte Januar.

Parallel rückt der strukturelle Treiber der Story in den Vordergrund: KI-Chips. Marktteilnehmer beobachten intensiv die Gespräche zwischen TSMC und Nvidia über eine Ausweitung der H200-Produktion für China. Nach Informationen aus dem Umfeld haben chinesische Technologiekonzerne bereits Bestellungen für mehr als zwei Millionen H200-Chips für 2026 platziert. Die Fertigung soll ab dem zweiten Quartal auf Basis des 4-Nanometer-Prozesses hochgefahren werden.

Kombiniert mit der jüngsten Kursspitze treibt diese Nachfrage die Bewertung: Die Marktkapitalisierung von TSMC liegt inzwischen bei rund 1,6 Billionen US-Dollar. Die ADRs legten im Jahr 2025 um mehr als 55 % zu und ließen damit viele große Technologiewerte hinter sich.

Zentrale Treiber im Überblick

  • Regulatorik: Jährliche US-Exportlizenz für TSMC Nanjing, Wegfall der Einzelfallgenehmigungen
  • Geschäftsrisiko China: Klarer Rahmen für „mature nodes“, kein unmittelbares Produktionsrisiko
  • Marktumfeld Taiwan: Rekordstand des TAIEX, hohe Nettozuflüsse ausländischer Investoren
  • KI-Nachfrage: Erwartete Ausweitung der Nvidia-H200-Produktion, >2 Mio. bestellte Chips für 2026
  • Bewertung: Starke Performance 2025, Marktkapitalisierung um 1,6 Billionen US-Dollar

Blick auf die Zahlen und Erwartungen

Fundamental steuert TSMC nun auf einen wichtigen Termin zu. Vom 5. bis 14. Januar gilt eine Quiet Period vor der Q4-2025-Telefonkonferenz am 15. Januar (14:00 Uhr Ortszeit Taiwan). Zuvor hatte der Konzern für das Schlussquartal 2025 Erlöse zwischen 32,2 und 33,4 Mrd. US-Dollar bei Bruttomargen von 59 bis 61 % in Aussicht gestellt.

Auf Jahressicht sind die Erwartungen ambitioniert, aber klar umrissen. Wall-Street-Analysten rechnen für 2026 mit einem Umsatzplus von 21 %, getragen von anhaltend starker Nachfrage nach KI-Chips von Großkunden wie Nvidia, Apple und AMD. Bewertungsseitig liegt die Aktie derzeit bei etwa dem 24-Fachen der erwarteten Gewinne und damit unter dem Durchschnitt vieler großer Technologiewerte – trotz des kräftigen Kursanstiegs.

Die Kombination aus entschärfter Regulierungsunsicherheit im China-Geschäft, starkem Kursmomentum und strukturell hoher AI-Nachfrage macht die Quartalszahlen und den Ausblick am 15. Januar zu einem zentralen Taktgeber für die kurzfristige Kursentwicklung. Entscheidend wird sein, ob TSMC die hohen Wachstumserwartungen bestätigt und beim Kapazitätsausbau für KI-Chips konkrete nächste Schritte präsentiert.

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