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Amazons 138-Milliarden-Schachzug: Cloud-Dominanz durch OpenAI-Partnerschaft

Während Tesla auf physische KI setzt, zementiert Amazon seine Vormachtstellung in der digitalen KI-Infrastruktur. Die erweiterte Partnerschaft mit OpenAI bringt dem AWS-Geschäft einen Auftrag über insgesamt 138 Milliarden Dollar – verteilt über neun Jahre. Das ist mehr als das Bruttoinlandsprodukt Ungarns.

Entscheidend ist nicht nur die schiere Größe des Deals, sondern seine strategische Dimension: OpenAI verpflichtet sich, etwa zwei Gigawatt Rechenkapazität von Amazons hauseigenen Trainium-Chips zu nutzen. Das ist eine direkte Kampfansage an Nvidias Quasi-Monopol im KI-Chip-Markt. Sollte AWS tatsächlich beweisen, dass Trainium3 und das für 2027 erwartete Trainium4 mit Nvidias Produkten mithalten können, würde das die Margen im Cloud-Geschäft dramatisch verbessern.

Morgan Stanley hob sein Kursziel für Amazon prompt auf 300 Dollar an und erhöhte die Wachstumsprognosen für AWS auf 29 Prozent für 2026 und 32 Prozent für 2027. Die Analysten sehen in dem Deal eine „De-Risking\" der AWS-Wachstumsstory für die kommenden Jahre. Amazon positioniert sich als „horizontale\" Infrastrukturschicht für die entstehende Agentic-AI-Ökonomie – jene KI-Systeme, die eigenständig Aufgaben erledigen können.

Für deutsche Anleger ist das doppelt relevant: Erstens zeigt es, wie schnell sich Machtverhältnisse in der Tech-Industrie verschieben können. Zweitens macht es deutlich, dass die nächste Welle der KI-Monetarisierung nicht bei den Modellentwicklern, sondern bei den Infrastrukturanbietern stattfindet.

Ölmärkte im Krisenmodus: Wenn eine Meerenge 20 Prozent der Weltversorgung blockiert

Während Tech-Konzerne in die Zukunft investieren, holt die Gegenwart die Energiemärkte brutal ein. US-Rohöl der Sorte WTI kletterte am Freitag um 12,2 Prozent auf 90,90 Dollar pro Barrel, Brent-Öl legte 8,5 Prozent auf 92,69 Dollar zu. Innerhalb einer Woche stiegen die Preise um 35,6 Prozent (WTI) beziehungsweise 27 Prozent (Brent) – die stärksten Wochengewinne seit dem COVID-19-Schock im Frühjahr 2020.

Der Grund: Die Straße von Hormus ist faktisch geschlossen. Durch diese Meerenge zwischen Iran und der Arabischen Halbinsel fließen normalerweise etwa 20 Prozent der weltweiten Ölversorgung – täglich rund 20 Millionen Barrel. Seit dem Beginn der US-israelischen Militärschläge gegen Iran vor einer Woche ist dieser Fluss zum Erliegen gekommen. Das bedeutet: Etwa 140 Millionen Barrel Öl – entsprechend 1,4 Tagen globaler Nachfrage – haben den Markt nicht erreicht.

Die Situation verschärft sich täglich. Katars Energieminister warnte in der Financial Times, dass alle Golf-Produzenten innerhalb weniger Wochen ihre Exporte einstellen könnten. Seine Prognose: Ölpreise von 150 Dollar pro Barrel. Analysten von J.P. Morgan halten 100 Dollar mittelfristig für realistisch, sollte die Straße von Hormus geschlossen bleiben.

Das Weiße Haus reagiert nervös. Präsident Trump forderte zwar „bedingungslose Kapitulation\" Irans, doch hinter den Kulissen sucht die Regierung fieberhaft nach Wegen, die Benzinpreise zu dämpfen. Die sind in den USA bereits auf über 3,30 Dollar pro Gallone gestiegen – ein politisches Gift vor den Midterm-Wahlen im November. Diskutiert werden eine Aussetzung der Benzinsteuer und gelockerte Umweltauflagen für Sommerkraftstoffe.

Für europäische Verbraucher und Unternehmen bedeutet das: steigende Energiekosten, die gerade erst gesunkene Inflation wieder anheizen könnten. Die Lufthansa-Aktie verlor in der vergangenen Woche über 10 Prozent – nicht wegen eigener Probleme, sondern weil Kerosin teurer wird und Flugrouten durch den Nahen Osten gefährlicher.

Bitcoin zwischen Krise und Comeback: Wenn digitales Gold nicht mehr glänzt

Während physisches Gold von der geopolitischen Unsicherheit profitiert und auf 5.171 Dollar je Unze klettert, zeigt sich Bitcoin überraschend robust – aber nicht überzeugend. Nach einem Absturz auf zeitweise 62.500 Dollar stabilisierte sich die Kryptowährung bei etwa 70.000 Dollar. Das ist weit entfernt vom Allzeithoch bei 126.000 Dollar im Oktober 2025, aber auch kein Zusammenbruch.

Peter Schiff, langjähriger Bitcoin-Kritiker und Gold-Verfechter, nutzte die Schwäche für eine seiner gewohnten Warnungen: Falle Bitcoin unter 50.000 Dollar, sei ein Test der 20.000-Dollar-Marke „hochwahrscheinlich\". Seine Begründung: Noch nie habe Bitcoin mit so viel Hype, institutioneller Beteiligung und Marktkapitalisierung einen solchen Absturz erlebt. Seine Empfehlung: „Bitcoin jetzt verkaufen!\"

Schiffs Argumentation hat einen Haken: Er wählt seine Vergleichszeiträume selektiv. Gemessen am November 2021 hat Bitcoin in US-Dollar tatsächlich nur leicht zugelegt, während Gold deutlich stärker performte. Doch gemessen am Zyklustief von 15.000 Dollar im November 2023 liegt Bitcoin mit plus 320 Prozent weit vor Gold mit plus 150 Prozent.

Interessanter als Schiffs Polemik ist die Beobachtung, dass Bitcoin trotz eskalierender geopolitischer Spannungen keine klassische „Safe-Haven\"-Rallye hinlegt. Timo Emden von Emden Research sieht darin ein Zeichen der Reife: „Investoren haben globale Risiken bereits eingepreist.\" Anders gesagt: Bitcoin reagiert weniger emotional als früher – verhält sich aber auch nicht wie das „digitale Gold\", als das es oft verkauft wird.

Die Krypto-Märkte zeigten in der vergangenen Woche ein gemischtes Bild: Während Bitcoin leicht zulegte, verloren Cardano (minus 5,7 Prozent) und Polkadot (minus 4 Prozent) deutlich. Toncoin stach mit plus 9,8 Prozent positiv heraus. Was fehlt, ist eine klare Richtung – und genau das macht viele Anleger nervös.

Chinas Gold-Hunger und Europas Tech-Sorgen: Die Nebenschauplätze

Während die Schlagzeilen von Tesla, Amazon und Öl dominiert werden, verschieben sich im Hintergrund tektonische Platten. Chinas Zentralbank kaufte im Februar den 16. Monat in Folge Gold – diesmal 30.000 Feinunzen. Die Gesamtreserven liegen nun bei 74,22 Millionen Unzen. Das ist Teil einer strukturellen De-Dollarisierung, die Ende 2024 begann und sich beschleunigt.

Gleichzeitig zeigt sich in den USA eine beunruhigende Entwicklung: Die Trump-Regierung verlangt in neuen Richtlinien für KI-Verträge, dass Unternehmen „jede rechtmäßige Nutzung\" ihrer Modelle durch die Regierung gestatten müssen – einschließlich Massenüberwachung und autonomer Waffensysteme. Anthropic, das sich weigerte, wurde als „Lieferkettenrisiko\" eingestuft – eine Bezeichnung, die sonst für chinesische Firmen wie Huawei reserviert ist.

Das Pentagon füllte die Lücke prompt mit OpenAI – jenem Unternehmen, das gerade 138 Milliarden Dollar von Amazon bekommt. Die Botschaft ist klar: Wer im KI-Geschäft mit der US-Regierung Geld verdienen will, darf keine ethischen Bedenken haben.

Was das für die kommende Woche bedeutet

Am Montag richtet sich der Blick auf Hewlett Packard Enterprise, am Dienstag auf NIO und Oracle. Doch die wirklich spannenden Fragen liegen woanders: Kann die Straße von Hormus wieder geöffnet werden, bevor Ölpreise die 100-Dollar-Marke durchbrechen? Zeigt Tesla bei seinem nächsten Update zu Optimus substanzielle Fortschritte? Und hält Bitcoin die 60.000-Dollar-Marke, sollte die geopolitische Lage weiter eskalieren?

Eines ist sicher: Die Märkte handeln derzeit nicht mehr die Gegenwart, sondern Szenarien. Tesla wird für Roboter bewertet, die noch nicht existieren. Amazon für eine KI-Infrastruktur, deren Nachfrage noch nicht bewiesen ist. Und Ölhändler wetten auf eine Kriegseskalation, die niemand vorhersagen kann. In solchen Phasen sind nicht die optimistischsten Anleger erfolgreich, sondern die vorsichtigsten.

Bis Montag – und einen ruhigen Sonntag,

Andreas Sommer