Tesla Aktie: Zahlen im Fokus
Tesla steht heute Abend vor einem wichtigen Belastungstest. Der E-Autobauer legt die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vor – nach einem Jahr mit rückläufigen Auslieferungen und wachsender Konkurrenz aus China. Entscheidend wird nun, ob Margen, KI-Story und Robotik-Fantasie ausreichen, um die Sorgen um das Kerngeschäft Auto abzufedern.
Schwächere Autoverkäufe drücken Erwartungen
2025 war für Tesla im Autogeschäft ein Rückschritt. Die bereits gemeldeten Auslieferungszahlen setzen den Rahmen für den heutigen Bericht:
Im vierten Quartal wurden 418.227 Fahrzeuge ausgeliefert, ein Rückgang von 16 % gegenüber dem Vorjahr. Auf das Gesamtjahr gerechnet kam Tesla auf 1,636 Millionen Auslieferungen – knapp 9 % weniger als 2024.
Parallel dazu hat Wettbewerber BYD Tesla bei reinen Batterie-Elektroautos (BEV) überholt und 2025 rund 2,26 Millionen Fahrzeuge verkauft. Das unterstreicht den zunehmenden Preisdruck und die verschärfte Konkurrenz, vor allem aus China.
Diese Entwicklung schlägt sich in den Konsensschätzungen für Q4 2025 nieder:
- Umsatz-Erwartung: rund 24,8 Mrd. US-Dollar (ca. –3,7 % gegenüber Q4 2024)
- Gewinn je Aktie (EPS): etwa 0,45 US-Dollar, ein Rückgang um rund 38–40 % gegenüber 0,73 US-Dollar im Vorjahresquartal
Die Kombination aus sinkenden Volumina und schwächeren Ergebnissen zeigt, wie sehr Tesla derzeit um profitables Wachstum im Kerngeschäft ringt.
Energiespeicher und KI als Gegengewicht
Ganz einseitig ist das Bild allerdings nicht. Im Bereich Energieerzeugung und -speicher legt Tesla deutlich zu und kann damit einen Teil der Schwäche im Autogeschäft kompensieren. Im vierten Quartal 2025 wurden nach vorliegenden Daten 14,2 GWh an Energiespeicher-Kapazität installiert – ein Rekordwert. Auf das Jahr summiert sich der Bereich auf 46,7 GWh, ein Plus von 49 % gegenüber 2024.
Für viele Investoren ist dieser Geschäftszweig inzwischen mehr als nur ein Nebenbein: Er gilt als Wachstumsfeld mit besseren Margenaussichten, insbesondere bei weiterem Ausbau großer Speicherprojekte.
Noch größer ist die Aufmerksamkeit aber auf Teslas KI- und Robotikpläne gerichtet. Mehrere Zeitachsen stehen dabei im Fokus:
- Cybercab: Produktionsstart aktuell für April 2026 vorgesehen
- FSD-Ausbau: Mögliche regulatorische Genehmigungen für „Full Self-Driving“ (FSD) in Europa und China ab März 2026 im Gespräch
- Preismodell: Anpassung des FSD-Abos auf 99 US-Dollar pro Monat zum 14. Februar 2026
Diese Punkte sind entscheidend, weil sie zeigen sollen, ob Tesla sich schrittweise von einem reinen Autohersteller zu einem Software- und KI-getriebenen Plattformunternehmen entwickelt – und ob diese Vision zeitnah in Umsatz und Gewinn übersetzbar ist.
Geteilte Analystenlager und hohe Spannung vor den Zahlen
An der Börse hat sich die Aktie zuletzt schwankungsanfällig gezeigt. Gestern schloss das Papier bei 392,90 Euro, was einem Rückgang von rund 14,5 % auf 30-Tage-Sicht entspricht – zugleich liegt der Kurs aber immer noch deutlich über dem 52-Wochen-Tief vom April 2025.
Trotz der belasteten Autodaten stützen vor allem die KI-Story, Hoffnungen auf den humanoiden Roboter „Optimus“ und der boomende Energiespeicherbereich die Bewertung. Genau hier setzt ein Teil der Analysten an: Wedbush etwa bleibt bei einer Outperform-Einstufung und einem Kursziel von 600 US-Dollar und verweist auf den Wert des entstehenden KI-Ökosystems rund um Software, FSD und Robotik.
Auf der anderen Seite stehen skeptischere Häuser wie UBS und JPMorgan. Deren Kursziele von 247 US-Dollar beziehungsweise 150 US-Dollar spiegeln vor allem die Sorge wider, dass schwächere Automobil-Fundamentaldaten – sinkende Volumina, Margendruck, Konkurrenz – das aktuelle Bewertungsniveau nicht rechtfertigen.
Der Optionsmarkt stellt sich jedenfalls auf deutliche Bewegungen nach den Zahlen ein: Die implizite Schwankungsbreite liegt bei rund 6 bis 12 % in Folge der Veröffentlichung.
Was der Bericht heute klären dürfte
Mit dem Q4- und Jahresbericht 2025 dürfte sich heute Abend entscheiden, welcher Teil der Tesla-Story kurzfristig dominiert: die Belastung durch rückläufige Autoverkäufe und sinkende Gewinne oder die Perspektive wachsender Erlöse aus Energiespeichern, Software und KI-Anwendungen. Besonders genau hingeschaut wird auf die Entwicklung der Margen im Autogeschäft, konkrete Aussagen zu Cybercab, FSD-Genehmigungen in Europa und China sowie auf die Fortschritte im KI- und Robotikbereich. Diese Punkte setzen den Rahmen dafür, wie der Markt Teslas Wachstumspfad im Jahr 2026 bepreisen wird.
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