Tesla Aktie: Robotaxis im Test
Tesla geht beim autonomen Fahren den nächsten Schritt – und das direkt im Realbetrieb. In Austin rollen nun erstmals Robotaxis ohne Sicherheitsfahrer über die Straßen. Parallel dazu schwächelt jedoch das klassische Autogeschäft, und die Bewertung bleibt extrem anspruchsvoll. Wie passt das zusammen?
Robotaxis ohne Sicherheitsfahrer
CEO Elon Musk verkündete über X, dass Tesla in Austin erste Robotaxi-Fahrten „ohne Sicherheitsmonitor im Auto“ gestartet hat. Technisch gesehen ist es aber noch keine reine Flotte: Laut Ashok Elluswamy, Vice President für KI-Software, sind derzeit nur „einige wenige unbeaufsichtigte Fahrzeuge“ in eine größere Robotaxi-Flotte mit Sicherheitsfahrern integriert. Der Anteil der vollständig fahrerlosen Fahrzeuge soll schrittweise steigen.
Die Umstellung auf Fahrten ohne menschliche Aufsicht ist der nächste logische Schritt nach dem Start des Robotaxi-Dienstes in Austin im Juni 2025, damals noch mit Sicherheitsfahrern an Bord. Strategisch geht es darum, das autonome Ride-Hailing-Geschäft zu skalieren und die hohen Entwicklungskosten über eine große Zahl von Fahrten zu amortisieren.
Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos legte Musk rhetorisch nach: Die Robotaxi-Dienste sollen bis Ende 2026 in den USA „sehr, sehr weit verbreitet“ sein. Zudem erklärte er, das Problem des autonomen Fahrens sei „im Grunde gelöst“.
Analysten bleiben vorsichtig. Die Deutsche Bank betonte in einem Bericht, Tesla müsse erst beweisen, dass das System „Full Self-Driving“ (FSD) im unbeaufsichtigten Betrieb zuverlässig funktioniert und dass sich das Robotaxi-Geschäft tatsächlich skalieren lässt – bisher liege die Entwicklung hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurück. Zusätzliche Bewertungsfantasie sehen die Analysten daher erst nach konkreten Erfolgsnachweisen.
Bremsklotz Kerngeschäft
Hinter dem Technologieschub steht ein operativ schwieriges Jahr 2025. Die wichtigsten Eckdaten:
- 2025 lieferte Tesla rund 1,63 Millionen Fahrzeuge aus
- Das entspricht einem Rückgang von 8,5 % gegenüber dem Vorjahr – der größte Einbruch in der Unternehmensgeschichte
- Im vierten Quartal lagen die Auslieferungen mit 418.227 Einheiten 16 % unter dem Vorjahreswert
- Produziert wurden im Schlussquartal 434.358 Fahrzeuge
- Im Bereich Energiespeicher erreichte Tesla 46,7 GWh an Installationen im Gesamtjahr 2025
Der stärkste Wettbewerber BYD hat Tesla bei reinen Batterie-Elektroautos inzwischen überholt und kam 2025 auf etwa 2,26 Millionen ausgelieferte BEVs. Ein zusätzlicher Belastungsfaktor für Tesla war das Auslaufen der US-Bundessteuervergünstigung von 7.500 Dollar für Elektroautos im September 2025, was die Nachfrage dämpfte.
Damit verschiebt sich das Bild: Während Musk die Zukunft in Robotaxis und KI sieht, schwächt sich das traditionell dominierende Autogeschäft ab. Die Energiesparte wächst zwar, trägt aber noch nicht im gleichen Maß zur Ergebnisdynamik bei wie erhoffte Robotaxi-Erlöse.
Konkurrenzdruck und Regulierung
Im Robotaxi-Markt trifft Tesla auf gut positionierte Wettbewerber. In den USA gilt Alphabet-Tochter Waymo als führend und hat pünktlich zum Tag von Teslas Austin-Ankündigung einen Dienst in Miami gestartet. In China dominiert Baidus Apollo Go den Markt, und Amazon-Tochter Zoox ist seit 2025 ebenfalls aktiv.
Regulatorisch hat Tesla zudem Ballast: Kalifornische Behörden warfen dem Unternehmen Ende 2025 irreführende Werbung rund um die autonomen Fähigkeiten seiner Fahrzeuge vor. In dem Bundesstaat besitzt Tesla weiterhin keine Genehmigung, fahrerlose Fahrzeuge ohne Mensch am Steuer auf öffentlichen Straßen zu testen oder zu betreiben. Das begrenzt die Auswahl an Märkten, in denen das Unternehmen seine Robotaxi-Pläne kurzfristig demonstrieren kann.
Hohe Bewertung trotz Gegenwind
An der Börse wird Tesla weiterhin mit einem deutlichen Aufschlag gegenüber anderen Tech-Schwergewichten gehandelt. Die Aktie notiert derzeit bei rund 305-fachem Gewinn auf Basis der vergangenen zwölf Monate und etwa beim 192-fachen der erwarteten Gewinne. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 1,49 Billionen US-Dollar. Damit ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis mehr als fünfmal so hoch wie bei Nvidia und fast zehnmal so hoch wie bei Meta.
Trotz dieser hohen Bewertung bleibt Skepsis bei einigen Banken. UBS bestätigte am 14. Januar 2026 ein „Sell“-Rating, hob das Kursziel aber von 247 auf 307 US-Dollar an. Morgan Stanley stufte die Aktie am 22. Januar mit „Hold“ ein und vergab eine „positive“ Einstufung – signalisiert also Zurückhaltung bei gleichzeitigem Hinweis auf Chancen.
Kursentwicklung und Blick nach vorn
An der Börse spiegelt sich die Mischung aus Zukunftsfantasie und operativem Druck in einer erhöhten Schwankungsbreite wider. Auf Wochensicht hat die Tesla-Aktie rund 10 % verloren; auf Monatssicht summiert sich das Minus auf etwa 19 %, womit der Titel klar unter seinem Verlaufshoch der vergangenen Monate notiert.
Der nächste harte Prüfstein steht schon fest: Am Mittwoch, dem 28. Januar 2026, legt Tesla die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor. Dann dürfte es nicht nur um Margen und Stückzahlen im Autogeschäft gehen, sondern auch um konkrete Hinweise zum Ausbau des Robotaxi-Angebots und zum Optimus-Roboter, den Musk ab Ende 2027 sogar im Privatkundenmarkt sieht. Wie stark Tesla diese Themen mit belastbaren Zeitplänen und Kennzahlen unterlegt, wird entscheidend dafür sein, ob der Markt die ambitionierte Bewertung weiter mitträgt.
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