Tesla steckt zum Jahresende 2025 operativ in der Klemme. Sinkende Auslieferungen, wachsende Kosten und nachlassende Sondereffekte drücken auf das Kerngeschäft mit Elektroautos. Gleichzeitig halten viele Anleger an der Vision von Robotaxis, KI und Robotik fest – und akzeptieren dafür eine hohe Bewertung. Wie weit trägt diese Zukunftsgeschichte angesichts der aktuellen Zahlen?

Schwächere Auslieferungen belasten das Kerngeschäft

Die jüngsten Produktions- und Auslieferungsdaten für das vierte Quartal 2025 fallen deutlich schwächer aus als erhofft. Die Fahrzeugproduktion ging im Jahresvergleich um 5,5 % zurück, noch deutlicher fiel der Einbruch bei den Auslieferungen aus: Sie sanken um rund 15,6 % bis 16 %.

Damit verzeichnet Tesla im Gesamtjahr 2025 bereits das zweite Jahr in Folge einen Rückgang der Auslieferungen – ein klarer Bruch mit der früheren Wachstumsstory. Im Schlussquartal lieferte der Konzern 418.227 Fahrzeuge aus und verfehlte damit die Erwartungen der Wall Street.

Am Markt spiegelt sich der Druck bislang nur begrenzt wider: Gestern schloss die Aktie bei 448,96 US-Dollar, was einem Plus von gut 11 % auf 30-Tage-Sicht entspricht und rund 35 % über dem 200-Tage-Durchschnitt liegt. Der RSI von knapp 74 signalisiert allerdings einen überkauften Bereich.

Europa zeigt strukturelle Schwächen

Besonders deutlich werden die Probleme in Europa. In der EU brachen die Verkäufe im November 2025 im Jahresvergleich um 34,2 % ein.

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Die Folge: Der Marktanteil von Tesla in der EU schrumpfte von 2,1 % auf 1,4 %. Brisant ist, dass der europäische Elektroauto-Markt insgesamt weiter Aktivität zeigt – die Schwäche wirkt damit spezifisch für Tesla und nicht wie ein allgemeiner Brancheneinbruch. Das deutet auf Wettbewerbsdruck und möglicherweise unzureichende Nachfrage nach den aktuellen Modellen hin.

Margen unter Beschuss

Hinter den schwächeren Stückzahlen verschärft sich der Druck auf die Profitabilität. Mehrere Faktoren wirken gleichzeitig belastend:

  • Sinkende Bruttomargen: Deutliche Preissenkungen sollten die Nachfrage ankurbeln, haben dies aber nur begrenzt geschafft. Gleichzeitig drücken sie die Bruttomargen.
  • Rückgang bei Regulierungsgutschriften: Die hochmargigen Verkäufe von Emissions- und Regulierungsgutschriften brachen im jüngsten Quartal um 44 % gegenüber dem Vorjahr ein. Diese Erlöse hatten früher einen wichtigen Beitrag zu den Margen geleistet.
  • Steigende Kosten: Die operativen Aufwendungen zogen im Jahresvergleich um 50 % an, da Tesla in zukünftige Projekte investiert.

Analysten rechnen daher für das vierte Quartal 2025 sowohl mit Umsatz- als auch mit Gewinnrückgängen. Der Nettogewinn je Aktie soll von 0,66 US-Dollar im Vorjahr auf 0,35 US-Dollar fallen – ein deutlicher Rückgang der Ertragskraft.

Bewertung hoch, Analysten gespalten

Die Diskrepanz zwischen operativer Entwicklung und Börsenbewertung sorgt für ein geteiltes Bild an der Wall Street.

Auf der einen Seite stehen Analysten, die den kurzfristig schwachen Fundamentaldaten großes Gewicht beimessen. Sie verweisen auf die rückläufige Performance und sehen die aktuelle Bewertung als nicht gerechtfertigt an. Die Aktie wird derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 200 gehandelt. Wells Fargo bleibt vor diesem Hintergrund bei einer Untergewichtungs-Einstufung.

Auf der anderen Seite steht ein optimistisches Lager, das über das Autogeschäft hinausblickt. Diese Beobachter fokussieren sich auf die langfristigen Chancen in Bereichen wie künstliche Intelligenz, Robotik und einer möglichen Robotaxi-Flotte. Die Erwartung eines späteren Technologiesprungs stützt aus dieser Sicht die hohe Bewertung, obwohl das Kerngeschäft mit Fahrzeugen klar unter Druck steht.

Fazit: Spannungsfeld zwischen Gegenwart und Zukunft

Operativ sieht sich Tesla Ende 2025 mit rückläufigen Auslieferungen, sinkenden Margen und steigenden Kosten konfrontiert, besonders sichtbar in Europa und in der Ergebnisprognose für das vierte Quartal. Gleichzeitig hält die Vision eines breiter aufgestellten Technologie- und KI-Konzerns die Bewertung auf einem außergewöhnlich hohen Niveau. Entscheidend für die weitere Entwicklung wird sein, ob das Unternehmen in den kommenden Quartalen konkrete Fortschritte vorlegen kann, die den Übergang von der belasteten Auto-Sparte hin zu profitablen neuen Geschäftsfeldern untermauern.

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