Tencent steht vor einer zweifachen Herausforderung auf dem heimischen Markt. Während Chinas Marktregulierungsbehörde gegen aggressive Werbetaktiken vorgeht, versucht der Konzern mit einer Milliardeninvestition den massiven Rückstand im Bereich der Künstlichen Intelligenz aufzuholen. Kann das Unternehmen die Dominanz der Konkurrenz noch brechen?

Die wichtigsten Eckpunkte zur aktuellen Lage:
* Regulatorischer Druck: Einbestellung durch die SAMR wegen „ruinösen Wettbewerbs“.
* Neue Regeln: Verschärfte Kartellrichtlinien für Algorithmen und Preisgestaltung seit gestern in Kraft.
* KI-Rückstand: Nur 18,3 Millionen tägliche Nutzer bei der eigenen App „Yuanbao“.
* Milliarden-Offensive: 145 Millionen US-Dollar Budget für Nutzerakquise während der Feiertage.

Kartellwächter verschärfen den Ton

Am Freitag bestellte die staatliche Marktregulierungsbehörde (SAMR) Vertreter von Tencent und weiteren Technologieplattformen ein. Der Vorwurf: Aggressive Werbemethoden und ein Wettbewerb, der Margen vernichtet, ohne Innovationen zu fördern. Seit gestern gelten zudem neue Richtlinien, die algorithmische Absprachen und Preisdumping unter Kosten strikt untersagen. Tencent wurde explizit angewiesen, die interne Compliance zu stärken und mehr Verantwortung für seine Kampagnen zu übernehmen.

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Teure Aufholjagd im KI-Sektor

Operativ gerät Tencent vor allem bei der Künstlichen Intelligenz ins Hintertreffen. Aktuelle Daten zeigen eine deutliche Lücke zur Konkurrenz: Während ByteDances „Doubao“ auf 78,7 Millionen und Alibabas „Qwen“ auf 73,5 Millionen tägliche Nutzer kommen, erreicht Tencents „Yuanbao“ lediglich 18,3 Millionen User.

Um diesen Abstand zu verkürzen, greift der Konzern zu ungewöhnlichen Mitteln. Eine Werbekampagne im Volumen von einer Milliarde Yuan (rund 145 Millionen US-Dollar) soll während der anstehenden Neujahrsfeiertage durch Anreize neue Nutzer gewinnen. Marktbeobachter werten diese Abkehr von der bisherigen Zurückhaltung bei kostspieligen Subventionen als Zeichen für die Dringlichkeit der strategischen Neuausrichtung.

Expansion im Finanzsektor

Trotz des Drucks im Kerngeschäft treibt Tencent die internationale Expansion voran. Durch eine neue Partnerschaft mit der DBS Bank können Kunden nun Echtzeit-Überweisungen direkt in das Weixin Pay Wallet tätigen. Es ist die erste direkte Anbindung einer regionalen Bank an das Ökosystem von Tencent für den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr, was die Stellung der Plattform TenPay Global festigen dürfte.

Der Erfolg der kommenden Wochen hängt nun maßgeblich davon ab, ob die teure Nutzerakquise während der Feiertage die gewünschte Dynamik im KI-Bereich entfacht. Parallel muss der Konzern die neuen Kartellvorgaben umsetzen, ohne die eigene Schlagkraft im Werbegeschäft zu verlieren. Die nächste Bewährungsprobe für die Strategie ist das Nutzerwachstum zum Ende des ersten Quartals.

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