TeamViewer Aktie: Zwischenbilanz
TeamViewer meldet ein solides, aber eher unteres Ende seiner eigenen Ziele – und gleichzeitig zieht ein prominenter Anteilseigner die Bremse. Das Trading Update für 2025 zeigt stabile Margen und mehr Schwung im Enterprise-Geschäft, während Goldman Sachs seinen Stimmrechtsanteil klar reduziert. Wie passt das zusammen?
Goldman Sachs reduziert Beteiligung
Am 16. Januar 2026 meldete Goldman Sachs eine deutliche Verringerung der Beteiligung an TeamViewer. Der Stimmrechtsanteil sank von 5,11 Prozent auf 4,31 Prozent und damit unter eine relevante Meldeschwelle.
Konkret ergibt sich folgendes Bild:
- Gesamtanteil: 4,31 % der Stimmrechte (zuvor 5,11 %)
- Direkte und indirekte Stimmrechte: 0,66 % (zuvor 1,45 %)
- Stimmrechte über Finanzinstrumente: 3,65 %
- Datum der Schwellenunterschreitung: 13. Januar 2026
Die Beteiligung verteilt sich auf mehrere Gesellschaften der Gruppe, darunter Goldman Sachs Asset Management, Goldman Sachs Bank Europe SE und Goldman Sachs International. Ein solcher Schritt muss nicht zwangsläufig eine fundamentale Neubewertung des Unternehmens bedeuten, signalisiert dem Markt aber, dass ein größerer institutioneller Investor Engagement abbaut.
Trading Update 2025: Ziele nur knapp erfüllt
Am 9. Januar 2026 legte TeamViewer ein Trading Update für das Geschäftsjahr 2025 vor. Die Zahlen fallen insgesamt solide aus, liegen aber jeweils am unteren Rand der Prognosespanne.
Wesentliche Kennziffern 2025:
- Pro-forma-Umsatz: ca. 767 Mio. Euro, währungsbereinigt rund +5 %
- IFRS-Umsatz: ca. 747 Mio. Euro
- Annual Recurring Revenue (ARR): ca. 760 Mio. Euro, währungsbereinigt rund +2 %
- Adjusted EBITDA-Marge: etwa 44 %, unverändert zum Vorjahr
Damit hat das Unternehmen seine eigenen Ziele zwar erreicht, aber keinen zusätzlichen Spielraum nach oben gezeigt. Die Börse reagierte zunächst positiv: Am Tag der Veröffentlichung legte die Aktie um mehr als 5 % zu – vor allem, weil Margenstabilität und planmäßiges Erreichen der Vorgaben in einem schwieriger gewordenen Software-Umfeld als Bestätigung der Strategie gewertet wurden.
Enterprise-Bereich bringt Schwung
Besonders im vierten Quartal zeigte sich eine klar höhere Dynamik als in den vorangegangenen Monaten. Das spiegelt sich direkt im wiederkehrenden Umsatz wider.
Zentrale Punkte aus Q4:
- Inkrementeller ARR-Zuwachs: rund 11 Mio. Euro in Q4
- Im Vergleich: nur rund 7 Mio. Euro zusätzlicher ARR in den Quartalen Q1–Q3 zusammen
- Deutliche Beschleunigung zum Jahresende
Im Fokus steht das Enterprise-Segment. Hier gelang es, das Profil spürbar zu schärfen:
- Die 2024 übernommene Tochter 1E verzeichnete erstmals sequenzielles ARR-Wachstum, nachdem es zuvor eher holprig lief.
- Zwei strategische Großaufträge mit einem Gesamtvolumen von etwa 10 Mio. Euro (davon rund 3 Mio. Euro ARR) untermauern die stärkere Position im Großkundengeschäft.
Damit kommt das Wachstum im für die Story wichtigen Enterprise-Bereich besser in Fahrt, auch wenn der Gesamtzuwachs beim ARR im Jahresvergleich moderat bleibt.
Kursbild: Tiefer Rückschlag, vorsichtige Stabilisierung
Kursseitig wirkt die Vergangenheit noch nach. Die Aktie notiert heute bei 5,68 Euro und liegt damit rund 58 % unter dem 52-Wochen-Hoch von 13,42 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Rückgang von gut 46 % zu Buche – ein klarer Hinweis darauf, dass der Markt in den vergangenen Quartalen massiv Erwartungen herausgenommen hat.
Einige technische Eckdaten:
- Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt: rund -32 %
- RSI (14 Tage): 27,6 – der Wert liegt im überverkauften Bereich
- 52-Wochen-Tief: 5,42 Euro, aktueller Kurs nur knapp darüber
Kurzfristig zeigt sich eine leichte Stabilisierung knapp über dem Jahrestief. Damit bleibt der Titel zwar angeschlagen, aber erste Käufer scheinen auf diesem reduzierten Niveau wieder einzusteigen.
Nächste Termine als Taktgeber
Die kommenden Wochen dürften entscheidend dafür sein, ob die positive Tendenz aus Q4 im operativen Geschäft trägt und ob der Markt den Abschlag auf den Kurs weiter für gerechtfertigt hält. Wichtige Datenpunkte stehen bereits fest:
-
- Februar 2026: Veröffentlichung der vollständigen Q4- und Jahreszahlen 2025
-
- März 2026: Jahresbericht 2025
-
- Juni 2026: Hauptversammlung
Dabei werden vor allem zwei Punkte im Fokus stehen: Hält das Tempo im Enterprise-Segment an – inklusive weiterer Großaufträge – und kann das Management bei Umsatzwachstum und Marge mehr liefern als nur das untere Ende der eigenen Zielkorridore. Davon hängt ab, ob sich der deutliche Abstand zu den Vorjahreshochs perspektivisch verringern kann.
TeamViewer-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue TeamViewer-Analyse vom 19. Januar liefert die Antwort:
Die neusten TeamViewer-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für TeamViewer-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 19. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
TeamViewer: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








