Synopsys Aktie: Fokus schärfer
Synopsys stellt sein Geschäftsprofil weiter um – und trennt sich vom Prozessor-Geschäft. Nach der Übernahme von Ansys geht der Chip-Design-Spezialist damit den nächsten Schritt in Richtung klarerer Rollenverteilung in der Halbleiterbranche. Im Zentrum steht künftig stärker das Geschäft mit Schnittstellen-IP, Basisbibliotheken und KI-getriebenen Lösungen – nicht mehr der direkte Wettbewerb im Prozessorkern-Markt.
Verkauf des Prozessor-IP-Geschäfts
Am 14. Januar 2026 hat Synopsys eine endgültige Vereinbarung zum Verkauf seiner Sparte „Processor IP Solutions“ an GlobalFoundries bekanntgegeben. Kern der Transaktion ist die Abgabe des kompletten ARC-Prozessorportfolios.
Zum Paket gehören:
- ARC‑V (RISC‑V) und ARC‑CPU‑IP
- DSP‑IP (Digitale Signalprozessoren)
- NPU‑IP (Neural Network Processing Units)
- die zugehörigen ARC MetaWare Development Toolkits
- sowie die Tools ASIP Designer und ASIP Programmer zur automatisierten Entwicklung anwendungsspezifischer Prozessoren
Finanzielle Details wurden nicht veröffentlicht. Synopsys betont jedoch, dass der Deal für die Gesamtentwicklung des Konzerns „nicht wesentlich“ sei. Der Abschluss wird in der zweiten Jahreshälfte 2026 erwartet, vorbehaltlich der üblichen Genehmigungen durch die Behörden.
Beide Unternehmen stellen einen reibungslosen Übergang für bestehende Processor-IP-Kunden in Aussicht. GlobalFoundries will das übernommene IP-Angebot mit seiner Tochter MIPS verzahnen, um ein breiteres Portfolio für Anwendungen wie Robotik und Wearables aufzubauen.
Strategische Neuausrichtung nach Ansys-Übernahme
Mit dem Verkauf sendet Synopsys ein klares Signal zur eigenen Rollenfindung im Ökosystem der Halbleiterindustrie. Durch den Ausstieg aus dem Markt für Prozessorkerne will das Unternehmen mögliche Interessenkonflikte vermeiden und sich als neutraler Technologiepartner positionieren, der Werkzeuge und IP für sämtliche Prozessor-Architekturen bereitstellt.
Der Fokus soll künftig stärker auf Bereichen liegen, in denen Synopsys bereits führend ist:
- Hochgeschwindigkeits-Interface-IP (etwa für moderne Daten- und Speicherverbindungen)
- Foundation-IP wie Standardzellen- und Speicherbibliotheken
- Lösungen für komplexe Multi-Die- und Chiplet-Designs, die für viele KI-Anwendungen entscheidend sind
Die Transaktion steht damit in direktem Zusammenhang mit der Übernahme von Ansys im Juli 2025. Diese hatte Synopsys deutlich über das klassische Chip-Design hinaus in Richtung Systemsimulation und ‑analyse erweitert. Unter dem Schlagwort „Silicon to Systems“ will der Konzern nun ein durchgängiges Angebot von der Halbleiter- bis zur Systemebene aufbauen.
Die Abgabe der Prozessor-Sparte passt in dieses Bild: Das Portfolio wird gestrafft, operative Komplexität reduziert, und Kapital sowie Managementaufmerksamkeit können in Segmente mit höherer Wachstumsperspektive in einer zunehmend KI-getriebenen Umgebung fließen.
Aktie und Ausblick
An der Börse blieb die unmittelbare Kursreaktion begrenzt, was zur Einordnung von Synopsys’ Hinweis passt, der Verkauf sei nicht ausschlaggebend für die kurzfristige Geschäftsentwicklung. Die Aktie schloss am Freitag bei 516,31 US‑Dollar und liegt damit deutlich über ihren gleitenden Durchschnitten der vergangenen Monate, was den positiven Trend der letzten Wochen unterstreicht.
Spannend wird, wie sich die neue Aufstellung in den Zahlen niederschlägt. Am 18. Februar 2026 legt Synopsys seine Ergebnisse für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor. Das Unternehmen hat einen Umsatzkorridor von 2,365 bis 2,415 Milliarden US‑Dollar und ein Non‑GAAP-Ergebnis je Aktie von 3,52 bis 3,58 US‑Dollar in Aussicht gestellt. Analysten erwarten im Schnitt rund 3,57 US‑Dollar pro Aktie bei Erlösen von 2,39 Milliarden US‑Dollar – ein deutliches Plus im Jahresvergleich.
Der Verkauf der Processor-IP-Sparte dürfte diese kurzfristigen Kennzahlen kaum beeinflussen, unterstützt aber die längerfristige Story: Synopsys positioniert sich als zentrale Plattform für Design, Simulation und IP in einer Branche, in der Systemkomplexität und KI-Einsatz immer stärker zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor werden.
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