S&P 500: Iran-Schatten über Wall Street
Der Iran-Konflikt lässt Anleger nicht zur Ruhe kommen. Nach einer kurzen Erholungspause am Mittwoch schickte die anhaltende Unsicherheit rund um Trumps Ultimatum die US-Börsen gestern erneut auf Talfahrt — und diesmal traf es besonders den Technologiesektor hart.
Der S&P 500 verlor 1,74 Prozent und fiel auf 6.477 Punkte, den tiefsten Stand seit September 2025. Der Nasdaq 100 brach noch deutlicher um 2,38 Prozent ein. Der Dow Jones gab rund ein Prozent nach.
Halbleiter im freien Fall
Den härtesten Schlag kassierten Halbleiterwerte. Lam Research rutschte um 9,4 Prozent ab, Applied Materials und Seagate Technology verloren jeweils rund 8,3 Prozent. Ausgerechnet in dieser Gemengelage veröffentlichte Alphabet Forschungsergebnisse zur effizienteren KI-Speichernutzung — ein Signal, das Investoren aufhorchen ließ, denn der KI-Infrastrukturboom hatte Chipwerte zuletzt stark beflügelt.
Meta verlor ebenfalls rund 8 Prozent, nachdem bekannt wurde, dass der Konzern sein geplantes Rechenzentrum in Texas von ursprünglich 1,5 Milliarden auf mehr als 10 Milliarden Dollar aufstockt.
Diplomatisches Tauziehen ohne Ende
Trump verlängerte sein Ultimatum an Teheran erneut — nun läuft die Frist am 6. April ab. Gleichzeitig drohte er unverhohlen mit militärischen Konsequenzen, sollte Iran die Straße von Hormus nicht bedingungslos öffnen. Teheran lehnte den 15-Punkte-Friedensplan der USA als einseitig ab und bestand auf einem Ende aller Kampfhandlungen als Vorbedingung.
Der Ölpreis bleibt dabei das zentrale Nervensystem dieser Krise: Brent-Rohöl notiert weiterhin über 107 Dollar je Barrel. Die OECD warnte bereits, dass die hohen Energiepreise die Inflation der G20-Länder in diesem Jahr auf durchschnittlich 4 Prozent treiben könnten — deutlich mehr als die im Dezember 2025 prognostizierten 2,8 Prozent.
Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners brachte es auf den Punkt: Je länger der Friedensprozess stockt, desto größer der Schaden für die Weltwirtschaft.
Citis Kursziel — vorerst noch intakt
Inmitten der Turbulenzen hält die Citigroup an ihrem S&P-500-Jahresziel von 7.700 Punkten fest. Die Basis: 320 Dollar S&P-500-Gewinn je Aktie für 2026, was angesichts eines Bottom-up-Konsenses von 321,30 Dollar inzwischen eher konservativ klingt. Citi-Strategen betonen zwar das stabile Gewinnbild — allen voran im IT-Sektor, dessen 2026er Schätzungen seit Jahresbeginn um über 11 Prozent gestiegen sind. Doch der Iran-Konflikt steht inzwischen ganz oben auf der Risikoliste, dicht gefolgt von KI-Disruption, privaten Kreditsorgen und Zollunsicherheiten.
Zumal sich das Marktbild gedreht hat: Die großen Megacap-Werte liegen seit Jahresbeginn rund 10 Prozent im Minus, während der Rest des Index leicht zulegen konnte — eine auffällige Umkehr gegenüber 2025.
Solange das Hormus-Dilemma ungelöst bleibt, dürfte die Luft für eine nachhaltige Erholung dünn bleiben.
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