Solana: Gegenläufige Signale
Solana startet in die dritte Januarwoche mit einem widersprüchlichen Bild: Auf der einen Seite boomt die Netzwerkaktivität und das Volumen tokenisierter Realwerte, auf der anderen Seite fließt massiv Stablecoin-Kapital ab. Die zentrale Frage: Überwiegt aktuell die Stärke im Ökosystem oder das Misstrauen der Kapitalgeber?
Kursbild und Marktumfeld
SOL notiert aktuell bei rund 133,89 US‑Dollar und liegt damit nur leicht über dem 52‑Wochentief, zugleich aber deutlich unter dem Hoch der vergangenen zwölf Monate. Die jüngste Schwäche reiht sich in ein insgesamt nervöses Kryptomarkt-Umfeld ein, das von geopolitischen Spannungen und Zollthemen belastet wird.
Das zeigt sich auch im Markt für Krypto-Investmentprodukte: Am Freitag kam es laut CoinShares zu Abflüssen von 378 Millionen US‑Dollar aus digitalen Anlageprodukten. Dennoch bleibt das Interesse an Solana hoch, das tägliche Handelsvolumen bewegt sich weiter im Milliardenbereich.
On-Chain-Daten: Hohe Aktivität, gemischte Signale
Netzwerk nutzt Kapazitäten aus
Auf der Aktivitätsseite liefert Solana derzeit starke Zahlen. Laut Nansen stieg die Zahl der aktiven Adressen in der vergangenen Woche auf 27,1 Millionen – ein Plus von 56 % gegenüber der Vorwoche. Auch die Zahl der Transaktionen legte zu und erreichte 515 Millionen in sieben Tagen. Solche Werte gelten oft als Vorläufer für eine spätere Erholung im Kurs, weil sie auf anhaltende Nutzung und Nachfrage nach Blockspace hinweisen.
Der DeFi-Sektor auf Solana zeigt sich ebenfalls robust. Die in DeFi-Protokollen hinterlegte Summe (Total Value Locked, TVL) wuchs in den vergangenen 30 Tagen von 8,8 auf 9,2 Milliarden US‑Dollar. Trotz des schwierigen Marktumfelds bleibt damit signifikant Kapital im Solana-DeFi-Ökosystem gebunden.
Stablecoin-Abflüsse als Warnsignal
Auf der anderen Seite steht ein klar negatives Signal bei den Stablecoins. Bis zum 14. Januar sank der Bestand an Stablecoins auf Solana binnen 30 Tagen um rund 2,7 Milliarden US‑Dollar – ein Rückgang von etwa 17 %. Ein Großteil dieses Abflusses entfiel dabei auf die jüngste Woche.
Besonders brisant: Die gesamte Stablecoin-Menge über alle Blockchains hinweg blieb im selben Zeitraum weitgehend stabil. Das deutet darauf hin, dass Kapital nicht allgemein den Kryptomarkt verlässt, sondern gezielt von Solana abgezogen wird. Marktbeobachter verknüpfen dies unter anderem mit der laufenden Sammelklage gegen die Solana Foundation und Solana Labs, die offenbar für Verunsicherung sorgt.
Meilenstein bei Real-World-Assets und Institutionen
Trotz der Stablecoin-Abflüsse meldet Solana Fortschritte bei tokenisierten Realwerten (Real-World Assets, RWA). Das auf der Blockchain abgebildete RWA-Volumen überschritt die Marke von 1 Milliarde US‑Dollar. Damit gehört Solana – ohne Stablecoins – zu den drei größten Plattformen für RWA-Tokenisierung. Die Zahl der RWA-Halter stieg in den vergangenen 30 Tagen um 18 % auf über 126.000 Wallets.
Auf strategischer Ebene setzt das Team um Mitgründer Anatoly Yakovenko weiter auf schnelle technologische Weiterentwicklung. Yakovenko betont, dass Blockchains sich permanent anpassen müssen, um nicht an Bedeutung zu verlieren – ein Ansatz, der deutlich dynamischer wirkt als Vitalik Buterins Fokus auf langfristige Stabilität bei Ethereum.
ETF-Ströme und institutionelles Interesse
Auch institutionell tut sich einiges. Digitale Anlageprodukte verzeichneten in der vergangenen Woche Nettomittelzuflüsse von 2,17 Milliarden US‑Dollar – der höchste Wochenwert seit Oktober 2025. Produkte mit Solana-Fokus konnten 45,5 Millionen US‑Dollar an neuen Mitteln einsammeln und damit ihre Serie positiver Wochen fortsetzen, bevor die Marktschwäche am Freitag einsetzte.
Ein wichtiger Schritt kam von Morgan Stanley: Die Großbank reichte am 6. Januar 2026 einen Antrag bei der US-Börsenaufsicht SEC für einen Solana Trust ein. Es wäre das erste großbankgeführte Retail-Produkt für SOL neben Bitcoin und unterstreicht, dass große Adressen Solana trotz der Kursschwankungen weiter auf dem Radar behalten.
Technische Lage: Unterstützung und Widerstände
Technisch betrachtet hat sich SOL zuletzt etwas stabilisiert. Der Kurs liegt knapp über dem 50‑Tage‑Durchschnitt von 132,41 US‑Dollar, während der 100‑Tage‑Durchschnitt mit 148,88 US‑Dollar als nächster relevanter Widerstand fungiert. Der Relative-Stärke-Index (RSI) von 40,2 signalisiert eine eher verhaltene, aber noch nicht überverkaufte Marktlage.
Wichtige Bereiche im Chart sind:
- Unterstützung: Zone um 125–135 US‑Dollar, verstärkt durch gleitende Durchschnitte im Bereich um 132 US‑Dollar
- Widerstände: Bereich um 145–150 US‑Dollar sowie der 100‑Tage‑Durchschnitt um knapp 149 US‑Dollar
Solange der Kurs in dieser Spanne pendelt, bleibt das Bild kurzfristig neutral bis leicht angeschlagen.
Ökosystem und Ausblick 2026
Ein zentrales Thema für 2026 ist das geplante Alpenglow-Upgrade. Diese Änderung im Konsensmechanismus soll die Transaktionsfinalität von aktuell 12–13 Sekunden auf etwa 100–150 Millisekunden verkürzen. Gelingt dies wie geplant, würde Solana in puncto Geschwindigkeit deutlich näher an traditionelle Web2-Infrastrukturen heranrücken – ein Argument vor allem für institutionelle Finanzanwendungen, bei denen Latenz ein kritischer Faktor ist.
Parallel baut Solana seine institutionelle Infrastruktur aus. Am 20. Januar 2026 kündigte die Solana Foundation eine erweiterte Partnerschaft mit Fireblocks an. Ziel ist der Aufbau von Treasury-Lösungen für Institutionen, inklusive nativer Programmaufrufe, gebührenfreier Transaktionen und umfassender Tokenisierungsfunktionen. Das knüpft an das Blockchain Payments Consortium vom November 2025 an, in dem Fireblocks, Solana und weitere große Netzwerke an Standards für kettenübergreifende Stablecoin-Zahlungen arbeiten.
Regulatorisch könnte der Digital Asset Market Clarity Act, der derzeit im Senat beraten wird, für zusätzlichen Rückenwind sorgen. Das Gesetzesvorhaben zielt auf mehr Rechtssicherheit im Umgang mit digitalen Vermögenswerten ab – ein Faktor, der die Genehmigung von Solana-ETFs und die Akzeptanz bei institutionellen Investoren erleichtern könnte.
Fazit: Belastende Abflüsse, starke Fundamentaldaten
Solana steht im Januar 2026 zwischen klar positiven Fundamentaldaten und spürbar negativem Kapitalfluss:
- Netzwerkaktivität, DeFi-TVL und RWA-Volumen steigen deutlich.
- Institutionelle Produkte sehen Zuflüsse, neue Strukturen wie der Morgan-Stanley-Trust und die Fireblocks-Partnerschaft untermauern das Interesse großer Anleger.
- Gleichzeitig signalisiert der 17‑prozentige Rückgang der Stablecoin-Bestände eine Phase des Misstrauens, die auch mit juristischen Risiken zusammenhängt.
Für eine nachhaltige Aufwärtsbewegung im SOL‑Kurs wird es entscheidend sein, dass die Stablecoin-Bestände sich stabilisieren und wieder wachsen, während das Alpenglow-Upgrade sowie mögliche regulatorische Klarheit durch den Clarity Act umgesetzt werden. Genau diese Kombination aus technologischem Fortschritt und rechtlichem Rahmen dürfte in den kommenden Monaten darüber entscheiden, ob Solana seine aktuelle Aktivität in dauerhaftes Wertwachstum übersetzen kann.
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