Solana steht an einem spannenden Punkt: Auf der einen Seite treiben große Finanzinstitute die Nutzung der Blockchain für realwirtschaftliche Anwendungen voran. Auf der anderen Seite belasten ein laufender Sammelklageprozess und ein nervöses Marktumfeld den Kurs. Im Kern geht es darum, ob die wachsende Rolle Solanas im traditionellen Finanzsystem stärker wiegt als die kurzfristigen rechtlichen und technischen Risiken.

Technische Lage und Marktumfeld

Der Solana-Token liegt aktuell mit rund 11 % Wochenverlust deutlich unter dem Niveau der Vorwoche und entfernt sich damit weiter von seinem 52‑Wochen-Hoch, von dem er inzwischen fast 46 % entfernt ist. Gleichzeitig notiert SOL nur knapp über dem Jahrestief – die Erholung seit Jahresbeginn fällt mit einem Plus von gut 0,3 % äußerst verhalten aus.

Charttechnisch mehren sich die Warnsignale. Auf dem 3‑Stunden-Chart ist ein „Death Cross“ aufgetaucht: Der 50‑Tage-Durchschnitt hat den 200‑Tage-Durchschnitt von oben nach unten gekreuzt – ein Muster, das viele Trader als bärisch interpretieren. Der Kurs hat die vorherige Seitwärtszone zwischen 116 und 161 US‑Dollar nach unten verlassen und testet nun die unteren Bereiche.

Zusätzlichen Druck bringt die On-Chain-Seite: Ein großer Marktteilnehmer („Whale“) hat jüngst 98.000 SOL im Gegenwert von rund 12 Millionen US‑Dollar abgestakt. Solche Bewegungen erhöhen das frei verfügbare Angebot und können die Stimmung verschlechtern. Marktbeobachter sehen die Zone um 116 US‑Dollar als entscheidende Unterstützung, während auf der Oberseite zunächst der Bereich um 132 US‑Dollar als unmittelbarer Widerstand gilt.

Das Ganze trifft auf ein insgesamt angeschlagenes Sentiment: Bitcoin tritt knapp unterhalb der Marke von 90.000 US‑Dollar auf der Stelle, die Risikoaversion an den Märkten nimmt zu – und Solana schneidet im Wochenverlauf etwas schwächer ab als der Gesamtmarkt.

MEV-Klage als Belastungsfaktor

Fundamental steht vor allem eine juristische Baustelle im Fokus. Eine Sammelklage gegen die Solana Foundation und das Ökosystem-Projekt Pump.fun wurde im Dezember ausgeweitet. Der Kernvorwurf: Das Netzwerk ermögliche unfaire Praktiken rund um Maximal Extractable Value (MEV).

Die Kläger argumentieren, dass bestimmte Insider und Market Maker bei der Ausführung von Transaktionen Vorteile gegenüber Privatanlegern haben sollen. Diese Kritik trifft einen sensiblen Punkt, weil Pump.fun im vergangenen Jahr zu den wichtigsten Treibern von Gebühreneinnahmen und Aktivität auf Solana gehörte.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Solana?

Die Sorge am Markt: Zieht sich das Verfahren in die Länge, könnte es Änderungen an der Gebührenstruktur erzwingen oder Nutzer von hochfrequenten Handelsanwendungen auf der Chain abschrecken. Nimmt die Aktivität auf Plattformen wie Pump.fun aus regulatorischer Furcht deutlich ab, würden die Netzwerkumsätze sinken – und damit jene Bewertungsmodelle unter Druck geraten, die derzeit eine Marktkapitalisierung von rund 72 Milliarden US‑Dollar rechtfertigen.

Institutionelle Tokenisierung nimmt Fahrt auf

Parallel dazu wächst die reale Nutzung der Blockchain spürbar. Trotz Rechtsstreit und schwacher Kursdynamik treibt insbesondere die Tokenisierung traditioneller Vermögenswerte die Adoptionsstory voran.

Ondo Global Markets bringt mehr als 200 tokenisierte US‑Aktien und ETFs auf Solana. Darunter befinden sich bekannte Titel wie Nvidia und Microsoft, die künftig rund um die Uhr handelbar werden. Das stützt die These, dass Solana sich von einer rein krypto-nativen Plattform hin zu einer allgemeinen Abwicklungsinfrastruktur für Wertpapiere entwickelt.

Auch aus Asien kommt Rückenwind. Südkoreas Hanwha Asset Management arbeitet Medienberichten zufolge mit der Solana Foundation an börsengehandelten Produkten (ETPs) auf Solana-Basis. Zuvor hatte bereits JPMorgan ein wichtiges Signal gesetzt: Die Bank nutzte das Netzwerk für eine Emission von Commercial Paper und bescheinigte Solana damit faktisch die Tauglichkeit für hochvolumige Instrumente aus der traditionellen Finanzwelt.

Diese Schritte zeigen, dass große Häuser Solana trotz der aktuellen Kurs- und Rechtsrisiken als technologische Basis ernst nehmen.

Netzwerk-Upgrade und Regulierungsausblick

Auf der Entwicklungsseite bleibt das Ökosystem aktiv. Validatoren bereiten derzeit das Agave‑v3.1‑Upgrade vor. Ziel des Updates ist es, die Neustartzeiten von Nodes auf wenige Minuten zu verkürzen und den Festplattenzugriff (Disk I/O) um etwa 93 % zu senken. Damit adressiert Solana frühere Kritikpunkte wie Netzwerkaussetzer und hohe Hardwareanforderungen – beides Faktoren, die für institutionelle Nutzer besonders relevant sind.

Makroseitig blicken Marktteilnehmer auf Washington. Am 27. Januar wollen SEC und CFTC in einer gemeinsamen öffentlichen Sitzung über eine abgestimmte Aufsicht digitaler Assets im Rahmen der neuen „crypto capital“-Agenda beraten. Langfristig könnte das für mehr regulatorische Klarheit sorgen. Kurzfristig dominieren jedoch andere Themen: Diskussionen über neue Handelspolitiken und Gerüchte über mögliche US‑territoriale Expansionen schüren Unsicherheit – Risikoanlagen wie Aktien und Kryptowährungen geraten dadurch weltweit unter Druck.

Am Ende stehen damit zwei klar erkennbare Stränge nebeneinander: Die langfristige Erzählung von Solana als Infrastruktur für tokenisierte Assets gewinnt durch konkrete Projekte mit Ondo, Hanwha und JPMorgan an Substanz, während kurzfristig die MEV‑Klage, technische Warnsignale und ein schwächeres Marktumfeld die Belastung für den Kurs erhöhen. Wie stark sich der rechtliche und regulatorische Gegenwind im Verhältnis zu den institutionellen Integrationen auswirkt, wird sich besonders an der Stabilität der Nutzeraktivität und den Einnahmen aus dem Netzwerk in den kommenden Wochen und Monaten ablesen lassen.

Solana: Kaufen oder verkaufen?! Neue Solana-Analyse vom 24. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Solana-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Solana-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Solana: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...