SoftBank gerät zwischen zwei Kräfte: Auf der einen Seite drückt der Kurssturz bei Intel auf den Portfolio­wert, auf der anderen sorgt die Beteiligung an OpenAI für deutliche stille Reserven. Hinzu kommt der operative Schwenk in Richtung eigener KI-Infrastruktur.

Am US-Markt gaben die SoftBank-ADRs gestern um 4,5 % auf 13,11 US‑Dollar nach. In Tokio fiel die Aktie zuvor moderater um 1,18 % auf 4.274 Yen.

Intel-Dämpfer und OpenAI-Effekt

Auslöser des jüngsten Verkaufsdrucks ist der starke Rückgang der Intel-Aktie. Nach einem schwachen Ausblick auf das erste Quartal 2026 und Problemen bei den Fertigungserträgen brach Intel gestern um 17 % ein.

SoftBank hatte zuletzt rund 2 Milliarden US‑Dollar in den US-Chipkonzern investiert. Der zweistellige Kursrückgang schlägt damit direkt auf den Net Asset Value (NAV) von SoftBank durch.

Gleichzeitig steht die Beteiligung an OpenAI deutlich im Plus. Laut einer Analyse von BTIG hat SoftBank Vorzugsrechte auf OpenAI-Anteile zu einer Bewertung von 300 Milliarden US‑Dollar gesichert. Auf Basis einer aktuellen Schätzung von rund 500 Milliarden US‑Dollar veranschlagt BTIG den Fair Value des Pakets auf 54,9 Milliarden US‑Dollar.

  • Geschätzter Fair Value OpenAI-Anteil: 54,9 Mrd. US‑Dollar
  • Unrealisierter Gewinn ggü. Kostenbasis: ca. 15 Mrd. US‑Dollar
  • Potenzieller NAV-Effekt laut BTIG: über 4,4 Mrd. US‑Dollar

BTIG stufte die Aktie mit „Buy“ ein und nannte ein Kursziel von 5.400 Yen.

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Infrinia: SoftBank baut eigene KI-Infrastruktur

Parallel zu den Finanzbeteiligungen baut SoftBank das operative KI-Geschäft aus. Diese Woche startete offiziell das Infrinia AI Cloud OS, ein eigenes Betriebssystem für KI-Rechenzentren.

Die Plattform bietet unter anderem Kubernetes-as-a-Service und Inference-as-a-Service und ist auf den Betrieb großer Sprachmodelle (LLMs) per API ausgelegt. Damit will SoftBank nicht nur von Chip-Beteiligungen wie Arm und den Verbindungen zu Nvidia profitieren, sondern auch von der Infrastruktur, die diese Hardware auslastet.

Der Launch steht im Zusammenhang mit der angekündigten Übernahme der DigitalBridge Group für 4 Milliarden US‑Dollar. Damit stärkt SoftBank die physische Infrastruktur, auf der Infrinia laufen soll.

Im Portfolio gab es zudem Bewegung bei der Beteiligung an Symbotic: Laut Pflichtmitteilungen hat SoftBank im dritten Quartal 3,5 Millionen Aktien des Robotikunternehmens für rund 186,2 Millionen US‑Dollar verkauft und den Insideranteil auf 0,60 % reduziert.

Vom Fonds zum „AI Industrialist“

SoftBank positioniert sich klar weg vom reinen Investmentvehikel der Vision-Fund-Ära hin zu einem industriell geprägten KI-Konzern. Die Spannbreite im Halbleiterportfolio ist dabei deutlich sichtbar: Arm profitiert weiter von der KI-Nachfrage und hohen Lizenzerlösen, während das Engagement in Intel die Risiken von Turnaround-Investments im Hardwarebereich zeigt.

Die Reaktion an der Börse – ein Minus von 4,5 % bei den US‑ADRs – signalisiert, dass Anleger kurzfristig die realisierten bzw. direkt sichtbaren Verluste aus dem Intel-Rückgang stärker gewichten als die Bewertungsgewinne bei OpenAI oder das langfristige Potenzial von Infrinia. Die Aktie notiert weiterhin mit deutlichem Abschlag auf den geschätzten NAV, ein Muster, das CEO Masayoshi Son mit dem Aufbau eigener operativer Aktivitäten verringern will.

Ausblick und Chartbild

Der nächste Fixpunkt ist der 12. Februar, wenn SoftBank die Quartalszahlen vorlegen soll. Entscheidend wird sein, ob und in welchem Umfang die OpenAI-Beteiligung in der Bilanz nach oben angepasst wird und inwiefern dies die Marktwertverluste aus börsennotierten Beteiligungen wie Intel kompensiert.

Charttechnisch testet der Kurs in Tokio aktuell den Unterstützungsbereich um 4.250 Yen. Die schwache ADR-Entwicklung deutet auf zusätzlichen Abgabedruck zur Börseneröffnung in Tokio am Montag hin. Das Analystenkonsens-Rating liegt bei „Moderate Buy“ und stützt sich vor allem auf die starke Position in Arm sowie auf das erhebliche Potenzial des nicht börsennotierten KI-Portfolios.

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