Silber: Zwischen Kriegsangst und Angebotsengpass
Silber beendete eine volatile Handelswoche mit Kursgewinnen, nachdem schwache US-Arbeitsmarktdaten die Stimmung drehten. Doch der Blick auf die Fundamentaldaten zeigt: Das strukturelle Thema ist nicht die Geopolitik, sondern ein massives Angebotsdefizit – das fünfte Jahr in Folge. Während der eskalierende US-israelische Militärkonflikt mit dem Iran kurzfristig für Turbulenzen sorgt, zeichnet sich unter der Oberfläche ein ganz anderes Bild ab.
Geopolitik drückt, Jobdaten stützen
Die Woche war ein Auf und Ab. Der US-israelische Konflikt mit dem Iran ließ zunächst den Dollar steigen und drückte Silber unter Druck. Die Rohölpreise kletterten, Inflationsängste wuchsen, und die Märkte verschoben ihre Erwartungen für die nächste Fed-Zinssenkung von Juli auf September oder Oktober. Das belastet zinssensitive Edelmetalle strukturell.
Dann kam Freitag. Ein überraschender Rückgang der Non-Farm-Payrolls um 92.000 Stellen und eine Arbeitslosigkeit von 4,4 Prozent lösten einen Sicherheitsflug aus. Die Opportunitätskosten für das Halten nicht verzinslicher Vermögenswerte sanken schlagartig. Silber erholte sich deutlich, obwohl der Preis auf Wochensicht weiterhin im Minus lag.
Das eigentliche Thema: 820 Millionen Unzen Defizit
Was kurzfristige Trader leicht übersehen: Metals Focus projiziert für 2026 ein Angebotsdefizit von 95 Millionen Unzen. Das kumulative Fünfjahresdefizit würde damit auf 820 Millionen Unzen steigen – das entspricht einer gesamten Jahresproduktion der Minen weltweit.
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Die industrielle Nachfrage treibt diese Entwicklung. Solarmodule absorbierten 2024 rund 197 Millionen Unzen Silber, fast ein Fünftel der weltweiten Nachfrage. Dieser Wert hat sich seit 2015 mehr als verdreifacht. Elektrofahrzeuge verbrauchen 67 bis 79 Prozent mehr Silber als Verbrenner – etwa 25 bis 50 Gramm pro Fahrzeug. Industrielle Anwendungen repräsentieren mittlerweile 59 Prozent des Gesamtverbrauchs, vor einem Jahrzehnt waren es noch rund 50 Prozent.
Gleichzeitig ist das physische Silberangebot in London knapp. Die Investmentnachfrage nach Barren und Münzen zieht an, die weltweiten ETP-Bestände liegen bei rund 1,31 Milliarden Unzen. Prognosen rechnen mit einem Anstieg der physischen Investitionen um rund 20 Prozent auf etwa 227 Millionen Unzen.
Allzeithoch und Konsolidierung
Ende Januar 2026 markierte Silber bei 120 US-Dollar je Feinunze ein neues Allzeithoch und übertraf damit die Spekulationsspitzen von 1980 und das Hoch von 2011. Aktuell handelt der Preis über der zuvor etablierten Konsolidierungszone zwischen 75 und 80 Dollar – der Irankrieg hat ihn wieder über dieses Band getrieben. Der März-2026-Futures-Kontrakt liegt mehr als 25 Prozent im Plus gegenüber dem Vorjahr.
Metals Focus erwartet für 2026 Silberpreise von durchschnittlich 60 US-Dollar je Unze. Das größte Abwärtsrisiko bleibt eine restriktivere Fed-Haltung oder Druck auf Gold durch das Abwickeln struktureller Treiber. Silber würde darauf noch volatiler reagieren als das gelbe Edelmetall – die industrielle Komponente macht das Metall anfälliger für makroökonomische Schwankungen. Die Kombination aus geopolitischer Unsicherheit, strukturellem Angebotsdefizit und wachsender industrieller Nachfrage aus erneuerbaren Energien bleibt der dominierende Preistreiber.
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