Die Sicherheitsprämie war nur von kurzer Dauer. Silber verliert am Dienstag über 11 Dollar je Unze – ein heftiger Rückschlag nach dem kriegsbedingten Höhenflug der Vortage. Der Grund: Die industrielle Nachfrageseite gerät unter Druck.

Vom Höhenflug zum Sturzflug

Am Montagmorgen noch bei 96,40 Dollar, sackt Silber innerhalb von 24 Stunden auf 82,46 Dollar ab. Ein Minus von knapp 15 Prozent. Der Montag allein brachte bereits einen Tagesverlust von 6,7 Prozent auf 87,58 Dollar.

Der Auslöser für den initialen Anstieg: Die massiven US-israelischen Angriffe auf den Iran samt Tötung von Ajatollah Chamenei schickten Anleger zunächst in sichere Häfen. Die faktische Schließung der Straße von Hormuz – durch die etwa 20 Prozent der weltweiten Öllieferungen fließen – ließ die Kriegsangst eskalieren.

Doch genau diese Ölkrise wird nun zum Problem für Silber.

Die fatale Doppelnatur

Anders als Gold trägt Silber zwei Gesichter: Zur Hälfte Sicherheitshafen, zur Hälfte Industriemetall. Einsatz in Solaranlagen, Elektrofahrzeugen, Elektronik. Kriegsängste stärken die eine Seite, Rezessionssorgen schwächen die andere.

Mit der Blockade der Straße von Hormuz drohen Energiepreisschocks und Produktionseinbrüche. Die Nachfrage nach Silber in Elektronik und Solarindustrie könnte einbrechen. Während Gold nahe Rekordhöhen verharrt, trifft Silber der "De-Risking"-Effekt: Händler verkaufen profitable Positionen, um Verluste an fallenden Aktienmärkten zu decken.

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Tarife und Inflation verschärfen die Lage

Die US-Handelspolitik liefert zusätzliche Unsicherheit. Heraeus Precious Metals verweist auf das jüngste Urteil des Obersten Gerichtshofs, das Trumps Handelszölle teilweise für unrechtmäßig erklärte.

Parallel stiegen die US-Erzeugerpreise im Januar stärker als erwartet – Unternehmen geben Tarifkosten weiter. Das erschwert der Federal Reserve Zinssenkungen. Die Märkte preisen dennoch zwei Schritte à 25 Basispunkte für 2026 ein.

Strukturdefizit bleibt intakt

Langfristig spricht die Angebotslage für Silber. Der Markt steuert auf das fünfte Defizitjahr in Folge zu. Kumuliert fehlen von 2021 bis 2026 rund 820 Millionen Unzen. Die Minenproduktion stagniert bei etwa 813 Millionen Unzen jährlich – Silber wird meist als Nebenprodukt von Basismetallen gefördert, der Preis hat kaum Einfluss.

Fresnillo senkte die Produktionsziele für 2026 auf 42 bis 46,5 Millionen Unzen, obwohl sich der Silberpreis verdoppelte. Neue Minen benötigen 7 bis 15 Jahre Vorlaufzeit. Allein die Photovoltaikindustrie verbraucht jährlich über 230 Millionen Unzen.

ETF-Anleger bleiben engagiert: In der vergangenen Woche flossen 18 Millionen Unzen in globale Silber-ETFs. Die Gesamtbestände liegen bei 834 Millionen Unzen.

Volatilität als neue Normalität

Heraeus Metals rechnet mit weiterem Korrekturpotenzial. Gold und Silber bräuchten Monate sowie deutliche Rückgänge, um die Euphorie des vorangegangenen Höhenflugs abzubauen. Silber dürfte dabei stärker schwanken als Gold – in beide Richtungen.

Entscheidend wird der Konfliktverlauf: Beruhigung könnte Risikoanlagen stabilisieren. Anhaltende Störungen an der Straße von Hormuz treiben Öl und Edelmetalle weiter. Am 15. März folgen US-Inflationsdaten, die Klarheit über den Fed-Kurs bringen könnten.

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