Silber: Achterbahnfahrt geht weiter
Der Silberpreis liefert in dieser Woche ein Lehrstück in Sachen Volatilität: Nach einem Spike über 96 US-Dollar je Unze zu Wochenbeginn folgte ein scharfer Rücksetzer auf rund 83 US-Dollar – am Donnerstag kämpft sich das Edelmetall wieder auf 85 US-Dollar vor. Verantwortlich für die wilden Schwankungen ist die eskalierende Lage im Nahen Osten, die Silber zwischen seiner Rolle als sicherer Hafen und Industriemetall zerreißt.
Die US-israelische Militäroperation im Iran, der Tod des Obersten Führers und die Schließung der Straße von Hormuz trieben Anleger zunächst massiv in Edelmetalle. Doch bereits am Dienstag war die gesamte geopolitische Risikoprämie wieder ausgelöscht – Silber verlor binnen zwei Tagen rund 12 Prozent. Am Donnerstag sorgen ein schwächerer Dollar und vorsichtige Friedenssignale aus dem Iran für eine technische Erholung.
Warum Silber stärker schwankt als Gold
Die extremen Ausschläge sind kein Zufall. Silber ist zur Hälfte Investmentmetall, zur Hälfte Industriemetall – genutzt für Solarmodule, Elektrofahrzeuge und Elektronik. Kriegsangst stärkt zwar die Investmentnachfrage, doch gleichzeitig schüren steigende Ölpreise und Aktienmarkteinbrüche Rezessionssorgen, die die Industrienachfrage belasten.
Steigende Energiepreise setzten das Metall am Dienstag zusätzlich unter Druck, als Händler Positionen liquidierten und der Dollar aufwertete. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg innerhalb von zwei Sitzungen um 0,13 Prozentpunkte – der stärkste Anstieg in neun Monaten. Das DXY-Index legte um 1,1 Prozent zu, der größte Tagesgewinn seit Mai 2025.
Strukturelles Defizit trifft auf Kriegsprämie
Langfristig spricht die fundamentale Lage für höhere Preise. Der Silbermarkt befindet sich im fünften aufeinanderfolgenden Defizitjahr mit einem kumulierten Angebotsfehlbetrag von 820 Millionen Unzen zwischen 2021 und 2026. Allein die Photovoltaik-Industrie verbraucht jährlich über 230 Millionen Unzen – Tendenz steigend.
Verschärfend kommt hinzu: Der mexikanische Bergbaukonzern Fresnillo senkte seine Produktionsziele für 2026 auf 42 bis 46,5 Millionen Unzen, von zuvor bis zu 51 Millionen Unzen. Neue Minen benötigen eine Vorlaufzeit von 7 bis 15 Jahren, was rasche Produktionssteigerungen unmöglich macht.
J.P. Morgan Global Research sieht den Silberpreis im Jahresdurchschnitt 2026 bei 81 US-Dollar je Unze – mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr. Ende Januar markierte das Edelmetall mit rund 120 US-Dollar je Unze ein neues Allzeithoch und übertraf damit sowohl die Spekulationsspitze von 1980 als auch das Hoch von 2011.
Weitere Risikofaktoren am Horizont
Die Unsicherheit bleibt hoch. US-Finanzminister Scott Bessent kündigte eine globale Zollgebühr von 15 Prozent an, die noch diese Woche in Kraft treten soll. Der anfängliche Section-232-Bericht sah zwar keine Zölle auf Edelmetalle vor, ließ jedoch die Option offen. Sollte dies eintreten, könnte sich der Handel mit physischem Silber in Richtung New York verlagern und die Liquidität außerhalb der USA verknappen.
Ein materiell restriktiver Kursschwenk der US-Notenbank wäre laut J.P. Morgan eines der größten Abwärtsrisiken, da Silber in einem solchen Szenario Gold mit noch stärkerer Volatilität folgen würde. Trotz der jüngsten Korrektur liegt der März-2026-Futureskontrakt noch mehr als 25 Prozent über dem Jahresanfangsniveau – ein Zeichen der übergeordneten Stärke. Anleger sollten sich aber auf weitere außergewöhnliche Kursausschläge in beide Richtungen einstellen.
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