Während die Aktie auf ein 52-Wochen-Tief gefallen ist, sendet Siemens Healthineers gleich zwei ungewöhnliche Zeichen: Eine Vorständin kauft Aktien im Wert von knapp 200.000 Euro — und das Unternehmen gründet eine neue Forschungsstiftung. Beides passiert inmitten einer anhaltenden Korrektur und wachsender externer Belastungen.

Insider-Kauf und Stiftungsgründung am Tiefpunkt

Darleen Caron, Personalchefin bei Siemens Healthineers, erwarb am 25. März Aktien zu Kursen um 36,96 Euro — Gesamtwert: rund 198.000 Euro. Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Seit Jahresbeginn hat die Aktie fast 20 Prozent verloren und notiert nahe ihrem 52-Wochen-Tief von 35,66 Euro.

Einen Tag später folgte die Ankündigung der „Foundation for Sustainable Healthcare": Über fünf Jahre fließen 250.000 Euro in die Forschung am Uniklinikum Erlangen. Dank eines Matching-Funds-Programms wächst die Gesamtsumme auf 350.000 Euro. Den Anfang macht im ersten Jahr die digitale Krebsfrüherkennung.

Analysten mit gegensätzlichen Kurzielen

Im Vorfeld der Q2-Zahlen, die für den 7. Mai erwartet werden, liegen die Einschätzungen der Analysten weit auseinander. Deutsche Bank Research senkte das Kursziel von 46 auf 42 Euro. Analyst Falko Friedrichs rechnet für das zweite Quartal nur mit rund 3 Prozent organischem Umsatzwachstum — und mit einem Ergebnisrückgang von etwa 16 Prozent. Als Treiber nennt er das schwache Diagnostikgeschäft, Währungseffekte und Zollbelastungen.

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Jefferies sieht das deutlich anders: Die Bank bestätigt ihr Kursziel von 60 Euro und bewertet die Aktie weiterhin mit „Buy". Die erwartete Schwäche im zweiten Quartal sei am Markt bereits eingepreist.

Zölle, China und Gesundheitspolitik als Gegenwind

Das Bild wird durch mehrere externe Faktoren belastet. Die Zollbelastung beziffert das Unternehmen für das Gesamtjahr auf bis zu 500 Millionen Euro. Das Diagnostikgeschäft in China schwächelt strukturell. Hinzu kommt ein gesundheitspolitischer Vorstoß aus Nordrhein-Westfalen: Ein strengeres Primärarztsystem, das Patienten vor dem Facharztbesuch zum Hausarzt verpflichtet, könnte ab 2028 bundesweit eingeführt werden. Für ein Unternehmen, das einen Großteil seiner Erlöse mit bildgebenden Verfahren und Diagnostikgeräten für Spezialisten erzielt, wäre das ein spürbarer struktureller Gegenwind.

Relevant bleibt zudem die geplante Abspaltung durch die Siemens AG: Der Mutterkonzern will ein 30-Prozent-Paket direkt an seine Aktionäre verteilen und damit die Kontrollmehrheit abgeben. Details sollen Anfang des zweiten Quartals folgen — und könnten die Stimmung zusätzlich beeinflussen.

Am 7. Mai zeigt sich, ob die Jahresziele trotz Zöllen und schwachem Diagnostikgeschäft noch erreichbar sind. Dann wird auch klarer, ob der Insider-Kauf zu rund 37 Euro ein gutes Timing war.

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