Siemens Healthineers steuert auf einen Einschnitt zu, der die Rolle des Konzerns am Kapitalmarkt neu definiert: Siemens will die Kontrollmehrheit abgeben und den Medizintechnikkonzern stärker auf eigene Beine stellen. Gleichzeitig zeigt das Tagesgeschäft ein geteiltes Bild – mit Rückenwind in der Bildgebung, aber anhaltendem Gegenwind in der Diagnostik. Wie schnell die neue Eigenständigkeit kommt, hängt jetzt vor allem an Details, die bald folgen sollen.

Siemens gibt Mehrheit ab – aber der Zeitplan fehlt noch

Vorstand und Aufsichtsrat der Siemens AG haben den Plan gebilligt, die Mehrheitsbeteiligung an Siemens Healthineers abzugeben. Konkret sollen rund 30% der Healthineers-Aktien an Siemens-Aktionäre abgespalten werden. Siemens würde damit die Kontrollmehrheit verlieren und Healthineers mittelfristig nur noch als Finanzbeteiligung halten.

Für den Markt ist das vor allem eins: mehr Streubesitz und eine klarere „Pure-Play“-Einordnung als Medizintechnik-Anbieter. Ganz durch ist das Vorhaben aber nicht. Hauptversammlungen und regulatorische Freigaben stehen noch aus. Einen Zeitplan und strukturelle Details will das Unternehmen Anfang des zweiten Quartals 2026 vorlegen.

Ein Baustein für die künftige finanzielle Eigenständigkeit ist bereits gesetzt: Moody’s hat ein Investment-Grade-Rating vergeben. Zudem laufen laut Unternehmen die Vorbereitungen für Trennungsvertrag und Refinanzierung.

Operativ: Imaging trägt, Diagnostik bremst

Im ersten Quartal 2026 meldete Siemens Healthineers ein Umsatzwachstum von 3,8% sowie eine höhere bereinigte EBIT-Marge. Unterm Strich blieb das Bild aber gemischt: Das bereinigte Ergebnis je Aktie sank um 3%.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Siemens Healthineers?

Wachstumstreiber waren Imaging sowie das Krebstherapiegeschäft. Auf der Margenseite gab es Rückenwind: Die bereinigte EBIT-Marge stieg um 200 Basispunkte auf 15%. Das bereinigte EPS lag bei 0,49 Euro.

Belastungsfaktor bleibt die Diagnostiksparte. Sie schrumpfte um 3% – laut Unternehmen vor allem wegen anhaltender Probleme im China-Geschäft. Dazu kommt ein klar bezifferter externer Gegenwind: Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet der Konzern mit einem negativen Effekt durch US-Zölle von bis zu 500 Millionen Euro. Für das zweite Quartal stellt Healthineers zudem ein Umsatzwachstum unterhalb der bisherigen Spanne von 5 bis 6% in Aussicht – erneut mit Diagnostik in China als Bremsklotz.

Kursbild: Nahe am Jahrestief

Die Aktie schloss am Freitag bei 40,49 Euro und liegt damit nur knapp über dem 52‑Wochen‑Tief von 40,30 Euro. Auf 12-Monats-Sicht steht ein Minus von 22,58% zu Buche – ein Zeichen dafür, dass die Unsicherheit rund um Diagnostik/China und die anstehende Neuaufstellung bereits Spuren hinterlassen hat.

Der nächste öffentliche Auftritt folgt kurzfristig: Vom 9. bis 12. März 2026 präsentiert sich Siemens Healthineers auf der HIMSS in Las Vegas.

Konkreter wird es dann im Frühling: Anfang des zweiten Quartals 2026 sollen die Spin-off-Details kommen, und am 7. Mai 2026 steht das nächste belastbare Update mit den Q2-Zahlen an. Genau diese beiden Termine dürften den Takt vorgeben – einerseits für den Umbau zur stärkeren Eigenständigkeit, andererseits für die Frage, ob die Diagnostik in China zumindest stabilisiert werden kann.

Anzeige

Siemens Healthineers-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Siemens Healthineers-Analyse vom 7. März liefert die Antwort:

Die neusten Siemens Healthineers-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Siemens Healthineers-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 7. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Siemens Healthineers: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...