Die deutsche Kraftwerksstrategie, ein strategisches Investment in die Lieferkette und ein klarer Kurs des Managements: Für Siemens Energy verdichten sich gleich mehrere positive Impulse. Im Zentrum steht die politische Einigung in Berlin und Brüssel zu neuen wasserstofffähigen Kraftwerken – ein Feld, in dem der Konzern technologisch stark aufgestellt ist. Die spannende Frage: Tragen Politik, Strategie und operative Entwicklung den jüngsten Höhenflug der Aktie?

Kraftwerksstrategie als Kurstreiber

Auslöser der aktuellen Dynamik war die Einigung der Bundesregierung mit der EU-Kommission auf eine nationale Kraftwerksstrategie. Geplant ist die Ausschreibung von zunächst zwölf Gigawatt an neuen, wasserstofffähigen Gaskraftwerken, um die Versorgungssicherheit nach dem Kohleausstieg abzusichern.

Für Siemens Energy, einen der führenden Anbieter von Gasturbinen und Kraftwerkstechnik, bedeutet das:

  • Potenziell erheblicher zusätzlicher Auftragseingang im Heimatmarkt
  • Langfristig planbare Auslastung im Gassegment
  • Stärkung der Position im Übergang hin zu wasserstofffähigen Lösungen

Diese Perspektive spiegelte sich unmittelbar im Kurs wider. Die Aktie legte am Freitag um 6,32 % auf 136,30 Euro zu und markierte in der Spitze ein neues Rekordniveau. Auf Sicht von zwölf Monaten summiert sich das Plus auf über 170 % – ein Zeichen, wie stark sich die Stimmung gegenüber dem Titel gedreht hat.

Auch technisch unterstreichen die Daten die Stärke des Trends: Der Kurs liegt klar über dem 50- und 200-Tage-Durchschnitt, der Abstand zur längerfristigen Linie beträgt über 37 %. Gleichzeitig signalisiert ein RSI von 85,4 kurzfristig ein überkauftes Niveau – die Aufwärtsbewegung war zuletzt sehr steil.

Strategische Investition in die Lieferkette

Parallel zur politischen Weichenstellung setzt Siemens Energy einen eigenen strategischen Akzent. Der Konzern tritt als Ankerinvestor beim geplanten Börsengang von Asta Energy Solutions auf. Das österreichische Unternehmen produziert Kupferbauteile für die Energiewirtschaft und plant eine Notierung im ersten Quartal 2026 in Frankfurt.

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Siemens Energy hat sich verpflichtet, Aktien im Volumen von 25 Millionen Euro zu zeichnen. Die Botschaft ist klar:

  • Sicherung zentraler Komponenten für Netz- und Kraftwerksprojekte
  • Engere Verzahnung mit einem wichtigen Zulieferer
  • Stärkung der eigenen Lieferketten in einem Umfeld hoher Investitionen in Energieinfrastruktur

Diese Beteiligung passt in das Bild eines Konzerns, der nicht nur von der politischen Großwetterlage profitiert, sondern seine Wertschöpfungskette gezielt stabilisiert.

Analysten, Quartalszahlen und Konzernstrategie

Die jüngsten Nachrichten treffen auf ein ohnehin freundliches Analystenumfeld. Häuser wie Bank of America und RBC Capital Markets hatten ihre Kaufempfehlungen bereits im Vorfeld bestätigt. Im Fokus steht dabei vor allem der erwartete Auftragseingang im laufenden Geschäftsjahr.

Für das erste Geschäftsquartal 2026, dessen Zahlen am 11. Februar veröffentlicht werden, rechnen Analysten mit einem kräftigen Beitrag aus:

  • dem Gaskraftwerksgeschäft, befeuert durch weltweite Kapazitätsausbauten
  • der Netzsparte, die von Investitionen in Stromnetze und Energiewende profitiert

Einen weiteren Akzent setzte Vorstandschef Christian Bruch mit einer klaren Aussage zur Windkrafttochter Siemens Gamesa. Eine Abspaltung stehe derzeit nicht zur Debatte, betonte er am Samstag. Vorrang habe die Stabilisierung des Geschäfts mit dem Ziel, 2026 operativ die Gewinnschwelle zu erreichen. Damit umreißt das Management eine klare Priorität: Konsolidierung und Ergebnisverbesserung statt struktureller Zerschlagung.

Ausblick: Wichtige Termine im Februar

Nach dem deutlichen Sprung auf ein neues Allzeithoch richtet sich der Blick nun auf zwei Termine im Februar, die für die weitere Einordnung entscheidend sind.

Am 11. Februar legt Siemens Energy die Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor. Dann wird sich zeigen, ob sich die hohen Erwartungen an den Auftragseingang im Gas- und Netzgeschäft im Zahlenwerk wiederfinden und wie sich die operative Marge entwickelt.

Am 26. Februar folgt die ordentliche Hauptversammlung in Berlin. Dort steht voraussichtlich auch die Entscheidung über die erste Dividendenzahlung seit vier Jahren auf der Agenda – ein möglicher Meilenstein der operativen Erholung. Sollte der positive Nachrichtenfluss anhalten und die Quartalszahlen die aktuelle Zuversicht untermauern, dürfte die Aktie ihre starke Ausgangsposition im laufenden Jahr zunächst behaupten.

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