Hohe Diplomatie trifft auf harte Unternehmensstrategie. Während CEO Christian Bruch in Davos versucht, bei US-Präsident Donald Trump für stabile Rahmenbedingungen zu werben, schafft Aufsichtsratschef Joe Kaeser intern Fakten. Die Forderung nach einer schnellen Abspaltung der Windkraftsparte wird zurückgewiesen – der Fokus liegt nun auf einer langfristigen Sanierung statt schnellen Deals.

Die wichtigsten Fakten:

  • Aktueller Kurs: 131,70 €
  • Performance YTD: +7,25%
  • 12-Monats-Performance: +154,25%
  • Abstand zum 52-Wochen-Hoch: -7,15%
  • Volatilität (30 Tage): 75,37%

Geopolitischer Drahtseilakt in Davos

Der Terminplan könnte kaum brisanter sein. CEO Christian Bruch nimmt heute an einem exklusiven Treffen von Wirtschaftsführern mit US-Präsident Donald Trump teil. Für den Energietechnik-Konzern steht viel auf dem Spiel: Die USA sind ein Schlüsselmarkt, besonders getrieben durch den enormen Energiehunger von KI-Rechenzentren. Das Management versucht mit diesem Schritt proaktiv, potenziellen Zöllen und handelspolitischen Hürden der neuen US-Administration zu begegnen.

Die politische Unsicherheit bleibt jedoch ein Risikofaktor. Trumps kritische Haltung gegenüber Offshore-Windkraft könnte Projekte verzögern oder Genehmigungsverfahren erschweren. Dies spiegelt sich auch in der Einschätzung der UBS wider: Analyst Andre Kukhnin bestätigte sein "Sell"-Rating und warnte vor protektionistischen Maßnahmen, die die Margenerholung gefährden könnten.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Siemens Energy?

Klare Absage an Activist Investor

Strategisch hat sich die Führungsetage festgelegt und erteilt den Forderungen des aktivistischen Investors Ananym Capital eine Absage. Aufsichtsratschef Joe Kaeser stellte klar, dass eine Abspaltung der Windkraftsparte (Siemens Gamesa) derzeit nicht zur Debatte steht.

Die Devise lautet "Fix it first". Das Management setzt einen Zeithorizont bis 2028 an, um das Windgeschäft operativ vollständig zu sanieren. Erst nach einem erfolgreichen Turnaround käme eine Ausgliederung als logische Option in Betracht. Diese Entscheidung demonstriert das gestiegene Selbstbewusstsein des Managements, gestützt durch solide Ergebnisse in den Bereichen Gas und Grid.

Konsolidierung auf hohem Niveau

Nach einer beeindruckenden Rallye von über 154 Prozent in den letzten zwölf Monaten nimmt sich die Aktie eine Atempause. Mit einem aktuellen Kurs von 131,70 € notiert das Papier in einer Konsolidierungsphase, hält aber deutlichen Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 100,80 €. Der RSI von 85,4 deutet weiterhin auf eine technisch überkaufte Situation hin, was die aktuelle Korrektur vom Allzeithoch (141,84 €) erklärt.

Der Blick richtet sich nun auf den 11. Februar 2026. An diesem Datum legt der Konzern die Zahlen für das erste Quartal vor. Entscheidend für die weitere Kursrichtung wird sein, ob der Auftragseingang im Gasgeschäft die optimistischen Schätzungen der Analysten bestätigen kann und ob das Allzeithoch bei einem positiven Ausblick erneut attackiert wird.

Siemens Energy-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Siemens Energy-Analyse vom 21. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Siemens Energy-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Siemens Energy-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 21. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Siemens Energy: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...