Die Siemens-Aktie gehört zu den stärksten Performern im neuen Börsenjahr, doch die Meinungen der Analysten driften derzeit weit auseinander. Während Goldman Sachs das Kursziel anhebt und weiteres Potenzial sieht, warnt Barclays mit einer skeptischen Einschätzung. Anleger stehen vor einer komplexen Gemengelage: Treibt die operative Stabilität den Kurs weiter, oder ist die aktuelle Bewertung ausgereizt?

Die Fakten im Überblick

  • Aktueller Kurs: 260,90 Euro (+0,25 % zum Vortag)
  • Performance YTD: +8,21 % seit Jahresbeginn
  • Analystenspanne: Kursziele variieren zwischen 195 Euro und 300 Euro
  • Short Interest: Leerverkaufspositionen sanken zuletzt um 44,6 %

Goldman Sachs vs. Barclays

Die Diskrepanz bei den Bewertungen könnte kaum größer sein. Goldman-Analystin Daniela Costa schraubte ihr Kursziel heute auf 264 Euro nach oben und bestätigte ihre Kaufempfehlung. Sie begründet diesen Schritt primär mit Währungseffekten und einer erwarteten Stabilität im europäischen Investitionsgütergeschäft. Costa geht davon aus, dass sich die operative Lage im Vergleich zum Vorquartal kaum verändert hat, was in einem unsicheren Marktumfeld als Stärke ausgelegt wird.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Siemens?

Ganz anders die Einschätzung aus London: Die britische Investmentbank Barclays hält unverändert an ihrem "Sell"-Rating und dem Kursziel von 195 Euro fest. Dieser massive Abschlag zum aktuellen Kursniveau verdeutlicht die Skepsis mancher Marktteilnehmer hinsichtlich des weiteren Aufwärtspotenzials nach der jüngsten Rallye.

Bären auf dem Rückzug

Der Markt scheint derzeit eher der optimistischen Seite zu folgen. Mit einem Kurs von knapp 261 Euro notiert das Papier deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 229,58 Euro. Ein wesentlicher Treibstoff für diese Festigkeit ist die Kapitulation der Pessimisten: Die Leerverkaufspositionen (Short Interest) gingen zum Jahreswechsel drastisch zurück. Institutionelle Anleger lösen ihre Wetten auf fallende Kurse auf, was den Verkaufsdruck erheblich mindert.

Unterstützt wird der Kurs zudem durch das laufende Aktienrückkaufprogramm. Allein in der ersten Januarwoche erwarb der Konzern weitere 287.513 eigene Anteile. Insgesamt beläuft sich das Volumen der zurückgekauften Aktien mittlerweile auf über 20,37 Millionen Stück, was das Angebot verknappt und den Gewinn pro Aktie rechnerisch stützt.

Zahlenvorlage als nächster Impulsgeber

Die Entscheidung über die mittelfristige Richtung dürfte am 12. Februar fallen. An diesem Datum präsentiert Siemens die Bilanz für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres. Sollten die Zahlen die von Goldman Sachs prognostizierte Stabilität bestätigen, könnte der Weg in Richtung des 52-Wochen-Hochs bei 287,96 Euro erneut frei werden. Bis dahin bleibt das Papier im Spannungsfeld zwischen fundamentaler Skepsis und technischer Stärke.

Siemens-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Siemens-Analyse vom 16. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Siemens-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Siemens-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Siemens: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...