SAP- vs. Salesforce-Aktie: Rekord-Prämie gegen historischen Rabatt
Der Start ins Börsenjahr 2026 gleicht einem Hürdenlauf für den Softwaresektor. Während Anleger noch immer versuchen, die KI-Gewinner von den Verlierern zu trennen, kristallisieren sich zwei völlig gegensätzliche Szenarien bei den Branchenriesen heraus. Auf der einen Seite steht SAP als Fels in der Brandung, auf der anderen Salesforce, das trotz solider Zahlen vom Markt abgestraft wird.
Heute, am Donnerstag, den 22. Januar 2026, stehen Investoren vor einer Grundsatzentscheidung: Zahlt man den hohen Preis für die deutsche Stabilität oder greift man beim US-Rivalen in das fallende Messer, in der Hoffnung auf eine drastische Fehlbewertung des Marktes?
Wer blutet, wer hält stand?
Die letzten sieben Handelstage haben die Kluft zwischen den beiden Giganten massiv vergrößert. Hier zeigt sich die Psychologie des Marktes in Reinform.
Salesforce (CRM) befindet sich in einer paradoxen Lage. Mit einem Kurs um die 221 US-Dollar notiert die Aktie nahe neuer 52-Wochen-Tiefs und hat die Gewinne der letzten 12 Monate fast vollständig ausradiert – ein Minus von über 30 %. Das Kuriose: Das Unternehmen lieferte im Dezember starke Zahlen („Beat and Raise“). Doch der Markt preist derzeit eine existenzielle Angst ein: Die Sorge, dass KI das Geschäftsmodell zerstört, wiegt schwerer als die aktuellen Gewinne.
SAP zeigt sich deutlich widerstandsfähiger. Zwar hat auch der Walldorfer Konzern von seinen Hochs bei ca. 313 US-Dollar korrigiert und notiert aktuell bei etwa 225 US-Dollar (ca. 215 Euro), doch die Stimmung ist eine andere. Die Aktie befindet sich in einer strukturellen Konsolidierung. Anleger warten gespannt auf die Zahlen am 29. Januar, um Bestätigung zu erhalten, dass die Cloud-Migration („RISE with SAP“) auch bei europäischer Wirtschaftsflaute funktioniert.
KI-Duell: Agenten-Armee oder industrielle Festung?
Der Kern des Konflikts liegt im Jahr 2026 nicht mehr in der Cloud, sondern in der Art und Weise, wie KI die Umsätze beeinflusst.
Salesforce: Die Angst vor der Kannibalisierung
Der Markt wettet derzeit gegen Salesforce. Die These: Wenn KI-Agenten die Arbeit von Service-Mitarbeitern übernehmen, braucht niemand mehr teure Salesforce-Lizenzen pro Kopf ("Seat-based pricing").
* Die Realität: Salesforce hält mit seiner "Agentforce"-Strategie dagegen. Die neuen Daten zeigen, dass der Bereich Agentforce und Data 360 jährlich um 114 % auf 1,4 Milliarden US-Dollar gewachsen ist. Das Unternehmen wandelt sich erfolgreich vom reinen Datenspeicher zum "System of Action". Über 9.500 abgeschlossene Deals zeigen: Die Monetarisierung funktioniert, bevor die alten Lizenzen wegfallen.
SAP: Der Burggraben der Daten
SAPs Strategie zielt weniger auf den Ersatz von Menschen, sondern auf die "Industrialisierung" von KI in Lieferketten und Finanzen.
* Der Vorteil: Ein CRM-System wechselt man leichter als ein ERP-System, das tief in den Finanzadern eines Konzerns verwurzelt ist. Diese "Klebrigkeit" (Stickiness) rechtfertigt für viele Anleger den Aufschlag.
* Das Risiko: Komplexität tötet Geschwindigkeit. Während Salesforce neue KI-Tools schnell ausrollt, kämpft SAP mit langwierigen Migrationsprozessen und regulatorischem Gegenwind in der EU.
Der harte Zahlen-Vergleich
Die Bewertungsschere zwischen beiden Unternehmen hat ein historisches Ausmaß erreicht.
| Kennzahl | SAP SE (Schätzung FY 2025) | Salesforce (Schätzung FY26) |
|---|---|---|
| KGV (Forward) | ~33x | ~14-16x (Free Cash Flow Basis) |
| Umsatzwachstum | ~9-10% (Cloud-Fokus) | ~9% (Stabilisierend) |
| Wichtigste KI-Metrik | Cloud Backlog +25% | Agentforce ARR +114% |
| Dividendenrendite | ~1,4% | ~0,8% |
| 52-Wochen-Spanne | $221 - $313 | $219 - $367 |
Analyse: Salesforce wird aktuell wie ein Unternehmen ohne Wachstum bewertet (ca. 14x Free Cash Flow), obwohl es über 40 Milliarden Dollar Umsatz anpeilt. Das ist das Niveau einer "Value-Aktie" im Stile alter Industrieunternehmen. SAP hingegen genießt eine Prämie von fast 33x, weil Investoren die Cashflows als sicher wie Staatsanleihen betrachten.
Charttechnik: Bodenbildung vs. Wartestellung
Auch im Chartbild zeigen sich zwei völlig unterschiedliche Welten.
Salesforce: Die Chance für Mutige?
Das Chartbild ist angeschlagen, zeigt aber Anzeichen einer Kapitulation der Verkäufer.
* Das Signal: Der Kurs hämmert bei 219-220 US-Dollar einen Boden heraus. Der RSI (Relative Strength Index) ist tief überverkauft, während das Volumen an Abwärtstagen sinkt – oft ein Vorbote für eine Trendwende.
* Das Szenario: Ein Rückerobern der 230-Dollar-Marke könnte eine scharfe "Short Squeeze"-Rallye auslösen, da die Stimmung extrem negativ ist. Fällt die 218er Marke, droht jedoch der Absturz auf 200 Dollar.
SAP: Die Ruhe vor dem Sturm
Die Aktie korrigiert, aber der übergeordnete Aufwärtstrend ist intakt.
* Das Signal: Der Kurs hat sich in einer Keilformation verdichtet. Die 200-Tage-Linie dient als Auffangnetz.
* Das Szenario: Alles hängt vom 29. Januar ab. Übertrifft der "Cloud Backlog" die Erwartungen, ist der Weg zurück zu 250 Dollar frei. Enttäuscht der Ausblick, liegt die nächste Unterstützung erst tief im Bereich von 200-210 Dollar.
Fazit: Sicherheit hat ihren Preis
Die Entscheidung zwischen SAP und Salesforce im Januar 2026 ist eine Wette auf zwei unterschiedliche Marktpsychologien.
Salesforce ist das aggressive, konträre Investment. Der Markt preist das Unternehmen, als stünde es kurz vor dem Abgrund, und ignoriert dabei das dreistellige Wachstum der neuen KI-Sparte. Wer hier einsteigt, setzt darauf, dass die Angst vor dem "KI-Tod" der Softwarebranche überzogen ist. Bei einem Kurs von rund 221 Dollar erhalten Anleger eine Sicherheitsmarge, die im Tech-Sektor selten geworden ist.
SAP ist der defensive Anker im Depot. Die Bewertung ist sportlich, aber die Vorhersehbarkeit der Erträge ist höher. Wer Volatilität scheut und Dividendenkontinuität sucht, zahlt die Prämie für die Walldorfer gerne. Die kommenden Quartalszahlen dürften bestätigen, dass das Kerngeschäft immun gegen kurzfristige Marktturbulenzen ist.
Das Urteil:
* Greifen Sie zu Salesforce, wenn Sie Value-Investor sind und glauben, dass der Markt die KI-Erfolge ("Agentforce") massiv unterschätzt.
* Wählen Sie SAP, wenn Kapitalerhalt und geringere Schwankungen Priorität haben und Sie bereit sind, für Qualität einen Aufschlag zu zahlen.
SAP-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SAP-Analyse vom 22. Januar liefert die Antwort:
Die neusten SAP-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SAP-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 22. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
SAP: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








