Ein Kursziel-Schnitt von 30 Euro klingt zunächst nach einem Warnsignal. Doch bei genauerem Hinsehen entpuppt sich die jüngste Analyse von Barclays als differenzierte Bestandsaufnahme für den Software-Riesen aus Walldorf. Während die Aktie weiterhin nahe am Jahrestief notiert, richten sich die Blicke nun auf die operative Stärke im Kerngeschäft und eine entscheidende Personalie in Nordamerika.

Das müssen Anleger jetzt wissen:

  • Analysten-Votum: Barclays senkt Kursziel auf 270 Euro, bleibt aber bei "Overweight".
  • Management: David Robinson übernimmt die Führung im wichtigen US-Markt.
  • Smart Money: Institutionelle Investoren haben ihre Positionen zuletzt massiv ausgebaut.

Sektor-Rotation belastet Bewertung

Barclays-Analyst Sven Merkt hat den Rotstift angesetzt und das Ziel für die SAP-Aktie von 300 auf 270 Euro reduziert. Der Grund liegt jedoch weniger in operativen Schwächen des Konzerns, sondern im makroökonomischen Umfeld. Merkt senkte seine Gewinnschätzungen für 2026 und 2027 und verwies auf die allgemeine Nervosität im Sektor. Die Sorge vor einer Überhitzung bei KI-Themen und Umschichtungen in Halbleiterwerte drücken auf die Stimmung bei europäischen Softwaretiteln.

Dennoch bleibt die Kaufempfehlung bestehen. Für das abgelaufene vierte Quartal sowie das Gesamtjahr 2026 rechnet der Experte mit weitgehend soliden Zahlen. Auch der breite Marktkonsens stützt diese Sicht: 19 Analysten raten weiterhin zum Kauf, wobei US-Häuser wie Goldman Sachs und JP Morgan ihre optimistischen Einschätzungen bestätigt haben.

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Großinvestoren nutzen tiefen Kurs

Während der Aktienkurs heute leicht auf 207,30 Euro nachgab und damit nur knapp über dem jüngsten 52-Wochen-Tief von 201,95 Euro notiert, agieren professionelle Marktteilnehmer antizyklisch. Namhafte Vermögensverwalter nutzten die Schwächephase der letzten Monate offenbar zum Einstieg:

  • Die Bank of America stockte ihre Position um gut 58 Prozent auf 2,65 Millionen Aktien auf.
  • Windacre Partnership erhöhte den Anteil sogar um rund 130 Prozent.
  • Auch Fisher Asset Management hält mittlerweile über 14,5 Millionen Anteile.

Diese Zuflüsse stehen im Kontrast zum charttechnischen Bild. Seit Jahresbeginn konnte das Papier zwar um 2,65 Prozent zulegen, auf 12-Monats-Sicht steht jedoch ein Minus von rund 15 Prozent zu Buche. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt bei 236,03 Euro verdeutlicht den noch immer vorherrschenden Abwärtstrend.

Neue Führung für wichtigsten Wachstumsmarkt

Parallel zur Kursdebatte stellt SAP die Weichen für künftiges Wachstum. David Robinson wurde zum neuen President für SAP North America ernannt. Als ehemaliger Chief Revenue Officer für Cloud ERP bringt er genau die Expertise mit, die für die Transformation der Kunden in die Cloud und die Implementierung von KI-Lösungen notwendig ist. Nordamerika gilt als der strategisch wichtigste Markt für den Konzern, weshalb diese Personalie von Marktbeobachtern als klares Signal für Kontinuität und Vertriebsfokus gewertet wird.

Der 29. Januar 2026 wird nun zum Lackmustest für die Aktie. An diesem Tag veröffentlicht SAP die Zahlen für das vierte Quartal. Sollten sich die Erwartungen eines Gewinns von durchschnittlich 6,04 Euro je Aktie für das Gesamtjahr 2025 bestätigen, könnte dies die Diskrepanz zwischen dem gedrückten Kursniveau und dem Optimismus der Großinvestoren auflösen.

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