SAPs KI-Ambitionen stoßen auf ein unbequemes Hindernis — die eigenen Kunden. Während der Walldorfer Konzern seine Transformation mit Hochdruck vorantreibt, zeigen aktuelle Daten aus dem Anwenderumfeld eine deutliche Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

Ernüchternde Zahlen aus dem Kundenlager

Der DSAG-Investitionsreport 2026 liefert konkrete Belege. Zwar haben 43 Prozent der befragten SAP-Anwenderunternehmen bereits KI-Anwendungsfälle umgesetzt — doch 77 Prozent davon laufen mit Nicht-SAP-Lösungen. Nur 3 Prozent setzen dabei auf SAP-Technologie. Die Innovationsgeschwindigkeit entsteht also derzeit überwiegend außerhalb des SAP-Stacks.

Branchenbeobachter erklären das mit den hohen Anforderungen an Datenqualität, Governance und Integration im ERP-Umfeld. Cloud-Modelle und KI-Angebote stoßen zwar auf Interesse, müssen ihren wirtschaftlichen Nutzen aber erst beweisen. Nicht alle Unternehmen werden die S/4HANA-Transformation bis 2027 abgeschlossen haben.

Abrechnung nach Verbrauch statt Abonnement

Als Reaktion auf diesen Druck kündigt SAP einen fundamentalen Wechsel im Abrechnungsmodell an. CEO Christian Klein bestätigte gegenüber Bloomberg, dass der Konzern bei KI-Lösungen schrittweise von klassischen Abonnements zu verbrauchsabhängiger Abrechnung wechseln will.

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Klein räumte dabei offen ein, dass nutzungsbasierte Modelle die Planbarkeit der Ausgaben für viele Unternehmenslenker erschweren. Investoren beobachten den Schritt entsprechend skeptisch — die Vorhersehbarkeit der künftigen Einnahmen sinkt. Ab Juli 2026 sollen zudem sogenannte Forward-Deployed-Engineering-Teams Berater und Entwickler direkt beim Kunden zusammenbringen, um maßgeschneiderte KI-Anwendungen schneller zu implementieren.

Klein sieht SAP gegenüber generischen KI-Anbietern im Vorteil, weil der Konzern auf umfangreiche Kundendaten zurückgreifen kann. Ob das reicht, hängt davon ab, wie schnell diese neuen Teams ab Juli messbare Ergebnisse liefern.

Quartalszahlen am 23. April als nächster Test

Charttechnisch notierte die SAP-Aktie am 1. April bei rund 149,66 Euro — knapp unter der Zone um 150 Euro, die nun als Widerstand gilt. Ende März hatte das Papier mit 142,12 Euro ein neues 12-Monats-Tief markiert.

Am 23. April legt SAP seine nächsten Quartalszahlen vor. Anleger werden dabei vor allem auf erste Signale zur KI-Monetarisierung achten. Zusätzlichen Gegenwind liefert die Kundenstruktur: SAPs hoher Anteil an produzierenden Unternehmen macht den Konzern anfälliger für eine zollbedingte Konjunkturabkühlung als viele andere Softwareunternehmen — was den Druck erhöht, die neue KI-Strategie rasch mit konkreten Zahlen zu unterlegen.

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