SAP Aktie: Am Tief
SAP rutscht auf ein neues Jahrestief und hinkt dem starken DAX deutlich hinterher. Während viele Standardwerte von Rekorden profitieren, steckt Europas größter Softwarekonzern im Abwärtstrend fest – belastet von Branchenängsten rund um Künstliche Intelligenz und skeptischeren Analystenstimmen. Entscheidend rückt nun ein Termin in den Fokus: die Quartalszahlen Ende Januar.
Deutlich unter Jahreshoch
Die Aktie schloss heute bei 190,08 Euro – exakt auf dem 52‑Wochentief und damit rund 32 % unter dem Hoch von 280,40 Euro vom 13. Februar 2025. Auch im kürzeren Zeitfenster zeigt sich ein klar negatives Bild: Auf Sicht von sieben Tagen liegt das Minus bei gut 7 %, in den vergangenen zwölf Monaten summiert sich der Rückgang auf rund 27 %.
Charttechnisch ist der Titel damit klar angeschlagen. Der Kurs notiert:
- etwa 8,7 % unter dem 50‑Tage-Durchschnitt (208,20 Euro)
- rund 18,8 % unter dem 200‑Tage-Durchschnitt (234,15 Euro)
- mit hoher 30‑Tage-Volatilität von über 70 % (annualisiert)
Trotz des Rückgangs signalisiert der RSI mit 51,8 derzeit weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Situation. Der Druck kommt also weniger von kurzfristigen Extrembewegungen als von einem über Monate aufgebauten Abwärtstrend.
Branchenangst und KI‑Unsicherheit
Die Schwäche ist nicht nur ein SAP-Phänomen. Der europäische Softwaresektor steht insgesamt unter Druck, während andere Segmente wie Autoaktien zuletzt wieder Boden gutmachen konnten. Belastend wirken vor allem:
- branchenspezifische Bedenken zur künftigen Wachstumsdynamik
- die anhaltende Schwäche großer US‑Softwarekonzerne wie Oracle
- Unsicherheit über Geschäftsmodelle im Zeitalter generativer KI
Analysten sprechen von einer sehr schlechten Stimmung im Softwarebereich. Ein Citi-Experte sieht sogar einen „Höhepunkt in der Mollstimmung“. Hintergrund ist die Frage, wie klassische Softwareanbieter ihre Erlöse im Umfeld rasant wachsender KI‑Anwendungen stabil halten und ausbauen können – oder ob neue Wettbewerber Marktanteile abziehen.
Analysten zwischen Chance und Risiko
Trotz der deutlichen Kursverluste gehen die Einschätzungen der Experten spürbar auseinander:
- Citigroup:
- erwartet operativ „anhaltend starke Entwicklung“
-
rechnet damit, dass nach den anstehenden Zahlen die Nervosität nachlassen könnte
-
Jefferies:
- bleibt klar auf der positiven Seite mit einer Kaufempfehlung
- setzt ein ambitioniertes Kursziel von 290 Euro
-
verweist insbesondere auf das solide Wachstum wiederkehrender Erlöse
-
HSBC:
- bleibt deutlich vorsichtiger mit Einstufung „Hold“
- Kursziel bei 178 Euro, also unter dem aktuellen Niveau
- Argument: Viele positive Aspekte seien bereits eingepreist, die Risiken für Rückschläge überwögen derzeit
Damit spannt sich die Spanne der Kursziele von unter dem aktuellen Kurs bis deutlich über das zurückliegende Jahreshoch. Die Analystenlandschaft spiegelt damit genau das wider, was auch der Kursverlauf andeutet: ein Mix aus strukturellen Chancen durch Cloud und KI sowie kurzfristigen Sorgen über Bewertung und Wachstumsqualität.
Quartalszahlen als möglicher Wendepunkt
Im Mittelpunkt steht nun der 29. Januar 2026. An diesem Tag veröffentlicht SAP die Zahlen für das vierte Quartal – und damit das Update, das für viele Investoren zur Bewährungsprobe werden dürfte.
Konkret wird der Markt vor allem auf zwei Punkte achten:
-
Operative Kennzahlen:
Wachstum bei Cloud- und wiederkehrenden Erlösen, Margenentwicklung und Ausblick auf 2026 sollen zeigen, ob der operative Trend die aktuelle Schwäche im Kurs rechtfertigt oder überzeichnet. -
KI‑Strategie:
Entscheidend wird eine glaubhafte Antwort darauf sein, wie SAP Künstliche Intelligenz in sein Portfolio integriert und daraus nachhaltige Zusatzerlöse generieren will.
Gelingt es dem Management, hier überzeugende Zahlen und eine schlüssige Strategie zu präsentieren, könnte sich der Abstand zu den langfristigen Durchschnittskursen allmählich wieder verringern. Fallen die Daten dagegen schwach aus oder bleiben Antworten zur KI‑Positionierung vage, droht die Aktie zunächst im Bereich des aktuellen Tiefs festzuhängen oder neue Tiefpunkte zu testen.
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