RWE Aktie: Trend intakt
RWE gönnt sich nach einem frischen 52-Wochen-Hoch nur eine kurze Verschnaufpause. Während der Kurs in die Konsolidierung übergeht, schärft CEO Markus Krebber den politischen Zeitplan für den Kohleausstieg und Goldman Sachs sieht weiter Luft nach oben. Wie stabil ist dieser Aufwärtstrend in einem Umfeld sinkender Energiepreise?
Kursstärke und Analystenblick
Die Aktie notiert heute mit 47,86 Euro nur leicht unter dem gestrigen Schlusskurs von 48,10 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten steht dennoch ein deutlicher Anstieg von rund 64 Prozent zu Buche – ein klarer Hinweis auf einen etablierten Aufwärtstrend. Der Titel liegt zudem spürbar über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 38,24 Euro, was das positive technische Bild untermauert.
Die US-Investmentbank Goldman Sachs bestätigt diese Einschätzung mit einem unveränderten „Buy“-Rating und einem Kursziel von 53,50 Euro. Vom aktuellen Niveau aus entspricht das einem einstelligen bis niedrigen zweistelligen Aufwärtspotenzial. Auffällig: Bereits 2025 gehörte die Aktie mit einem Plus von rund 57 Prozent zu den stärkeren Werten im DAX, und auch der Start ins Jahr 2026 verlief mit einem weiteren Anstieg in den ersten Handelstagen solide.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt mit 59,8 im neutralen Bereich. Von einer überkauften Situation ist der Wert damit noch ein gutes Stück entfernt, was eine geordnete Konsolidierung nach dem jüngsten Hoch plausibel macht.
Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:
- Kurs rund 47,9 Euro, klar über dem 200-Tage-Durchschnitt
- 12-Monats-Plus: ca. 64 %, intakter Aufwärtstrend
- Goldman Sachs: „Buy“ mit Kursziel 53,50 Euro
- RSI um 60, keine akute Überhitzung
- Jüngst neues 52-Wochen-Hoch generiert
Politik und Strategie: Krebbers klare Forderung
Parallel zur Kursentwicklung setzt das Management in der Energiepolitik ein Ausrufezeichen. CEO Markus Krebber knüpft den Kohleausstieg bis 2030 an eine zentrale Bedingung: Die Ausschreibungen für neue, wasserstofffähige Gaskraftwerke müssen nach seiner Vorstellung spätestens bis März 2026 auf den Weg gebracht werden.
Hintergrund ist die Rolle dieser Anlagen als Brückentechnologie. Sie sollen Versorgungssicherheit gewährleisten, während Kohlemeiler vom Netz gehen und der Anteil erneuerbarer Energien weiter steigt. Bleibt der politische Rahmen aus, könnte der ambitionierte Ausstiegsfahrplan ins Rutschen geraten – mit Folgen für Investitionsplanung und Kapazitätsaufbau.
Zugleich rechnet Krebber für 2026 mit sinkenden Strom- und Gaspreisen. Für Erzeuger bedeutet das Druck auf die Margen. Für die energieintensive Industrie wiederum sind niedrigere Preise ein Vorteil, der Standorte stützen kann. RWE bewegt sich damit zwischen regulatorischen Vorgaben, Investitionsentscheidungen in neue Kapazitäten und einem Marktumfeld, das sich preislich eher abschwächt.
Operatives Risiko im Windpark
Ein Vorfall im Windpark Bedburg A44n zeigt die Schattenseite des dynamischen Ausbaus der Erneuerbaren. Aufgrund von Schneegestöber und Turbulenzen geriet ein Rotorblatt einer Nordex-Anlage in eine kritische Lage, sodass die nahegelegene Autobahn vorsorglich gesperrt werden musste.
Finanziell bleibt das Ereignis für den Konzern nach aktueller Lage wohl unbedeutend. Es verweist aber auf die technischen und operativen Risiken, die mit einem schnell wachsenden Windportfolio einhergehen. RWE plant allein für 2026 eine Erweiterung der Kapazität um rund 4 Gigawatt, mit einem Fokus auf großen Offshore-Projekten wie „Sofia“ in Großbritannien und „Thor“ in Dänemark. Komplexität und technische Anforderungen steigen damit spürbar.
KI-Boom und Bewertung
Fundamental stützen strukturelle Trends das Investmentprofil. Der steigende Energiebedarf von Rechenzentren im Zuge des globalen KI-Booms sowie die fortschreitende Elektrifizierung erhöhen die Nachfrage nach verlässlicher, möglichst grüner Stromerzeugung. RWE ist mit seiner Ausrichtung auf erneuerbare Energien gut in diesem Feld positioniert.
Analysten erwarten für europäische Versorger in den Jahren 2026 bis 2028 stabile Zuwächse beim Gewinn je Aktie. Beim Bewertungsniveau liegt RWE mit einem Forward-KGV von rund 19,7 über dem Branchenschnitt von 16,7. Der Markt honoriert damit eine Wachstumsprämie für die starke Stellung im Bereich der grünen Energie. Gleichzeitig signalisiert das Aufgeld, dass ein Teil der Zukunftschancen bereits eingepreist ist.
Fazit: Ruhige Phase im Aufwärtstrend
Charttechnisch bleibt das Bild konstruktiv. Die Aktie notiert deutlich über den mittleren und langen Durchschnitten, die Konsolidierung erfolgt nach einem frischen Hoch und der RSI zeigt keine Übertreibung an. Entscheidend für die nächsten Monate wird, ob die Politik die von Krebber geforderte Klarheit bei den Gaskraftwerks-Ausschreibungen bis März 2026 liefert und wie stark der erwartete Rückgang der Stromgroßhandelspreise tatsächlich ausfällt. Solange der Kursbereich knapp unterhalb der aktuellen Niveaus nicht nachhaltig unterschritten wird, spricht vieles für eine Fortsetzung des übergeordneten Aufwärtstrends.
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