Rolls-Royce hat seinen Aktionären in den vergangenen drei Jahren eine beeindruckende Rally beschert: 220 Prozent Plus 2023, gefolgt von 95 und 100 Prozent in den beiden Folgejahren. Doch bei einem aktuellen Kurs nahe 1.197 Pence und einer Marktkapitalisierung von über 102 Milliarden Pfund stellt sich die Frage: Wie viel Potenzial steckt noch in dem britischen Luft- und Raumfahrtkonzern?

Analysten sehen kaum noch Spielraum

Das durchschnittliche Kursziel von sechs Analysten liegt bei 1.161,50 Pence – und damit unterhalb des aktuellen Handelsniveaus. Die Bewertung lautet mehrheitlich "Moderate Buy", wobei drei Experten zum Kauf raten und drei zum Halten. Verkaufsempfehlungen gibt es keine.

Berenberg Bank hob die Einstufung kürzlich auf "Hold" an und erhöhte das Kursziel von 240 auf 1.080 Pence. Morgan Stanley bekräftigte sein "Overweight"-Rating. Die Gewinnprognosen für 2026 rechnen mit einem Nettogewinn von 2,71 Milliarden Pfund nach 2,36 Milliarden im Vorjahr. Der Gewinn je Aktie soll von 28,2 auf 32,6 Pence steigen, die Dividende von 9 auf 11 Pence.

Bewertung auf Tech-Niveau

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 43,6 wirkt für einen traditionellen Industriekonzern ambitioniert. Beim Forward-KGV sind es rund 40,8 – Multiples, die eher bei wachstumsstarken Technologiewerten üblich sind. Die Aktie notiert deutlich über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 1.114 Pence und dem 200-Tage-Schnitt von 1.076 Pence.

Das bedeutet: Rolls-Royce muss die Erwartungen nicht nur erfüllen, sondern übertreffen, um die Bewertung zu rechtfertigen. Die Nettoliquidität von 1,1 Milliarden Pfund stärkt zwar die Bilanz, doch das Ausführungsrisiko steigt auf diesem Niveau.

Kleine Reaktoren als Hoffnungsträger

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Small Modular Reactors (SMR) könnten der entscheidende Wachstumstreiber werden. Die britische Regierung hat Rolls-Royce als bevorzugten Bieter für die ersten SMR-Projekte des Landes ausgewählt. In Wales läuft bereits die Entwicklung einer entsprechenden Nuklearanlage. Nvidia-Chef Jensen Huang prognostizierte kürzlich, dass Rechenzentren in sechs bis sieben Jahren verstärkt von SMR betrieben werden dürften.

Aktuell tragen die kleinen Reaktoren praktisch nichts zum Umsatz bei. Doch neue Großaufträge könnten die langfristigen Wachstumsaussichten deutlich verbessern – und die hohe Bewertung nachträglich legitimieren.

Insider verkaufen deutlich mehr als sie kaufen

CEO Tufan Erginbilgic trennte sich im Dezember von 4.986 Aktien zu 1.164 Pence, was einem Gegenwert von rund 58.000 Pfund entspricht. Zwischen September und November hatte er bereits Papiere im Wert von etwa 230.000 Pfund veräußert. Auf der Käuferseite tätigten zwei Aufsichtsrätinnen kleine Zukäufe zwischen 1.000 und 2.000 Pfund.

In den vergangenen zwölf Monaten summierten sich Insider-Käufe auf rund 148.000 Pfund, während Verkäufe 3,78 Millionen Pfund erreichten. Der Insider-Anteil am Gesamtkapital liegt bei marginalen 0,04 Prozent.

Konsolidierung wahrscheinlich

Nach drei Jahren mit dreistelligen oder nahezu dreistelligen Kursgewinnen dürfte 2026 ein Jahr der Konsolidierung werden. Mit einem Forward-KGV über dem aktuellen Multiple von Nvidia bleibt wenig Raum für weitere Bewertungsexpansion. Die Jahreszahlen am 26. Februar werden zeigen, ob Rolls-Royce die hohen Erwartungen erfüllen kann. Überraschungen müssten entweder von deutlich besseren Margen oder von neuen SMR-Verträgen kommen.

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