Rolls-Royce hat seinen Jahresbericht 2025 veröffentlicht und die Hauptversammlung für den 30. April 2026 einberufen. Hinter den formalen Dokumenten steht das größte Aktienrückkaufprogramm der Unternehmensgeschichte – finanziert durch Rekordgewinne und eine fundamental gestärkte Bilanz.

Aktionäre stimmen über Milliarden-Rückkauf ab

Die Hauptversammlung findet am 30. April 2026 um 11 Uhr im Rolls-Royce Learning and Development Centre in Derby statt. Auf der Agenda: Eine Resolution, die dem Vorstand erlaubt, bis zu 10% der ausgegebenen Stammaktien zurückzukaufen. Die Maßnahme soll nur durchgeführt werden, wenn sie den Gewinn je Aktie erhöht und den Aktionären insgesamt zugutekommt.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Am 26. Februar 2026 hatte der britische Triebwerkshersteller seine Jahreszahlen vorgelegt – und die übertrafen die Erwartungen zum vierten Quartal in Folge. Der operative Gewinn kletterte um 40% auf 3,5 Milliarden Pfund, die operative Marge verbesserte sich von 13,8% auf 17,3%. Der Umsatz legte um 13% auf 20,1 Milliarden Pfund zu.

Verantwortlich für den Sprung war vor allem die Zivilluftfahrtsparte. Sie wuchs um 15%, die operative Marge stieg von 16,6% auf 20,5%. Höhere Margen bei Ersatzteilen und Reserve-Triebwerken trieben die Profitabilität. Auch die Bereiche Verteidigung und Energiesysteme lieferten solide Margen von 14,4% beziehungsweise 17,4%.

Von der Verschuldung zur Nettoliquidität

Der freie Cashflow erreichte 3,3 Milliarden Pfund. Das ermöglichte eine bemerkenswerte Bilanzwende: Aus einer Nettoverschuldung von 475 Millionen Pfund im Vorjahr wurde eine Nettoliquidität von 1,9 Milliarden Pfund.

Auf dieser Basis kündigte Rolls-Royce ein Aktienrückkaufprogramm von 7 bis 9 Milliarden Pfund für den Zeitraum 2026 bis 2028 an. Allein 2026 sollen 2,5 Milliarden Pfund zurückfließen. Für ein Unternehmen, das seine Dividende erst 2025 nach fünfjähriger Pause wieder aufnahm, ist das ein kraftvolles Signal. Die Gesamtdividende für 2025 beträgt 9,5 Pence je Aktie – eine Ausschüttungsquote von 32%.

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Mittelfristziele zwei Jahre früher erreicht

Rolls-Royce hob die Prognose deutlich an. Für 2026 erwartet das Management einen operativen Gewinn zwischen 4,0 und 4,2 Milliarden Pfund sowie einen freien Cashflow von 3,6 bis 3,8 Milliarden Pfund. Bis 2028 soll der operative Gewinn auf 4,9 bis 5,2 Milliarden Pfund steigen, die operative Marge auf 18% bis 20%, der freie Cashflow auf 5,0 bis 5,3 Milliarden Pfund.

Die ursprünglichen Mittelfristziele werden damit zwei Jahre früher erreicht als geplant.

Strategisch setzt Rolls-Royce auf drei Bereiche: Verteidigung, Künstliche Intelligenz und Nukleartechnik. Das Unternehmen ist alleiniger Anbieter kleiner modularer Reaktoren in Großbritannien und beliefert die nächste Generation europäischer Kampfjets mit Triebwerken. CEO Tufan Erginbilgiç signalisierte Offenheit für eine deutsche Beteiligung am britisch-italienisch-japanischen Projekt.

Mit der KI-Plattform AiRR (AI in Rolls-Royce) will das Unternehmen Wartungszeiten verkürzen und Kosten senken. Die Technologie soll über Generative und Agentic AI Triebwerksüberwachung und Planung intelligenter gestalten.

Bewertung und offene Fragen

Der Aktienkurs legte in den ersten beiden Monaten 2026 um über 13% zu und erreichte kürzlich einen Höchststand von 13,68 Pfund. Binnen Jahresfrist beträgt das Plus 65%. Mit einer Marktkapitalisierung von 115 Milliarden Pfund zählt Rolls-Royce zu den größten britischen Unternehmen und wird mit dem 40-fachen der erwarteten Gewinne bewertet – deutlich über den meisten Industriewerten.

Diskussionen löste der Wunsch nach staatlicher Unterstützung für neue Triebwerke aus. Kritiker verweisen auf das Milliarden-Rückkaufprogramm, Befürworter auf die im internationalen Vergleich schwache Förderung britischer Industrieunternehmen. Zudem könnten geopolitische Spannungen, insbesondere im Nahen Osten, die zivile Luftfahrt belasten. Da Rolls-Royce den Großteil seiner Einnahmen mit Wartungsdienstleistungen erzielt, würde ein Rückgang der Flugstunden direkt auf das margenstarke Servicegeschäft durchschlagen.

Die Hauptversammlung am 30. April wird zeigen, wie Aktionäre die Balance zwischen Kapitalrückführung, Wachstumsinvestitionen und makroökonomischen Risiken bewerten.

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