Reploid eröffnet erste Insektenmastanlage bei Kunden – Rekord bei Mitarbeitenden
In der aktuellen Episode der Wiener Börse Party berichtet Moderator Christian Drastil über einen bedeutenden Fortschritt des österreichischen Unternehmens Reploid: Die Eröffnung der ersten landwirtschaftlichen Insektenmastanlage bei einem externen Kunden markiert einen wichtigen Schritt in der Unternehmensgeschichte.
Halbe Milliarde Larven als Arbeitskräfte
Die neue Re-Farm-Unit wurde am Montag im bayerischen Burghausen eröffnet – direkt über die Grenze von Braunau. Hans Lang, Kommunikationschef von Reploid erläuterte im Podcast die beeindruckenden Dimensionen der Anlage. Auf einer Grundfläche von 24 mal 60 Metern können täglich rund 40 Tonnen organischer Reststoffe aus der Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie verarbeitet werden.
Die eigentlichen Arbeiter der Anlage sind dabei keine Menschen: „Es arbeiten nämlich zu jeder Zeit rund eine halbe Milliarde Larven der schwarzen Soldatenfliege dort für uns, die diese Stoffe verarbeiten", so Lang. Die hochautomatisierte Anlage benötigt lediglich eine menschliche Arbeitskraft für den Betrieb.
Perfekte Kreislaufwirtschaft als Geschäftsmodell
Das Konzept der Re-Farm-Unit basiert auf einem durchdachten Kreislaufprinzip. Die Insektenlarven liefern als Output hochwertige Proteine und Fette, die speziell für die Tierfuttermittelindustrie bestimmt sind. Doch auch die Ausscheidungen der Larven während ihres Wachstums werden genutzt – daraus stellt Reploid organischen Dünger her.
CEO Pauer bezeichnete die Eröffnung als „sicherlich ein Meilenstein" für das Unternehmen. Die Anlage bei der Steinberger Re-Farm Unit GmbH dient als erste Implementierung der Technologie bei einem externen Kunden.
Investitionsvolumen und Marktpotenzial
Für Anleger interessant sind die konkreten Zahlen zum Investitionsvolumen. Die Anlage selbst kostet rund viereinhalb Millionen Euro. Hinzu kommen die Kosten für eine geeignete Halle – bei einem Neubau müssen Kunden mit zusätzlichen 800.000 bis einer Million Euro rechnen. Das Gesamtinvestment liegt damit bei etwa 5,5 Millionen Euro, wobei sich die Kosten reduzieren, wenn bereits eine geeignete Halle vorhanden ist.
„Diese Anlage ist quasi das Blueprint-Modell für alle zukünftigen Re-Farm-Units, die wir ausrollen werden. Und da haben wir eine ziemlich starke Pipeline", erklärte Lang. Die Amortisation erfolge über die Laufzeit der Anlage.
Klare Fokussierung auf den europäischen Markt
Auf die Frage, ob Reploid auch Nahrung für Menschen produziere, stellte Lang klar: Der Markt des Unternehmens ist aktuell Europa, und dort sehe man keinen großen Bedarf nach Insektennahrung für Menschen. Weltweit ernähren sich zwar rund zwei Milliarden Menschen durchschnittlich auch von Insekten, doch dies sei nicht der Zielmarkt von Reploid.
Das Unternehmen konzentriert sich stattdessen vollständig auf die Tierfuttermittelindustrie und die Düngerproduktion – zwei Bereiche mit stabilem Absatzpotenzial im europäischen Raum.
Ausblick und Bedeutung für Investoren
Die Eröffnung der ersten Kundenanlage stellt einen wichtigen Proof of Concept für das Geschäftsmodell von Reploid dar. Mit dem Blueprint-Modell und einer starken Pipeline für weitere Installationen positioniert sich das Unternehmen im wachsenden Markt für nachhaltige Proteinquellen und Kreislaufwirtschaft.
Zusammenfassend lässt sich festhalten: Reploid hat mit der Anlage in Burghausen einen konkreten Nachweis erbracht, dass die Technologie im kommerziellen Maßstab funktioniert. Die Kombination aus Reststoffverwertung, Proteinproduktion für Tierfutter und organischer Düngerherstellung schafft ein in sich geschlossenes Kreislaufsystem – betrieben von einer halben Milliarde fleißiger Larven und nur einer menschlichen Arbeitskraft.








