Rheinmetall Aktie: Optimistische Investorenstimmung
Rheinmetall stellt die Weichen für die nächste Wachstumsphase: Neben einem möglichen Einstieg in die militärische Raumfahrtkommunikation setzt der Konzern verstärkt auf Dekarbonisierung – und liefert im Kerngeschäft operative Fortschritte. Wie stark prägen diese Entwicklungen das Bild des Unternehmens derzeit?
Raumfahrtprojekt mit Milliardenpotenzial
Im Mittelpunkt steht ein mögliches Großprojekt für die Bundeswehr. Nach Berichten von Reuters und Financial Times führt Rheinmetall Gespräche mit dem Raumfahrtunternehmen OHB über ein satellitengestütztes Kommunikationsnetzwerk für die Streitkräfte.
Kernidee ist der Aufbau einer sicheren, eigenständigen Internetversorgung für militärische Operationen. Das Projekt könnte laut Medien als europäische Alternative zu Elon Musks Starlink-System positioniert werden. Diskutiert wird demnach ein Joint Venture zwischen Rheinmetall und OHB, das Auftragsvolumen wird im Milliardenbereich verortet.
Wichtig:
- Die Verhandlungen laufen, eine offizielle Bestätigung der Unternehmen steht noch aus.
- Die Berichte datieren vom 25. und 26. Januar 2026 (Financial Times / Reuters).
Sollte das Vorhaben umgesetzt werden, würde Rheinmetall sein Profil klar in Richtung verteidigungsnaher Hochtechnologie und Weltraumkommunikation erweitern – deutlich jenseits des klassischen Fahrzeug- und Munitionsgeschäfts.
Dekarbonisierung der Lieferkette
Parallel meldete der Konzern einen Schritt in seiner ESG-Strategie. Rheinmetall hat mit dem schwedischen Hersteller SSAB eine Absichtserklärung zur Lieferung von fossilfreiem Stahl unterzeichnet.
Der sogenannte „SSAB Zero“-Stahl soll künftig in der Produktion von Verteidigungsgütern eingesetzt werden. Ziel ist es, die CO₂-Bilanz insbesondere in der energieintensiven Panzer- und Fahrzeugfertigung zu verbessern. Laut Mitteilung vom 24. Januar 2026 sollen die Liefermengen schrittweise hochgefahren werden.
Damit positioniert sich Rheinmetall als einer der ersten großen Rüstungskonzerne, der fossilfreien Stahl systematisch in die Lieferkette integriert – ein Signal, dass Nachhaltigkeitskriterien auch in der Verteidigungsindustrie an Bedeutung gewinnen.
Operativer Fortschritt beim Challenger 3
Im Kerngeschäft meldete das Joint Venture Rheinmetall BAE Systems Land (RBSL) einen wichtigen Meilenstein. Am 20. Januar 2026 wurden erfolgreiche bemannte Schießversuche mit dem Kampfpanzer Challenger 3 bekanntgegeben.
Die Tests gelten als entscheidender Schritt vor der Auslieferung an die British Army. Bestätigt wurde dabei insbesondere die Leistungsfähigkeit der von Rheinmetall gefertigten 120mm Glattrohrkanone L55A1. Operativ unterstreicht das Projekt die Rolle des Konzerns als zentraler Ausrüster für moderne Gefechtsfahrzeuge in Europa.
Die Fakten im Überblick
- Gespräche mit OHB über satellitengestütztes Kommunikationsnetz für die Bundeswehr
- Geplante Positionierung als europäische Alternative zu Starlink, Volumen im Milliardenbereich
- Absichtserklärung mit SSAB zu Lieferungen von fossilfreiem „SSAB Zero“-Stahl
- Erfolgreiche bemannte Schießversuche des Challenger 3 durch RBSL abgeschlossen
- Rheinmetall-Aktie: rund 9 % unter 52‑Wochen-Hoch, aber über 160 % über dem 52‑Wochen-Tief
Markteinordnung und Kursbild
Strategisch zielt Rheinmetall klar auf die Transformation zum breiter aufgestellten Technologiekonzern. Der mögliche Einstieg in militärische Raumfahrtkommunikation würde das Portfolio zusätzlich diversifizieren und die Abhängigkeit vom klassischen Fahrzeugsegment reduzieren. Gleichzeitig unterlegt der SSAB-Deal den Anspruch, Nachhaltigkeit und Verteidigung zu verbinden.
An der Börse spiegelt sich der Umbau in einem hohen Bewertungsniveau und ausgeprägten Schwankungen wider. Die Aktie notiert heute bei rund 1.801 Euro und damit etwa 9 % unter dem jüngsten 52‑Wochen-Hoch von 1.995 Euro, gleichzeitig aber deutlich über dem 52‑Wochen-Tief von 687,80 Euro. Die 12-Monats-Performance von mehr als 140 % und eine annualisierte 30-Tage-Volatilität von knapp 80 % zeigen: Der Titel bleibt ein stark schwankender Hochläufer.
Technisch liegt der Kurs über allen wichtigen Durchschnittslinien (50, 100, 200 Tage) und rund 7 % über dem 50‑Tage-Durchschnitt. Der RSI von 83,7 signalisiert kurzfristig ein überkauftes Niveau, was nach der Rally der vergangenen Monate Konsolidierungsphasen begünstigen kann.
Fazit: Profilwandel mit Tempo
Die aktuellen Meldungen zeichnen ein konsistentes Bild: Rheinmetall treibt seinen Wandel vom klassischen Rüstungshersteller zum integrierten Technologieanbieter mit hoher Geschwindigkeit voran. Raumfahrtkommunikation, fossilfreier Stahl und Fortschritte im Panzerprogramm Challenger 3 stehen für drei Ebenen dieses Umbaus – neue Geschäftsfelder, nachhaltigere Lieferkette und operativer Rückenwind im Kerngeschäft.
Für die weitere Wahrnehmung des Konzerns werden nun zwei Punkte entscheidend: Ob aus den Gesprächen mit OHB ein konkretes, milliardenschweres Raumfahrtprojekt entsteht und wie schnell Rheinmetall die Dekarbonisierung seiner Produktion mit SSAB Zero im industriellen Maßstab umsetzt. In Kombination mit dem bereits gewachsenen Auftragsbuch könnte dies das strategische Profil des Unternehmens dauerhaft verändern.
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