Rheinmetall Aktie: 80-Milliarden-Jagd
Armin Papperger legt die Messlatte extrem hoch: 80 Milliarden Euro an möglichen Aufträgen für 2026 – diese Zahl nannte der Rheinmetall-Chef auf einer Handelsblatt-Konferenz in Berlin. Zum Vergleich: Der gesamte Jahresumsatz des Konzerns liegt aktuell bei rund 11 Milliarden Euro. Was steckt hinter dieser gewaltigen Pipeline?
Drei Mega-Ausschreibungen im Fokus
Papperger konkretisierte die wichtigsten Projekte, an denen Rheinmetall derzeit teilnimmt:
- Boxer-Programm: Gepanzerte Transportfahrzeuge im Wert von 37,7 Milliarden Euro
- Marine-Fregatten F126/F127: Auftragspotenzial von 12 bis 13 Milliarden Euro
- Puma-Erweiterung: Weitere Schützenpanzer-Bestellungen im Milliardenbereich
Der Boxer-Auftrag allein würde fast die Hälfte der genannten 80 Milliarden ausmachen. Die gleichzeitige Teilnahme an mehreren Großausschreibungen zeigt die Spannweite des Konzerns – von Landfahrzeugen über Marineausrüstung bis zur Munitionsproduktion.
Januar bringt bereits Schwung
Der Jahresauftakt untermauert die Dynamik. Die wichtigsten Meldungen:
Lynx-Panzer für die Ukraine: Am 12. Januar begann die Auslieferung der ersten KF41-Schützenpanzer nach Kiew, finanziert durch Deutschland. Auftragswert: mittlerer zweistelliger Millionenbereich.
Puma-Munition: Die Bundeswehr orderte 30mm-Geschosse im dreistelligen Millionenbereich – ein erweiterter Rahmenvertrag sichert langfristige Einnahmen.
Marine-Laser-Offensive: Das Joint Venture mit MBDA soll Drohnenabwehrsysteme für die Deutsche Marine entwickeln. Neuartige Laserwaffensysteme rücken damit in den Fokus.
Weltraum-Coup: Zusammen mit ICEYE gewann Rheinmetall einen Auftrag über 1,7 Milliarden Euro brutto für satellitengestützte Aufklärung der Bundeswehr – ein Zeichen der strategischen Neuausrichtung über klassische Panzer hinaus.
Produktion wird hochgefahren
Die Auftragslage erzwingt massive Investitionen:
- Ungarn: Neues Hybridwerk in Szeged eröffnet (69 Millionen Euro, über 300 Jobs)
- Litauen: Munitionsfabrik seit November 2025 im Bau
- Rumänien: Joint Venture für Treibladungspulver startet 2028
Bewertung auf Rekordniveau
Bei einem Schlusskurs von 1.830 Euro am Freitag erreicht die Marktkapitalisierung rund 73,8 Milliarden Euro. Das KGV liegt bei 87,49, was aggressive Wachstumserwartungen einpreist. Analysten taxieren das Kursziel im Schnitt auf 2.190 Euro – die Spannweite reicht von 1.770 bis 2.500 Euro.
Der RSI von 83,7 signalisiert überkaufte Verhältnisse. Gleichzeitig notiert die Aktie deutlich über ihren gleitenden Durchschnitten: 10 Prozent über dem 50-Tage-Schnitt, gut 5 Prozent über der 200-Tage-Linie.
Interessant: Statistisch ist der Januar traditionell stark – in 18 der letzten 20 Jahre legte die Aktie in diesem Monat zu, durchschnittlich um 7,74 Prozent.
Realitätscheck
Die 80-Milliarden-Prognose ist eine Potenzialschätzung, keine Garantie. Rheinmetall konkurriert bei den genannten Großprojekten mit internationalen Wettbewerbern. Entscheidend wird, wie viele dieser Ausschreibungen der Konzern tatsächlich gewinnt – und zu welchen Margen. Die nächsten Quartalszahlen dürften zeigen, ob die aktuelle Bewertung gerechtfertigt ist oder Euphorie eingepreist wurde, die das Unternehmen nicht einlösen kann.
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