Rheinmetall Aktie: Munition verschossen?
Rekordumsatz, Rekordmarge, Rekordauftragsbestand – und trotzdem verliert die Aktie heute fast 6 Prozent auf 1.541,50 Euro. Rheinmetall hat 2025 objektiv starke Zahlen geliefert, aber der Markt hatte noch mehr erwartet. Genau darin liegt das eigentliche Problem.
Der Konzern steigerte den Umsatz um 29 Prozent auf 9,9 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis kletterte um 33 Prozent auf 1,84 Milliarden Euro, die operative Marge stieg auf 18,5 Prozent. Zahlen, die in normalen Zeiten für Begeisterung sorgen würden. Doch Rheinmetall-Aktionäre sind keine normalen Zeiten mehr gewohnt – die Aktie hatte sich in den vergangenen drei Jahren um rund 540 Prozent verteuert. Mit solchen Erwartungen im Gepäck reicht ein Rekord allein nicht mehr aus.
Ausblick verfehlt die Messlatte
Für 2026 peilt der Konzern ein Umsatzwachstum von 40 bis 45 Prozent auf 14 bis 14,5 Milliarden Euro an. Das klingt ambitioniert – war für Analysten aber zu wenig. Bloomberg-Konsensschätzungen lagen bei rund 15 Milliarden Euro. Auch der Ergebnisausblick, eine operative Marge von 19 Prozent, blieb unter den Markterwartungen. Jefferies-Analystin Chloe Lemarie sprach von „Wachstumsschmerzen" und einer Enttäuschung beim operativen Ergebnis.
Dabei ist das strukturelle Fundament beeindruckend: Der Auftragsbestand wuchs von 46,9 auf 63,8 Milliarden Euro und soll bis Jahresende auf rund 135 Milliarden Euro ansteigen. Als Treiber nennt Rheinmetall das deutsche Sondervermögen von 100 Milliarden Euro, das europäische SAFE-Programm mit 150 Milliarden Euro sowie die NATO-Verpflichtung, 3,5 Prozent des BIP für Kernverteidigung auszugeben.
Vollspektrum-Anbieter mit Ambitionen
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Rheinmetall?
Operativ hat Rheinmetall 2025 die Weichen für weiteres Wachstum gestellt. Die Übernahme von Naval Vessels Lürssen, abgeschlossen am 27. Februar 2026, bringt neun Produktionsstandorte und rund 2.100 Mitarbeitende. Damit kann der Konzern künftig vollständige Marineschiffe liefern – von Korvetten bis zu Fregatten. Neue Segmente wie Air Defence, Digital Systems und Naval Systems spiegeln den Anspruch wider, als Vollspektrum-Verteidigungsanbieter aufzutreten.
Ergebnistreiber bleibt die Munitionssparte mit einer Marge von über 29 Prozent. Das Segment Weapon and Ammunition wuchs um 27 Prozent auf 3,53 Milliarden Euro. Zusätzlichen Rückenwind könnte die Lage im Nahen Osten bringen: Rheinmetall-Flugabwehrsysteme sollen im laufenden Konflikt mit dem Iran rund 100 Shahed-Drohnen abgefangen haben. Der Konzern sieht sich zudem in einer guten Position, die USA bei der Wiederauffüllung ihrer Raketenbestände zu unterstützen.
JPMorgan und Berenberg bleiben trotz des schwachen Handelstages bei ihren Kaufempfehlungen mit Kurszielen von 2.130 beziehungsweise 2.100 Euro. Die Analysten sehen die mittelfristigen Aussichten als intakt an, räumen aber ein, dass Umsatz und operatives Ergebnis unter den Erwartungen lagen.
Das Langfristziel – ein Umsatz von rund 50 Milliarden Euro bis 2030 – verdeutlicht, wie groß die Ambitionen sind. Ob Rheinmetall die Kapazitäten schnell genug hochfahren kann, um das rapide wachsende Auftragsbuch auch zu erfüllen, wird die entscheidende operative Frage der kommenden Jahre sein. Die Hauptversammlung am 12. Mai 2026 dürfte dabei ein erster Gradmesser für die Stimmung der Aktionäre werden – auch wegen der deutlich erhöhten Dividende von 11,50 Euro je Aktie, nach 8,10 Euro im Vorjahr.
Rheinmetall-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rheinmetall-Analyse vom 11. März liefert die Antwort:
Die neusten Rheinmetall-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rheinmetall-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Rheinmetall: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








