Rheinmetall startet mit vollem Auftragsbuch und einer technologisch spannenden Weichenstellung ins neue Jahr. Neben einem großen Munitionspaket der Bundeswehr treibt der Konzern mit MBDA die Entwicklung von Laserwaffen voran und meldet Fortschritte bei Wasserstoff-Technologie. Wie passt dieser Mix aus klassischen Rüstungsgütern und Zukunftstechnologien zur aktuellen Bewertung an der Börse?

Der Aktienkurs liegt heute bei 1.825 Euro und damit rund 15 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt – ein Hinweis auf anhaltendes Momentum nach einem Kursplus von gut 180 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten.

Laser-Joint-Venture mit MBDA: Vom Test zur Serie

Mit MBDA Deutschland gründet Rheinmetall im ersten Quartal 2026 ein gemeinsames Unternehmen für maritime Laserwaffen. Die neue GmbH soll Laserwaffensysteme entwickeln und produzieren, zunächst für die Deutsche Marine.

Die Kooperation baut auf einer seit 2019 bestehenden Partnerschaft auf. Auf der Fregatte „Sachsen“ wurde ein gemeinsam entwickelter Laser-Demonstrator bereits ein Jahr lang unter realen Einsatzbedingungen erprobt. Mehr als 100 Schieß- und Verfolgungstests gegen unterschiedliche Ziele wurden durchgeführt, darunter auch sogenannte „Blue Sky“-Tests ohne Landschaftshintergrund.

Kernpunkt: Das System konnte Ziele von der Größe einer Ein-Euro-Münze auf große Distanz stabil verfolgen und die Laserenergie präzise bündeln. Diese Genauigkeit soll ein Überschießen verhindern und die Betriebssicherheit erhöhen.

Die Unternehmensvertreter betonen zwei Aspekte:

  • Aufbau einer nationalen Technologie- und Fertigungsbasis in Deutschland
  • Anspruch, „neue Maßstäbe“ bei Entwicklung und Produktion moderner Laserwaffensysteme zu setzen

Damit rückt Rheinmetall vom reinen Demonstrator in Richtung seriennaher Anwendung auf Marineplattformen vor – ein strategisch wichtiger Schritt in einem potenziell neuen Marktsegment.

Bundeswehr erhöht Puma-Munitionsvolumen deutlich

Parallel dazu meldete das Unternehmen am 5. Januar einen weiteren Großauftrag der Bundeswehr. Es geht um 30mm-Munition für den Schützenpanzer Puma, für den ein bestehender Rahmenvertrag aus 2022 deutlich ausgeweitet wurde.

Die Eckdaten:

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  • Laufzeit des Rahmenvertrags bis 2029
  • Volumen nun rund 1 Milliarde Euro für mehrere hunderttausend Patronen
  • Aktueller Abruf: mittlere sechsstellige Stückzahl
  • Auftragswert des Abrufs: mehrere hundert Millionen Euro

Der neue Abruf steht im Zusammenhang mit der Bestellung von 200 zusätzlichen Puma-Schützenpanzern. Diese sind mit der Rheinmetall-Maschinenkanone MK30-2/ABM ausgerüstet, die hohe Feuerrate mit programmierbarer Munition verbindet – ein klassisches Beispiel für „Ausrüstung plus Munition“ aus einer Hand, das zu wiederkehrenden Aufträgen führen kann.

Für die Ergebnisse der nächsten Jahre ist diese Kombination aus langfristigem Rahmenvertrag und bereits konkret abgerufenem Volumen ein sichtbarer Beitrag zur Planbarkeit der Erlöse im Bereich Waffen und Munition.

Wasserstoff-Elektroden: Fortschritt jenseits des Kerngeschäfts

Neben den Rüstungsthemen meldete Rheinmetall am 7. Januar den Abschluss eines Entwicklungsprojekts zur Elektrodentechnologie für die alkalische Elektrolyse. Die Tochter KS Gleitlager GmbH leitete das Konsortium im Rahmen der Nationalen Wasserstoffstrategie der Bundesregierung.

Wesentliche Punkte:

  • Entwicklung neuer Elektrodentechnologie für großskalige Elektrolysesysteme
  • Pilotproduktion in St. Leon-Rot soll im kommenden Jahr starten
  • Produktionslinie ausgelegt auf Elektroden bis zwei Meter Länge
  • Zielanwendung: Multi-Megawatt-Elektrolysesysteme

Damit positioniert sich der Konzern mit spezifischem Know-how im Wasserstoffsegment, ohne das Kerngeschäft zu verlassen: Es geht auch hier um Material- und Fertigungskompetenz in einem industriellen Umfeld.

Kennzahlen, Auftragsbestand und Bewertung

Die operative Basis für die aktuelle Kursstärke ist ein prall gefülltes Auftragsbuch. Zum dritten Quartal 2025 lag der Auftragsbestand bereits bei 64 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr 2025 rechnen Analysten mit einem Umsatz von rund 12,5 Milliarden Euro, was einem Anstieg von etwa 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

An der Börse spiegelt sich diese Kombination aus Wachstum und Visibilität klar wider:

  • Kurs heute: 1.825 Euro
  • Plus der letzten 12 Monate: rund 182 Prozent
  • Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 1.995 Euro: etwa 9 Prozent
  • Kurs liegt rund 14 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt und 7 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt
  • RSI (14 Tage) bei 83,7 signalisiert einen technisch überkauften Zustand

Die Mehrheit der Analysten bleibt trotz der starken Entwicklung positiv gestimmt. Der hohe RSI und der deutliche Abstand zu den Durchschnittslinien deuten allerdings auf eine bereits sehr ambitionierte Erwartungshaltung im Markt hin.

Blick nach vorn: Quartalszahlen als nächster Prüfstein

Mit den neuen Munitionsaufträgen, dem Laser-Joint-Venture und dem Fortschritt in der Wasserstofftechnologie untermauert Rheinmetall zum Jahresbeginn die Wachstumsstory aus mehreren Richtungen. Entscheidend wird nun, wie sich diese Projekte in den Zahlen niederschlagen und ob der Konzern den erwarteten Umsatzsprung bestätigen kann.

Der nächste konkrete Prüfstein steht bereits fest: Am 12. März 2026 legt Rheinmetall die nächsten Quartalszahlen vor. Dann wird sich zeigen, wie stark die hohe Auftragsbasis und die neuen Verträge bereits in Umsatz und Ergebnis durchschlagen und ob das aktuell hohe Bewertungsniveau durch weitere Fortschritte im operativen Geschäft gestützt wird.

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