Ein Rahmenvertrag der US-Armee und frische Analystenkommentare geben der Renk Aktie neuen Schub. Der Spezialist für Antriebs- und Getriebetechnik in militärischen Fahrzeugen profitiert von einer Mischung aus geopolitischer Unsicherheit und solider Auftragslage. Spannend ist vor allem, wie stark der Markt die Rolle der US-Tochter inzwischen einpreist.

Analysten bleiben positiv – mit leicht gesenkten Zielen

Zum Wochenstart haben zwei große Häuser ihre Einschätzungen aktualisiert – das Votum bleibt klar, die Nuancen unterscheiden sich jedoch.

Die Privatbank Berenberg bestätigte ihre Empfehlung mit „Buy“, senkte aber das Kursziel von 84 auf 76 Euro. Analyst George McWhirter begründet seine weiter positive Haltung mit der erhöhten geopolitischen Unsicherheit. Auslöser seien unter anderem US-Militäraktionen in Venezuela sowie Spannungen rund um Grönland. Vor diesem Hintergrund rechnet er mit über viele Jahre steigenden Verteidigungsausgaben in Europa.

Parallel dazu bleibt JPMorgan bei „Overweight“ und sieht das Kursziel aktuell bei 75 Euro. Analyst David Perry verweist darauf, dass der Markt seinen Blick stark auf höhere US-Rüstungsetats richtet – ein Umfeld, in dem Anbieter spezialisierter Technik wie Renk strukturell profitieren können.

Trotz der leichten Zielsenkung durch Berenberg senden beide Einschätzungen damit ein ähnlich gelagertes Signal: die Aktie wird fundamental unterstützt gesehen, auch wenn die kurzfristigen Erwartungen etwas justiert wurden.

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US-Tochter sichert Millionenauftrag

Zusätzlichen Rückenwind liefert ein neuer Auftrag aus Nordamerika. Renk America hat einen Rahmenvertrag mit der US-Armee unterzeichnet, der die Bedeutung des US-Geschäfts für den Gesamtkonzern unterstreicht.

Die wichtigsten Fakten zum Deal:

  • Volumen: bis zu 75,5 Millionen US-Dollar
  • Laufzeit: fünf Jahre
  • Vertragsart: „Cost-Plus Fixed Fee“-Vertrag
  • Inhalt: technischer System-Support für hydromechanische Getriebe
  • Plattformen: Unterstützung unter anderem für die Kampffahrzeuge „Bradley“ und die Panzerhaubitze „Paladin“

Der Vertrag sichert über mehrere Jahre planbare Erlöse im US-Militärgeschäft. Die Ausgestaltung als „Cost-Plus Fixed Fee“-Modell deutet auf eine Kombination aus Kostenbasis plus fest vereinbarter Marge hin, was typischerweise für stabile, wenn auch nicht extrem margenstarke, Beiträge sorgt. Insgesamt stärkt der Auftrag die Visibilität künftiger Umsätze und macht die US-Tochter zu einem noch wichtigeren Standbein.

Kursentwicklung: Dynamische Erholung mit Abstand zum Hoch

Die Börse honoriert die Kombination aus Analystenunterstützung und neuem Auftrag deutlich. Gestern schloss die Aktie bei 66,48 Euro. Auf Wochensicht ergibt sich ein Plus von gut 11 Prozent, in den vergangenen 30 Tagen sogar knapp 27 Prozent. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf rund 21 Prozent, auf Zwölf-Monats-Sicht steht ein beeindruckender Zuwachs von mehr als 200 Prozent.

Wesentliche Kennzahlen im Überblick:

  • Schlusskurs gestern: 66,48 Euro
  • Veränderung 7 Tage: +11,17 %
  • Veränderung 30 Tage: +26,73 %
  • Veränderung 12 Monate: +217,78 %
  • 52-Wochen-Tief: 20,92 Euro (Abstand: +217,78 %)
  • 52-Wochen-Hoch: 88,73 Euro (Abstand: -25,08 %)
  • 50-Tage-Durchschnitt: 55,77 Euro (Abstand: +19,20 %)
  • 200-Tage-Durchschnitt: 64,26 Euro (Abstand: +3,45 %)
  • RSI (14 Tage): 61,2

Die deutliche Distanz zum 52-Wochen-Tief zeigt, wie kräftig die Erholung ausgefallen ist. Gleichzeitig notiert der Titel noch klar unter dem Jahreshoch und damit in einer Zone, in der weitere Nachrichten den Kurs stärker in die eine oder andere Richtung bewegen können. Der RSI im Bereich um 60 signalisiert derzeit eher eine robuste als eine überhitzte Marktverfassung, während der spürbare Abstand zur 50-Tage-Linie den laufenden Aufwärtstrend bestätigt.

Fazit: Wachstumstreiber klar erkennbar

Mit dem neuen US-Armee-Vertrag über bis zu 75,5 Millionen US-Dollar und einheitlich positiven Analysteneinstufungen verfügt Renk derzeit über mehrere klar erkennbare Wachstumstreiber. Die geopolitische Lage stützt die Erwartung an dauerhaft hohe Verteidigungsetats, und der mehrjährige Rahmenvertrag verbessert die Visibilität der Erlöse im wichtigen US-Markt. Angesichts des deutlichen Kursanstiegs der vergangenen Monate, des noch vorhandenen Abstands zum 52-Wochen-Hoch und der Kursziele im Bereich um 75 bis 76 Euro bleibt die Aktie in einem Umfeld, in dem operative Nachrichten und weitere Auftragsmeldungen in den kommenden Monaten entscheidende Impulse setzen dürften.

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