Die US-Regierung unter Donald Trump hat den KI-Anbieter Anthropic auf die schwarze Liste gesetzt und dessen Technologie als Risiko für die Lieferkette eingestuft. Die Folge: Verteidigungsunternehmen weisen ihre Mitarbeiter an, das KI-Modell Claude nicht mehr zu verwenden. Für Palantir Technologies, das Anthropic seit über einem Jahr als Partner für Regierungsaufträge nutzt, bedeutet das kurzfristig Umstellungsaufwand – langfristig aber möglicherweise neue Chancen.

Anthropic raus, Palantir unter Druck?

Über ein Jahr lang hatte Anthropic die US-Regierung über Palantir beliefert. Kunden des Datenanalyse-Spezialisten nutzten Claudes KI-Modelle, um Muster in großen Mengen klassifizierter Daten zu erkennen. Ende 2024 wurde Anthropic über eine Partnerschaft mit Palantir ins DoD-Ökosystem integriert, kurz darauf folgte ein 200-Millionen-Dollar-Vertrag für den Einsatz von Claude in geheimen Regierungsnetzwerken.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Palantir?

Analysten von Piper Sandler warnen in einer aktuellen Einschätzung, dass Anthropic „tief im Militär und in der Geheimdienstgemeinde verankert" sei. Der Umstieg auf andere Technologien könne „kurzfristige Störungen" bei Palantir verursachen. Trotzdem bleibt Piper Sandler optimistisch für die Aktie. Palantir selbst wollte sich auf Nachfrage nicht zu seinen Plänen äußern – das Unternehmen bezieht knapp 60 Prozent seines US-Umsatzes aus Regierungsaufträgen.

Chance auf neue Verträge

Die Verbannung von Anthropic könnte Palantir paradoxerweise zugutekommen. Beobachter gehen davon aus, dass Aufträge, die bislang an Anthropic gingen, nun bei Palantir landen könnten. Das Pentagon soll seine Abhängigkeit von Palantir ohnehin ausbauen – neue mehrjährige Verträge mit dem Heimatschutzministerium untermauern die zentrale Rolle des Unternehmens in der nationalen Sicherheitsinfrastruktur.

Die Entscheidung der Trump-Regierung wurde teils durch eine Anfrage von Anthropic ausgelöst: Das Unternehmen wollte von Palantir wissen, ob seine Technologie beim Maduro-Einsatz im Januar zum Einsatz kam – einer Operation, bei der Palantirs Maven Smart System genutzt wurde, das auch Anthropic-Technologie integriert.

Rekordquartal trotz Geopolitik

Jenseits des politischen Lärms überzeugen die Geschäftszahlen. Im vierten Quartal 2025 steigerte Palantir den Umsatz um 70 Prozent auf 1,41 Milliarden Dollar. Der US-Umsatz kletterte um 93 Prozent auf 1,08 Milliarden Dollar, getrieben von einem Anstieg im kommerziellen Segment um 137 Prozent auf 507 Millionen Dollar. Auch das Regierungsgeschäft legte mit 66 Prozent auf 570 Millionen Dollar deutlich zu.

Das Management meldete Rekordwerte: Palantir schloss Verträge im Gesamtwert von 4,3 Milliarden Dollar ab, der verbleibende Deal-Wert liegt bei 11,2 Milliarden Dollar. Der adjustierte Free Cashflow erreichte 791 Millionen Dollar. Für das Geschäftsjahr 2026 prognostiziert das Unternehmen Erlöse zwischen 7,18 und 7,20 Milliarden Dollar – deutlich über den bisherigen Analystenschätzungen. Institute wie Rosenblatt, UBS und Mizuho haben daraufhin ihre Kursziele angehoben und vergeben „Buy"- oder „Outperform"-Ratings.

Bewertung und Insider-Verkäufe im Blick

Die Kehrseite: Palantir ist mit einer Marktkapitalisierung von rund 342 Milliarden Dollar ambitioniert bewertet. Die Aktie wird zum 47-Fachen des erwarteten Jahresumsatzes und zum 108-Fachen des erwarteten Gewinns gehandelt – eine der wachstumsabhängigsten Bewertungen am gesamten Markt. Zudem verkauften Insider wie CEO Alex Karp und Director Peter Thiel zwischen dem 20. Februar und 3. März 2026 Aktien im Wert von über 400 Millionen Dollar.

Institutionelle Anleger zeigen sich gespalten: Während Kingsview Wealth Management seine Position um 55,6 Prozent aufstockte und Huntington National Bank sogar um 648 Prozent, reduzierte APG Asset Management seinen Anteil um 18,9 Prozent.

Belastungsprobe für die Plattform

CEO Alex Karp bezog auf einer Konferenz in Washington klar Stellung: Silicon-Valley-Firmen, die behaupten, KI werde Bürojobs ersetzen, und gleichzeitig „das Militär im Stich lassen", könnten eine „Verstaatlichung unserer Technologie" riskieren. Ob Palantir die Umstellung nach dem Wegfall von Anthropic reibungslos bewältigt und gleichzeitig die frei werdenden Aufträge einfängt, wird die kommenden Monate zeigen.

Palantir-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Palantir-Analyse vom 05. März liefert die Antwort:

Die neusten Palantir-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Palantir-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 05. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Palantir: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...