RENK liefert für 2025 Rekorde am laufenden Band – und trotzdem zögert der Markt. Der Grund liegt nicht in der Vergangenheit, sondern im Blick nach vorn: Der Ausblick für 2026 fällt vorsichtiger aus als viele nach dem starken Rüstungsjahr erwartet hatten. Kann RENK die hohe Erwartungshürde mit dem dicken Auftragsbuch untermauern?

Rekordjahr 2025: Umsatz, Gewinn, Auftragsbestand

2025 hat RENK operativ abgeliefert. Der Umsatz stieg um knapp ein Fünftel auf 1,37 Mrd. Euro. Das bereinigte EBIT legte um 21,7% auf 230 Mio. Euro zu. Unterm Strich sprang der Nettogewinn auf 101,3 Mio. Euro – fast eine Verdopplung.

Besonders auffällig: der Auftragsbestand. Zum 31. Dezember 2025 lag er mit 6,68 Mrd. Euro auf Allzeithoch (Vorjahr: 4,96 Mrd. Euro). Auch der Auftragseingang markierte mit rund 1,57 Mrd. Euro einen Rekord.

Segment VMS als Wachstumsmotor

Das Segment Vehicle Mobility Solutions (VMS) war erneut der stärkste Wachstumstreiber. Der Umsatz kletterte dort um 24,8% auf 872 Mio. Euro (2024: 699 Mio. Euro). Das bereinigte EBIT stieg um 27,8% auf 178 Mio. Euro, die bereinigte EBIT-Marge lag bei 20,4%.

Zusätzlich meldete RENK für VMS eine Kapitalrendite (ROCE) von 23,5% – und damit über dem mittelfristigen Ziel von über 20%.

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2026: Prognose solide, aber nicht „gut genug“

Für 2026 stellt RENK weiteres profitables Wachstum in Aussicht. Geplant sind ein Umsatz von über 1,5 Mrd. Euro sowie ein bereinigtes EBIT von 255 bis 285 Mio. Euro. Genau hier liegt der Knackpunkt: Das Umsatzziel liegt am unteren Ende rund 3% unter dem Marktkonsens – und damit offenbar unter dem Niveau, das Anleger nach dem Rekordjahr eingepreist hatten.

Das Management verwies zudem auf ein Book-to-Bill-Verhältnis von 0,7x im vierten Quartal. Als Erklärung nannte das Unternehmen eine zeitliche Verschiebung von Aufträgen im Umfang von rund 200 Mio. Euro in den Beginn von 2026 – nicht eine nachlassende Nachfrage.

Flankierend treibt RENK Investitionen in Kapazitäten voran: Im Q2/Q3 2026 sollen neue Maschinen und Wärmebehandlungsanlagen installiert werden, um das erwartete Wachstum aus dem hohen Auftragsbestand bedienen zu können.

Auch in den USA setzt RENK Akzente. Renk America sicherte Support- und Ersatzteilverträge von über 50 Mio. US-Dollar, darunter ein Auftrag über 25 Mio. US-Dollar für beschleunigte Instandhaltung sowie ein weiterer Vertrag über 18 Mio. US-Dollar für AVDS-Panzerkomponenten. Bis 2030 sind zudem Gesamtinvestitionen von 150 Mio. US-Dollar in Michigan geplant, davon 80 Mio. US-Dollar für F&E.

Beim Thema Dividende plant der Vorstand eine Anhebung: Für die Hauptversammlung am 10. Juni 2026 wird eine Dividende von 0,58 Euro je Aktie vorgeschlagen (Vorjahr: 0,42 Euro), die Ausschüttungsquote liegt bei 40,9%.

Zum Wochenschluss zeigt sich die Aktie dennoch angeschlagen: Heute notiert sie bei 55,44 Euro (+3,34%), liegt damit aber in den letzten sieben Tagen 3,13% im Minus und weiterhin unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 58,69 Euro.

Entscheidend für die nächste Etappe dürfte sein, ob die angekündigte Auftragsverschiebung tatsächlich zeitnah in 2026 sichtbar wird – und RENK damit den vorsichtigen Ausblick mit konkreterem Momentum aus dem rekordhohen Auftragsbestand untermauert.

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