Verteidigungsaufträge, geopolitische Fantasie und ein heiß gelaufener Kurs – die Red-Cat-Aktie startet mit Tempo ins Börsenjahr 2026. Während der Markt die Story rund um Drohnenprogramme und Militäraufträge spielt, wirken die jüngsten Geschäftszahlen deutlich nüchterner. Im Kern prallen hier hohe Erwartungen und eine schwächere Ausgangsbasis aufeinander.

Geopolitik und Großaufträge als Treiber

Der aktuelle Kursschub speist sich aus zwei Hauptquellen: geopolitischer Spekulation und konkret zugesagten US-Verteidigungsprogrammen.

Im Markt kursiert die Einschätzung, Red Cat könne indirekt von US-Drohneneinsätzen in Venezuela profitieren. Belege dafür sind bislang eher dünn, dennoch sorgt die Verbindung für zusätzlichen Rückenwind, vor allem bei spekulativen Privatanlegern.

Deutlich belastbarer ist die Auftragslage aus offiziellen Programmen:

  • Einbindung in das rund 1-Milliarde-Dollar schwere „Drone Dominance Program“
  • Ausbau des SRR-(Short Range Reconnaissance)-Vertrags („Tranche 2“) auf etwa 35 Millionen US-Dollar

Diese Zusagen stärken die Wahrnehmung, dass Red Cat im US-Verteidigungsapparat eine feste Rolle einnimmt. Am Markt wird daraus ein Bewertungsaufschlag abgeleitet – eine Art „Defense-Premium“, das zukünftige, noch nicht realisierte Umsätze vorwegnimmt.

Sektorstärke und technischer Aufwärtstrend

Die Rally ist eingebettet in eine generelle Bevorzugung US-amerikanischer Drohnenhersteller gegenüber ausländischen Anbietern. Red Cats Fokus auf Aufklärungs- und Präzisionsfähigkeiten sowie der Status als „Blue-List“-zulieferer gelten dabei als wichtiger Wettbewerbsvorteil, weil sie für viele Pentagon-Budgets Voraussetzung sind.

Auch technisch zeigt sich ein klarer Aufwärtstrend. Der Sprung über die Marke von 11 US-Dollar fungierte als psychologisch und charttechnisch relevante Hürde. Das hohe Handelsvolumen der letzten Tage, das im zweistelligen Millionenbereich lag, signalisiert starkes Interesse sowohl von institutioneller Seite als auch von Privatanlegern.

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Trotz der jüngsten Kursgewinne notiert die Aktie mit 12,28 US-Dollar noch etwas unter ihrem 52‑Wochen-Hoch, gleichzeitig aber weit über den gleitenden Durchschnitten – ein Zeichen für einen sehr steilen, kurzfristigen Trend.

Zahlencheck: Deutliche Verfehlung der Erwartungen

Auf fundamentaler Ebene fällt das Bild allerdings deutlich gemischter aus. In seinem jüngsten Quartalsbericht vom November 2025 meldete Red Cat einen Umsatz von 9,65 Millionen US-Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 14,12 Millionen US-Dollar gerechnet – ein Rückstand von rund 31 Prozent.

Auch auf Ergebnisebene blieb das Unternehmen hinter den Erwartungen zurück: Das ausgewiesene EPS lag bei -0,16 US-Dollar, während die Prognosen bei -0,07 US-Dollar lagen. Die Profitabilität hinkt damit deutlich hinter den Hoffnungen des Marktes her.

Trotz dieser Delle in Umsatz und Ergebnis reagiert der Kurs aktuell kaum negativ. Stattdessen richten viele Anleger den Blick klar nach vorn: Entscheidend ist aus ihrer Sicht weniger, was Red Cat im letzten Quartal geliefert hat, sondern welches Umsatzpotenzial in der erweiterten SRR-Vergabe und dem Drone-Dominance-Programm steckt.

Bewertung hängt an der Umsetzung

Damit ergibt sich ein Spannungsfeld: Auf der einen Seite eine Aktie, die in den vergangenen Wochen kräftig zugelegt hat und weit über ihren Durchschnittskursen handelt, auf der anderen Seite ein Unternehmen, das zuletzt klar unter den Umsatzerwartungen blieb. Der Markt setzt offensichtlich darauf, dass die zugesagten rund 35 Millionen US-Dollar aus der SRR-Erweiterung und die Beteiligung am milliardenschweren Drone-Dominance-Programm in den kommenden Quartalen spürbar in Cashflow und Ergebnis durchschlagen.

Kurzfristig dominiert der positive Nachrichtenfluss aus dem Verteidigungssektor die Stimmung. Für die weitere Entwicklung wird allerdings entscheidend sein, ob Red Cat die angekündigten Aufträge planmäßig umsetzen und in verlässliches Wachstum übersetzen kann. Genau an dieser Stelle dürfte sich zeigen, ob die aktuelle Rally eine tragfähige Neubewertung oder nur ein vorauseilender Vertrauensvorschuss war.

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