Plug Power Aktie: Zwickmühle
Plug Power meldet einen wichtigen operativen Meilenstein in Europa – doch an der Börse dominiert eine ganz andere Sorge: die künftige Kapitalstruktur. Während das Geschäft mit Elektrolyseuren sichtbar vorankommt, liegt der Fokus der Anleger auf der Hauptversammlung Ende Januar und den möglichen Folgen für bestehende Aktionäre.
Großer Fortschritt in Portugal
In Portugal hat Plug Power die Installation von 100 MW PEM-Elektrolyseuren in der Galp- Raffinerie in Sines abgeschlossen. Das Projekt gilt als bedeutende Umsetzung eines bestehenden Auftrags und unterstreicht, dass das Unternehmen technologisch liefern kann.
Die GenEco™-Elektrolyseure sollen laut Projektplan rund 15.000 Tonnen grünen Wasserstoff pro Jahr erzeugen. Damit würde ein Teil des bisher eingesetzten grauen Wasserstoffs ersetzt und potenziell etwa 110.000 Tonnen CO₂-Emissionen pro Jahr vermieden. Die physische Installation ist abgeschlossen, die Inbetriebnahme und der Hochlauf sind allerdings erst in den kommenden Monaten vorgesehen.
Unter „normalen“ Marktbedingungen wäre eine derart greifbare Projektumsetzung ein klarer Kurstreiber. Derzeit überlagern jedoch Bilanz- und Liquiditätssorgen die positive Nachricht aus Portugal deutlich.
Hauptversammlung 29. Januar: Kapitalerhöhung oder Reverse Split
Zentraler Belastungsfaktor ist die für den 29. Januar 2026 anstehende Hauptversammlung. Die Aktionäre sollen über einen weitreichenden Vorschlag zur Änderung der Kapitalstruktur abstimmen: Das Management will die Zahl der genehmigten Aktien von 1,5 auf 3,0 Milliarden verdoppeln.
Im Markt wird dieser Vorstoß klar als Vorbereitung für umfangreiche Kapitalmaßnahmen interpretiert, um den laufenden Mittelabfluss zu finanzieren. Entsprechend groß ist die Angst vor Verwässerung der Anteile bestehender Aktionäre.
Zusätzlich verschärft ein Ultimatum der Unternehmensführung die Lage: Sollte die Ausweitung der genehmigten Aktien scheitern, stellt Plug Power einen Reverse Stock Split in Aussicht. Diese Alternative – also entweder deutlich mehr potenzielle Aktien oder eine Aktienzusammenlegung – schafft ein binäres, risikoarmes Umfeld für neue Käufer sieht anders aus, weshalb die operativen Fortschritte derzeit kaum im Kurs ankommen.
Walmart-Verzicht als begrenzte Entlastung
Zwischen den vielen Fragezeichen zur Kapitalstruktur gibt es dennoch einen kleineren Lichtblick. Walmart hat eine Option (Warrant) storniert, die zum Erwerb von 55,3 Millionen Plug-Power-Aktien berechtigt hätte.
Damit entfällt ein potenzieller Verwässerungsfaktor von rechnerisch rund 42,2 Millionen Aktien. Für bestehende Anteilseigner ist das zwar ein klarer rechnerischer Vorteil, in der aktuellen Stimmungslage reicht dieser Effekt jedoch nicht aus, um die Sorgen rund um die anstehende Abstimmung wesentlich zu dämpfen.
Marktbild und technische Lage
Die Aktie bleibt trotz der positiven Projektmeldung technisch unter Druck. Zuletzt lag der Kurs mit 2,56 USD spürbar über dem 50- und 200-Tage-Durchschnitt, was die starke Schwankungsbreite unterstreicht. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von knapp 75 % zeigt, wie nervös der Handel derzeit verläuft.
Trader positionieren sich bereits im Vorfeld der Abstimmung am 29. Januar, wodurch es immer wieder zu schnellen Gegenbewegungen kommt. Der Abstand von gut einem Viertel zum 52-Wochen-Hoch bei zugleich mehr als Verdreifachung gegenüber dem Tief verdeutlicht, wie stark die Aktie in den vergangenen Monaten hin- und hergerissen war.
Wesentlich ist dabei die Diskrepanz: Während Plug Power mit dem Sines-Projekt seine technologische und operative Leistungsfähigkeit demonstriert, preist der Markt vor allem das Risiko weiterer Kapitalmaßnahmen und die Frage der finanziellen Stabilität ein.
Fazit: Entscheidung über Kapitalstruktur als Taktgeber
Kurzfristig hängt die weitere Entwicklung der Plug-Power-Aktie maßgeblich an den Beschlüssen der Hauptversammlung am 29. Januar. Die geplante Verdoppelung der genehmigten Aktien und das angedrohte Ausweichen auf einen Reverse Split definieren den Rahmen, in dem sich der Kurs bewegen wird. Solange diese Weichenstellung nicht erfolgt ist, dürfte selbst ein großer operativer Erfolg wie die 100-MW-Installation in Sines nur begrenzten Einfluss auf eine nachhaltige Kurserholung haben.
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