Plug Power hat eines seiner ambitioniertesten Projekte begraben. Die geplante Wasserstoffanlage im STAMP-Industriepark im Bundesstaat New York — einst als größte Grüner-Wasserstoff-Anlage Nordamerikas angekündigt — wird nicht gebaut. Das Gelände geht an einen Rechenzentrumsentwickler, der dafür mindestens 132,5 Millionen US-Dollar zahlt. Der Abschluss des Verkaufs wird bis Ende Juni erwartet.

Der Schritt ist Teil eines umfassenderen Kurswechsels. Plug Power hat 2025 einen Nettoverlust von 1,63 Milliarden US-Dollar eingefahren bei einem Umsatz von rund 710 Millionen Dollar. Kapitalintensive Großprojekte passen nicht mehr zur neuen Strategie, die auf Kostendisziplin, Monetarisierung von Nicht-Kernvermögen und kurzfristigere Erträge setzt. Der STAMP-Verkauf deckt allein etwa die Hälfte des angestrebten Monetarisierungsziels von 275 Millionen Dollar.

Erstmals positiver Bruttogewinn seit Jahren

Zeitgleich mit dem strategischen Rückzug meldet Plug Power einen bemerkenswerten Wendepunkt: Im vierten Quartal 2025 erzielte das Unternehmen einen Bruttogewinn von 5,5 Millionen US-Dollar. Ein Jahr zuvor hatte noch ein Bruttoverlust von 233 Millionen Dollar zu Buche gestanden. Der Quartalsumsatz von 225,2 Millionen Dollar übertraf die Analystenschätzungen von 217 Millionen Dollar, und der bereinigte Verlust je Aktie fiel mit 0,06 Dollar geringer aus als die erwarteten 0,10 Dollar.

Treiber des Jahreswachstums von knapp 13 Prozent war vor allem das Elektrolyseur-Geschäft. Die GenEco-Elektrolyseure generierten 2025 einen Rekordumsatz von 187 Millionen Dollar und verfügen über eine globale Vertriebspipeline von rund 8 Milliarden Dollar. Über 300 Megawatt sind inzwischen auf sechs Kontinenten im Einsatz.

Neuer CEO, neues Kapitel

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Plug Power?

Seit dem 2. März 2026 führt Jose Luis Crespo das Unternehmen als CEO. Er folgt auf Andy Marsh, der in den Verwaltungsrat wechselt. Crespo war zuvor als President und Chief Revenue Officer maßgeblich daran beteiligt, den Umsatz von rund 27 Millionen Dollar im Jahr 2013 auf über 700 Millionen Dollar im Jahr 2025 zu steigern. Besonders seine Erfahrung in europäischen Märkten gilt als strategisch wertvoll — Europa ist für Plug Power zunehmend wichtig.

Dort verfolgt das Unternehmen Projekte im Wert von mehr als 2,7 Milliarden Dollar, darunter eine geplante Grüner-Wasserstoff-Anlage in Finnland. Mit dem Rückzug aus dem US-Großprojekt verlagert sich der geografische Schwerpunkt spürbar.

Ehrgeizige Ziele, langer Weg

Das Unternehmen hat klare Meilensteine definiert: positives EBITDAS bis Ende 2026, positives operatives Ergebnis bis Ende 2027, vollständige Profitabilität bis Ende 2028. Eine Schuldenrestrukturierung sichert laut Unternehmensangaben Zugang zu 368,5 Millionen Dollar in unrestriktiertem Bargeld — ausreichend, um ohne weitere Kapitalerhöhungen durch 2026 zu kommen.

Gemessen an der Unternehmensgeschichte — mehr als zwei Jahrzehnte ohne Gewinn — sind diese Ziele ambitioniert. Der erste positive Bruttogewinn seit Jahren und der Führungswechsel sind reale Fortschritte. Ob Crespo die Marge stabil halten und den Jahresverlust von 1,63 Milliarden Dollar schrittweise abbauen kann, wird sich spätestens mit den nächsten Quartalszahlen zeigen.

Anzeige

Plug Power-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Plug Power-Analyse vom 16. März liefert die Antwort:

Die neusten Plug Power-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Plug Power-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Plug Power: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...