DAX: Erstarrte Fortschritte!
Der deutsche Leitindex kommt nicht vom Fleck. Drei Wochen nach Kriegsausbruch lastet der Konflikt im Nahen Osten weiter schwer auf den Märkten — und ein Ende ist nicht in Sicht.
Heute Morgen pendelt der DAX nahe der 23.400er-Marke, kaum verändert gegenüber dem Freitagsschluss. Die kurze Erholung vom Freitagnachmittag auf rund 23.750 Punkte verpuffte rasch — das Hoch wurde konsequent abverkauft. Vom Allzeithoch Mitte Januar bei über 25.500 Punkten ist der Index mittlerweile weit entfernt.
Öl als Zünglein an der Waage
Brent-Rohöl kostet aktuell rund 106 Dollar je Barrel. Vor Kriegsausbruch waren es etwa 70 Dollar — ein Aufschlag von mehr als 50 Prozent. Vor einer Woche schoss der Preis sogar kurzzeitig auf knapp 120 Dollar, den höchsten Stand seit 2022, und drückte den DAX auf sein bisheriges Kriegstief bei 22.927 Punkten.
Die Straße von Hormus ist der neuralgische Punkt. Der Iran blockiert die wichtigste Ölversorgungsroute faktisch, US-Präsident Trump fordert von NATO-Partnern Marinemissionen zum Schutz der Schifffahrt. EU-Außenminister beraten heute über eine mögliche europäische Antwort.
Die Folgen für die Realwirtschaft sind absehbar: Höhere Energiekosten fressen Unternehmensmargen, treiben die Inflation und dämpfen den Konsum. Für Deutschland, dessen Konjunktur gerade erst Tritt zu fassen schien, ist das besonders heikel. Die Helaba hat ihre Inflationsprognose für 2026 bereits auf 2,4 Prozent angehoben — nach zuvor 2,1 Prozent.
Notenbanken in der Zwickmühle
Ausgerechnet jetzt stehen gleich mehrere Zinsentscheidungen an. Die Fed tagt am Mittwoch, die EZB am Donnerstag — dazu entscheiden unter anderem die Bank of England und die Bank of Japan. Für Bewegung an den Märkten ist gesorgt.
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Die EZB dürfte ihren Leitzins bei 2,15 Prozent belassen. Zwar lag die Eurozone-Inflation im Februar mit 1,9 Prozent noch knapp unter dem Zwei-Prozent-Ziel, doch der steigende Ölpreis verändert die Rechnung. Alle Augen richten sich auf die Kommunikation der Währungshüter — wie stark gewichten sie das Inflationsrisiko gegenüber den Konjunktursorgen?
Bei der Fed sieht es ähnlich aus: Der Arbeitsmarkt und der Kriegsdruck sprechen für eine Zinssenkung, die Preisentwicklung dagegen. Eine Entscheidung in die eine oder andere Richtung gilt als unwahrscheinlich.
Einzelwerte im Fokus
Abseits der großen Makrolage sorgt die UniCredit für Gesprächsstoff. Die italienische Bank hat heute ein formelles Übernahmeangebot für die Commerzbank vorgelegt — im Volumen von rund 35 Milliarden Euro. Die Commerzbank-Aktie legte daraufhin knapp vier Prozent zu.
Positives Signal auch bei Bayer: UBS hat eine Kaufempfehlung ausgesprochen und sieht angesichts der jüngsten Kursschwäche ein Chancenübergewicht, besonders mit Blick auf die Lösung der Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten.
Schwach zeigten sich hingegen Siemens Energy und Airbus, die am Freitag mit Abständen von knapp fünf bzw. knapp vier Prozent zu den größten Verlierern zählten. Henkel und Beiersdorf stehen nach negativen Einschätzungen der US-Bank Morgan Stanley ebenfalls unter Druck.
Der Fear-and-Greed-Index verharrt im Bereich „Extreme Fear" — historisch oft ein Vorläufer kurzfristiger Gegenbewegungen. Ob die aktuelle Stabilisierung tragfähig ist, hängt letztlich an der Entwicklung im Nahen Osten.
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