PayPal steht unter Druck. Innerhalb weniger Tage haben gleich mehrere Investmentbanken ihre Bewertungen gesenkt oder ihre Kursziele deutlich reduziert. Die Aktie notiert bei rund 57 US-Dollar – nicht weit entfernt vom 52-Wochen-Tief. Was steckt hinter der plötzlichen Skepsis der Wall Street?

Downgrades im Wochentakt

Daiwa Securities senkte am 13. Januar das Rating von „Outperform" auf „Neutral" und kürzte das Kursziel drastisch von 77 auf 61 US-Dollar. Die Begründung: PayPal verliere Marktanteile, und die Bewertung werde auf „niedrigem Niveau verharren", bis das Wachstum im Kerngeschäft – dem sogenannten Branded Checkout – wieder anzieht.

Compass Point legte zwei Tage später nach und senkte das Kursziel auf 55 US-Dollar – bei unverändertem „Sell"-Rating. Goldman Sachs hält ebenfalls an seiner Verkaufsempfehlung fest, Citigroup reduzierte das Ziel von 78 auf 60 US-Dollar, TD Cowen von 80 auf 65 US-Dollar.

Die wichtigsten Analystenstimmen:

  • Daiwa Securities: Abstufung auf Neutral, Kursziel 61 USD
  • Compass Point: Kursziel 55 USD, Rating Sell
  • Goldman Sachs: Sell-Rating, Kursziel 65 USD
  • Citigroup: Neutral, Kursziel von 78 auf 60 USD gesenkt
  • TD Cowen: Kursziel von 80 auf 65 USD reduziert

Der Konsens liegt mittlerweile bei „Hold", das durchschnittliche Kursziel bei knapp 77 US-Dollar.

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Trumps Zinsobergrenze schafft Unsicherheit

Zusätzliche Verunsicherung kommt aus der Politik. Präsident Trump kündigte am 10. Januar eine Obergrenze von 10 Prozent für Kreditkartenzinsen an, die ab dem 20. Januar gelten soll. Während vor allem Banken unter Druck gerieten, bleiben die Auswirkungen auf Fintech-Unternehmen wie PayPal unklar. Einige Analysten spekulierten zunächst, dass Buy-Now-Pay-Later-Anbieter profitieren könnten, falls Banken die Kreditvergabe einschränken. Die Aktie verlor dennoch rund ein Prozent.

Bewertung auf Bankenniveau

Mit einem Forward-KGV von etwa 10 wird PayPal mittlerweile wie ein klassisches Finanzinstitut bewertet – und nicht wie ein Technologieunternehmen. Dabei sind die operativen Kennzahlen solide: Das Unternehmen erwirtschaftet über 32 Milliarden US-Dollar Umsatz, die Eigenkapitalrendite liegt bei 24 Prozent, der freie Cashflow belief sich 2025 auf über 6,5 Milliarden US-Dollar.

Das Management nutzt die Liquidität für aggressive Aktienrückkäufe: Seit 2022 flossen 21,5 Milliarden US-Dollar in Buybacks. Der Aktienkurs blieb dennoch weitgehend unverändert.

Das Kernproblem: Wachstumsschwäche

Der entscheidende Knackpunkt ist das Branded Checkout, also Zahlungen über PayPals eigene Plattform. Im Dezember teilte das Management mit, dass das Wachstum im vierten Quartal 2025 mindestens zwei Prozentpunkte langsamer ausfallen würde als im dritten Quartal. Diese Verlangsamung schürt Sorgen, dass Wettbewerber wie Apple Pay PayPal im mobilen Bezahlmarkt den Rang ablaufen.

Daiwa-Analyst Kazuya Nishimura räumt ein, dass PayPal bis 2027 ein jährliches Gewinnwachstum von mindestens 10 Prozent erreichen dürfte. Doch Investoren wollen offenbar erst eine Umsatzbeschleunigung sehen, bevor sie der Aktie eine höhere Bewertung zugestehen.

Quartalszahlen am 2. Februar

Die Q4-Zahlen werden am 2. oder 3. Februar erwartet. Das Management rechnet mit einem Gewinn je Aktie von 1,27 bis 1,31 US-Dollar für das Schlussquartal und 5,35 bis 5,39 US-Dollar für das Gesamtjahr 2025. Der Bericht wird zeigen, wie sich das Weihnachtsgeschäft entwickelt hat und ob sich die Schwäche im Kerngeschäft fortsetzt.

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