Der Zahlungsdienstleister PayPal kommt nicht zur Ruhe. Kaum hat der neue CEO Enrique Lores am 1. März das Ruder übernommen, sieht sich der Konzern mit einer Sammelklage wegen angeblicher Täuschung der Anleger konfrontiert. Hintergrund sind enttäuschende Quartalszahlen und Zweifel an der Wachstumsstrategie, die den Aktienkurs massiv unter Druck gesetzt haben.

Juristisches Nachspiel der Zahlen

Im Zentrum der Unruhe stehen Vorwürfe, das Management habe Investoren über die Erfolgsaussichten der "Branded Checkout"-Initiativen und die Umsatzprognosen im Unklaren gelassen. Mehrere Anwaltskanzleien haben Klagen eingereicht, die sich auf den Zeitraum zwischen Februar 2025 und Februar 2026 beziehen.

Auslöser der Eskalation war die Veröffentlichung der Ergebnisse für das vierte Quartal 2025 Anfang Februar. PayPal verfehlte mit einem Umsatz von 8,68 Milliarden Dollar die Analystenschätzungen von 8,80 Milliarden Dollar. Auch der bereinigte Gewinn lag mit 1,23 Dollar pro Aktie unter den Erwartungen. Besonders schwer wog die Prognose für 2026, die den Markt enttäuschte und einen Kursrutsch von 19 Prozent zur Folge hatte. Der Vorwurf der Kläger lautet nun, das Unternehmen habe zuvor einen falschen Eindruck von der Zuverlässigkeit seiner Wachstumsprognosen erweckt.

Neuer Chef soll Tempo machen

Als Konsequenz aus der Stagnation hat der Verwaltungsrat die Reißleine gezogen. Seit Anfang der Woche steht der ehemalige HP-Manager Enrique Lores an der Spitze des Konzerns. Das Gremium begründete den Wechsel damit, dass das Umsetzungstempo unter der vorherigen Führung nicht den Erwartungen entsprach. Lores soll nun die operative Disziplin straffen und Innovationen beschleunigen, um im Wettbewerb mit Tech-Giganten und neuen Fintech-Rivalen zu bestehen.

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Die Analysten reagierten bislang zurückhaltend auf die Gemengelage. Häuser wie KGI Securities und Canaccord Genuity stuften die Aktie kürzlich auf "Neutral" beziehungsweise "Hold" herab. Der Aktienkurs notierte zuletzt bei 47,64 Dollar, was einer Marktkapitalisierung von rund 44 Milliarden Dollar entspricht.

Flucht nach vorn mit KI

Trotz der rechtlichen und operativen Baustellen treibt PayPal seine strategische Neuausrichtung voran. Um im Bereich des KI-gestützten Handels (Agentic Commerce) Fuß zu fassen, kündigte das Unternehmen die Übernahme der Plattform Cymbio an. Dieser Zukauf soll es PayPal ermöglichen, sich stärker in die Infrastruktur einzuklinken, über die KI-Assistenten Produkte für Konsumenten finden und bestellen. Zudem weitet der Konzern die Nutzung seines Stablecoins PYUSD auf den Frachtsektor aus, um Abrechnungsprozesse zu beschleunigen.

Für Anleger markiert der 20. April 2026 das nächste wichtige Datum: Bis dahin läuft die Frist für Aktionäre, sich als Hauptkläger im laufenden Verfahren zu melden. Parallel dazu muss CEO Lores beweisen, ob die angepeilte Rückkehr zum Wachstum im Bereich "Branded Checkout" und die Monetarisierung der Venmo-Plattform schnell genug greifen, um die Skepsis am Markt zu zerstreuen.

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