Nach Gerüchten über eine mögliche Beteiligung von Palantir-Software an einer US-Militäroperation in Venezuela stieg die Aktie am 5. Januar um 3,7 Prozent auf 174,04 US-Dollar. Die Spekulation: Palantirs Technologie könnte eine Rolle bei der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro gespielt haben. Eine offizielle Bestätigung fehlt bislang. Dennoch zeigt die Marktreaktion, welches Vertrauen Investoren in die Bedeutung des Unternehmens für den Verteidigungssektor setzen. Doch diese Euphorie steht im krassen Gegensatz zu den fundamentalen Bewertungskennzahlen – und zu dem, was Insider gerade tun.

Extreme Bewertung trifft auf starkes Wachstum

Palantir lieferte im dritten Quartal 2025 beeindruckende Zahlen: Der Gewinn je Aktie lag mit 0,21 US-Dollar über den Erwartungen von 0,17 US-Dollar. Der Umsatz kletterte um 62,8 Prozent auf 1,18 Milliarden US-Dollar. Besonders das US-Geschäft mit kommerziellen Kunden explodierte regelrecht – plus 121 Prozent.

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Das Problem: Die Aktie wird aktuell mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von über 390 gehandelt. Diese Bewertung impliziert, dass der Markt jahrelange fehlerfreie Umsetzung eingepreist hat. Jede Enttäuschung in kommenden Quartalsberichten könnte die Aktie empfindlich treffen, da kaum noch Spielraum für Abweichungen besteht.

Wichtige Kennzahlen im Überblick:
* Marktkapitalisierung: ~414,8 Mrd. US-Dollar
* KGV: ~392,56
* Umsatzwachstum Q3: +62,8% (1,18 Mrd. US-Dollar)
* 52-Wochen-Spanne: 63,40 – 207,52 US-Dollar

Insider verkaufen – Institutionelle zögern

Während Kleinanleger auf die Venezuela-Story reagierten, zeigt sich bei Insidern ein anderes Bild. Cohen Capital Management reduzierte seine Position im dritten Quartal um 45 Prozent. In den letzten 90 Tagen verkauften Insider rund 1,01 Millionen Aktien im Wert von etwa 164,6 Millionen US-Dollar.

Noch bemerkenswerter: Star-Investor Michael Burry (Scion Asset Management) setzte im dritten Quartal 2025 über Put-Optionen auf fallende Kurse bei Palantir. Seine Begründung: Die Bewertung sei nicht mehr vertretbar. Wenn diejenigen, die das Unternehmen am besten kennen, in diesem Umfang Gewinne mitnehmen, sollten Anleger aufmerken.

Analysten bleiben zurückhaltend

Die Mehrheit der Analysten rät aktuell zum Halten der Aktie. Die durchschnittlichen Kursziele liegen zwischen 172 und 193,50 US-Dollar – kaum Potenzial ausgehend vom aktuellen Niveau. Zwar profitiert Palantir vom KI-Boom und der starken Position im Verteidigungssektor, doch die fundamentale Bewertung lässt wenig Raum nach oben.

Die Aktie ist aus einem Widerstandsbereich ausgebrochen, handelt aber rund 16 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 207,52 US-Dollar vom November 2025. Sollte der KI-Investitionszyklus ins Stocken geraten oder wichtige Regierungsaufträge ausbleiben, dürfte die Aktie überproportional reagieren – nach unten.

Palantir bleibt damit ein Kampffeld zwischen Momentum-Tradern, die auf Defence-News setzen, und wertorientierten Investoren, die vor dreistelligen Bewertungsmultiplikatoren zurückschrecken. Am 10. Februar folgen die Q4-Zahlen – dann zeigt sich, ob die hohen Erwartungen gerechtfertigt sind.

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